Crohn-Krankheit: Arten, Behandlung und einige Tipps

Je nachdem, welche Darmabschnitte betroffen sind, gibt es verschiedene Arten von Morbus Crohn. Obwohl es keine endgültige Heilung gibt, ist es möglich, die Symptome dieser Krankheit zu kontrollieren.
Crohn-Krankheit: Arten, Behandlung und einige Tipps

Letzte Aktualisierung: 29. Mai 2022

Wusstest du, dass es mehrere Arten der Crohn-Krankheit gibt? Zunächst einmal solltest du wissen, dass Morbus Crohn zusammen mit Colitis ulcerosa zu den entzündlichen Darmerkrankungen (CED) gehört. Das sind Erkrankungen, die durch chronische Entzündungen des Magen-Darm-Trakts gekennzeichnet sind.

Heutzutage ist Morbus Crohn in den modernen Industrieländern eine häufige Erkrankung. Studien gehen von einer Häufigkeit von 0,1 bis 16 Fällen pro 100.000 Einwohner weltweit aus. Außerdem tritt sie meist im zweiten und fünften Lebensjahrzehnt auf, besonders bei Männern.

Im Allgemeinen handelt es sich um eine schleichende, fortschreitende und behindernde Krankheit, deren Hauptsymptom Durchfall mit oder ohne Blut ist. Eine frühzeitige Diagnose und eine Änderung der Lebensweise begünstigen die Linderung der Symptome und können zu einer besseren Lebensqualität führen. In diesem Artikel erfährst du mehr die wichtigsten Merkmale und verschiedenen Arten der Crohn-Krankheit.

Warum tritt Morbus Crohn auf?

Bis heute ist keine spezifische Ursache für entzündliche Darmerkrankungen (CED) bekannt. Forscherinnen und Forscher vermuten, dass Ernährungsgewohnheiten, Lebensstil und Stress die Krankheit verschlimmern, aber nicht direkt für ihren Ausbruch verantwortlich sind.

Dennoch geht man davon aus, dass die Hauptursache für Morbus Crohn ein Problem in der Funktion des Immunsystems ist. Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass die Crohn-Krankheit durch eine unverhältnismäßige Immunreaktion der Darmschleimhaut auf einen Umweltreiz bei einer genetisch anfälligen Person verursacht wird.

Enteropathogene, wie Bakterien und Viren, liefern in der Regel den auslösenden Reiz für die abnorme Reaktion.

Crohn-Krankheit - Bauschschmerzen
Obwohl die genaue Ursache nicht bekannt ist, wird die Crohn-Krankheit mit einer unverhältnismäßigen Immunreaktion in Verbindung gebracht.

Häufige Symptome der Crohn-Krankheit

Morbus Crohn ist durch einen entzündlichen Prozess gekennzeichnet, der die gesamte Dicke der Darmwand in einer asymmetrischen, segmentalen Weise betrifft. Obwohl er im gesamten Verdauungstrakt auftreten kann, kommt er am häufigsten im terminalen Ileum und im Dickdarm vor.

Die Symptome variieren je nach betroffenem Magen-Darm-Segment und dem Schweregrad des Krankheitsbildes. Einige der häufigsten Erscheinungsformen sind die folgenden:

  • Durchfall
  • Blut im Stuhl
  • Schmerzen im Unterleib
  • Gewichts- und Appetitverlust
  • Anämie
  • Fieber
  • Asthenie und Schwäche

Auch extraintestinale Anzeichen wie Gelenkprobleme und rote Augen, die bei der einer Crohn-Krankheit im Dickdarm häufig auftreten, können vorhanden sein. Darüber hinaus treten die Symptome in den meisten Fällen für 4 bis 6 Wochen auf, wobei es Phasen der Remission und der Verschlimmerung der Krankheit gibt.

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Die 5 Arten der Crohn-Krankheit

Im Allgemeinen wird die Crohn-Krankheit nach ihrer Lokalisation im Magen-Darm-Trakt in 5 Typen eingeteilt. Jede Art ist mit unterschiedlichen Symptomen sowie einem höheren oder niedrigeren Risiko für Langzeitkomplikationen verbunden.

1. Crohn-Krankeit: Ileitis

Sie tritt auf der Höhe des terminalen Ileums auf, dem letzten Teil des Dünndarms. Studien zufolge tritt diese Form von Morbus Crohn bei 10 bis 30 % der Betroffenen auf. Im Allgemeinen ist sie durch Krämpfe und Beschwerden im rechten unteren Quadranten des Bauches und oberhalb der Leiste gekennzeichnet. Außerdem kommt es häufig zu anhaltendem Durchfall.

Komplikationen des Morbus Crohn auf der Ebene des Ileums können Strikturen und Darmfisteln sein. Strikturen sind häufig und werden durch eine abnorme Verringerung des Darmdurchmessers aufgrund von Entzündungen oder Vernarbungen der Schleimhaut verursacht. Fisteln hingegen sind Kanäle, die den Darm mit anderen Strukturen verbinden und das Risiko einer Sepsis erhöhen.

2. Colitis

Diese Form wird auch als “granulomatöse Colitis” bezeichnet. Sie betrifft eine oder mehrere Regionen des Dickdarms, ohne den Dünndarm zu beeinträchtigen. Dies ist die zweithäufigste Form von Morbus Crohn und tritt bei 20 bis 30 % der Menschen auf.

Darüber hinaus ist sie gekennzeichnet durch Blut im Stuhl, Gewichtsverlust, Appetitlosigkeit, Fieber, Gelenkschmerzen, Hautveränderungen und Augenveränderungen. Außerdem kann es zu einer perianalen Erkrankung, zu fistulösen Komplikationen und zu Darmgeschwüren kommen.

3. Crohn-Krankeit: Ileokolitis

Die Ileokolitis ist die häufigste Form von Morbus Crohn und tritt laut Forschungen bei bis zu 60 % der Betroffenen auf. Sie betrifft das terminale Ileum und einige Bereiche des Dickdarms, insbesondere das Zökum und den aufsteigenden Dickdarm.

Sie ist im Allgemeinen durch Durchfall, Fieber, Gewichtsverlust und Krämpfe im Unterbauch gekennzeichnet. Darüber hinaus können Komplikationen wie ein Darmverschluss, Abszesse und Fisteln im Verdauungstrakt auftreten.

4. Jejunoileitis

Dies ist eine fleckige Entzündung, die das Ileum und Jejunum auf der Ebene des Dünndarms betrifft. Allerdings handelt es sich um eine der selteneren Formen der Crohn-Krankheit. Krämpfe im oberen und mittleren Teil nach dem Essen sowie Durchfall sind häufig. Darüber hinaus kann es in schweren Fällen auch zu Darmfisteln kommen.

5. Gastroduodenale Chron-Krankheit

Dies ist eine der seltensten Formen von Morbus Crohn. Sie tritt in einem oder mehreren Bereiche der Speiseröhre, des Magens und des Zwölffingerdarms auf. Darüber hinaus kann sie in Kombination mit einer der oben genannten Formen auftreten.

In der Regel wird sie von ständigen und wiederkehrenden Oberbauchbeschwerden begleitet. Außerdem kann es bei manchen Menschen zu Übelkeit und Erbrechen kommen, wenn die Erkrankung schwerwiegend ist.

Formen der Crohn-Krankheit nach dem evolutionären Muster

Des Weiteren kann diese Erkrankung auch nach ihrer Erscheinungsform und ihrem Verlauf klassifiziert werden. Diese Klassifikation basiert auf dem Grad der Beteiligung der Darmwand und umfasst die folgenden Formen:

  • Entzündlich: Hierbei handelt es sich um das klassische und anfängliche Muster der Crohn-Krankheit an jeder ihrer Lokalisationen. In dieser Anfangsphase kommt es zu Darmschwellungen und Geschwüren ohne Strikturen oder Fisteln. Im Allgemeinen ist das Krankheitsbild umso schwerwiegender, je größer das Ausmaß des Entzündungsprozesses ist.
  • Stenose: Sie entsteht durch Fibrose und Vernarbung der Darmschleimhaut, wodurch das Lumen des Verdauungstrakts verengt wird und seine Beweglichkeit abnimmt. Dieses Krankheitsbild äußert sich in der Regel durch Krämpfe und Verkrampfungen im Bauchraum, verstärkte Darmgeräusche, Durchfall und Erbrechen. Zudem kann es in schweren Fällen zu einem Darmverschluss führen.
  • Perforierend: Wenn Fisteln oder Abszesse vorhanden sind, die die gesamte Dicke der Darmwand einnehmen. Fistelkanäle können im Bauchraum auftreten oder mit der Haut des Kreuzbeins und des Dammes in Verbindung stehen. Wenn sich Abszesse gebildet haben, kommt es zu starken Schmerzen und hohem Fieber.
Crohn-Krankheit - Frau mit Unterleibsschmerzen
Angesichts der klinischen Manifestationen von Morbus Crohn ist es wichtig, einen Spezialisten aufzusuchen, um eine angemessene und individuelle Behandlung zu erhalten.

Behandlung von Morbus Crohn

Derzeit gibt es keine endgültige Heilung für diese entzündliche Darmerkrankung. Dennoch ist es möglich, die Symptome zu kontrollieren und das Risiko von Langzeitkomplikationen zu verringern. Die Behandlungsmöglichkeiten reichen von einer Änderung der Lebensweise über den Einsatz von Medikamenten bis hin zu bestimmten chirurgischen Eingriffen.

Zu den am häufigsten verwendeten Medikamenten zur Behandlung dieser Erkrankung gehören die folgenden Optionen:

  • Entzündungshemmende Medikamente
  • Kortikosteroide
  • Antibiotika
  • Antidiarrhoika
  • Immunsuppressiva

Auf diese Weise ist es möglich, die Entzündung zu reduzieren und die meisten Symptome zu lindern. Darüber hinaus kann der/die behandelnde Arzt/Ärztin auch Nahrungsergänzungsmittel verschreiben, wenn ein Nährstoffmangel vorliegt.

Wenn die medikamentöse Behandlung nicht wirksam ist, kann bei manchen Patienten ein chirurgischer Eingriff erforderlich sein. In den meisten Fällen wird der betroffene Teil des Darms entfernt. Dieser Eingriff ermöglicht es, die Symptome für mehrere Jahre zu lindern.

Einige Tipps zur Kontrolle der Crohn-Krankheit

Menschen mit Morbus Crohn können eine gute Lebensqualität haben und die Intensität der Symptome mit einigen Änderungen ihrer Gewohnheiten kontrollieren. Vor diesem Hintergrund empfiehlt es sich, die folgenden Tipps zu befolgen:

  • Befolge stets gewissenhaft die Anweisungen deines Arztes.
  • Beende die medizinische Behandlung nicht, wenn sich deine Symptome verbessern.
  • Vermeide die Einnahme von Medikamenten ohne ärztliche Verschreibung.
  • Darüber hinaus solltest du auf eine ausgewogene Ernährung achten, die reich an Proteinen und Vitaminen ist.
  • Vermeide den übermäßigen Verzehr von gesättigten Fetten, Vollmilchprodukten, zuckerhaltigen Lebensmitteln und rotem Fleisch.
  • Iss mehr probiotische Lebensmittel wie Naturjoghurt und Kimchi.
  • Außerdem solltest du stressreduzierende Aktivitäten in deinen Tagesablauf integrieren.
  • Führe Meditation und Entspannungsübungen, wie z.B. Yoga, durch.
  • Reduziere den Konsum von Zigaretten und Alkohol.
  • Suche dir Unterstützung bei Freunden und Familie.

Rechtzeitige Diagnose und Behandlung der Crohn-Krankheit sind der Schlüssel zu einer besseren Lebensqualität

Wie du siehst, gibt es verschiedene Arten von Morbus Crohn, die je nach dem betroffenen Darmabschnitt und den auftretenden Symptomen unterschieden werden können. Daher ist das frühzeitige Erkennen der klinischen Manifestationen von grundlegender Bedeutung, um die Krankheit in den Griff zu bekommen. Außerdem lassen sich auf diese Weise schwerwiegende Komplikationen im weiteren Krankheitsverlauf vermeiden.

Wenn du den Verdacht hast, dass du diese Krankheit haben könntest, zögere nicht, professionelle Hilfe zu suchen. Nur Fachärzte und Fachärztinnen sind in der Lage, diese Krankheit zu diagnostizieren und die besten Behandlungsmöglichkeiten zu empfehlen.

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