Wissenswertes über Hypnotika beziehungsweise Schlafmittel

2 Januar, 2020
In unserem heutigen Artikel erfährst du Wissenswertes über unterschiedliche Schlafstörungen sowie verschiedene Medikamente, die zur Förderung des Schlafes Verwendung finden. Lies weiter!

Der moderne Lebensstil in Industrieländern führt häufig zu Schlafstörungen, deshalb kommen Hypnotika beziehungsweise Schlafmittel vermehrt zum Einsatz. Doch es ist Vorsicht geboten, denn diese Arzneimittel können sich auf die Gesundheit der Patienten auch sehr negativ auswirken.

In unserem heutigen Artikel erfährst du Wissenswertes über unterschiedliche Schlafstörungen sowie verschiedene Medikamente, die zur Förderung des Schlafes Verwendung finden.

Wissenswertes über Schlafstörungen

Wissenswertes über Schlafstörungen

Schlafstörungen sind in unserer modernen Gesellschaft ein weit verbreitetes Übel. Dabei kommt es zu Einschlaf- oder Durchschlafproblemen und einer verminderten Schlafqualität. Der Körper kann sich während der Nachtruhe nicht richtig erholen und ist in der Folge in seiner Leistung eingeschränkt.

Das Ergebnis zahlreicher Studien über Schlafstörungen lässt vermuten, dass die diesem Problem zugrunde liegende Ursache eine andere Störung ist. Dies ist wichtig, um die Behandlung entsprechend auszurichten und nicht nur das Problem selbst, sondern direkt den Auslöser zu therapieren.

Schlafstörungen können je nach Dauer und Art unterschiedlich klassifiziert werden. Entsprechend der Dauer unterscheidet man folgende Situationen:

  • Vorübergehende Schlafstörungen: Diese dauern weniger als 7 Tage. Ein typisches Beispiel dafür sind Schlafprobleme bei Frauen in der prämenstruellen Phase.
  • Kurzfristige Schlafstörungen: In diesem Fall können die Probleme bis zu drei Wochen lang vorhanden sein.
  • Chronische Schlafstörungen: Davon spricht man, wenn jemand über drei Wochen lang an Schlafproblemen leidet.

Schlafstörungen können wie folgt eingeteilt werden:

  • Einschlafprobleme: Betroffenen fällt es schwer, Schlaf zu finden.
  • Durchschlafprobleme: Betroffene wachen in der Nacht öfters auf.
  • Frühzeitiges Erwachen
  • Umfassende Schlafstörungen 

Hypnotika zur Verbesserung der Schlafqualität

Wir sprechen von psychotropischen, psychoaktiven Substanzen, welche den Schlaf fördern. Dabei unterscheidet man sechs unterschiedliche Linien, die bei Schlafstörungen zum Einsatz kommen. Man beginnt mit dem Erstlinien-Medikament und geht dann zu den nächsten Linien über, wenn damit kein Erfolg erzielt werden kann.

1. Linie: Natürliche Substanzen

Natürliche Substanzen zur Schlafförderung können oft erfolgreich eingesetzt werden. Besonders beliebt sind Baldrian, Lindenblüte, Passionsblume und Opioide. Manche Patienten greifen auch auf homöopathische Mittel und andere Naturheilmittel zurück.

2. Linie: Schlafmittel ohne Benzodiazepine

Hypnotika zur Verbesserung der Schlafqualität 

Diese Art von Hypnotika gehört zur Gruppe der selektiven GABA-Rezeptor-Modulatoren. Als GABA bezeichnet man einen beruhigenden Neurotransmitter im zentralen Nervensystem, der den Schlaf fördert. Einige Beispiele für derartige Medikamente sind Zolpidem, Zoplicon oder Eszopiclon.

Diese Medikamente sind sehr wirksam und werden außerdem auch gut toleriert. Deshalb kommen sie meist kurzfristig bei akuten Schlafstörungen zur Anwendung. Allerdings sind diese Arzneimittel bei chronischen Schlafproblemen weniger wirksam.

3. Linie: Hypnotika mit Benzodiazepinen

Benzodiazepine sind Wirkstoffe, die den Schlaf fördern und häufig zum Einsatz kommen. Diese wirken jedoch nicht selektiv auf die GABA-Rezeptoren. Sie haben andere Medikamente (wie Barbiturate) ersetzt. Zwar sind sie sehr effizient, doch sie beeinträchtigen das natürliche Schlafmuster durch eine veränderte REM-Phase. Außerdem haben sie auch zum Teil ernste Nebenwirkungen.
Darüber hinaus ist zu erwähnen, dass diese Medikamente zu Toleranz und Abhängigkeit führen. Deshalb muss die Einnahme kontrolliert werden und die Patienten sollten sich sehr gut vom Arzt informieren lassen.

4. Linie: Antidepressiva mit beruhigender Wirkung

Seit einiger Zeit werden auch Antidepressiva mit beruhigender Wirkung bei Schlafstörungen eingesetzt, zum Beispiel folgende:

  • Mirtazapin
  • Trazodon
  • Amitryptilin

Wie dies auch bei Benzodiazepinen der Fall ist, verändern diese Psychopharmaka den REM-Schlaf. Doch der Wirkmechanismus ist unterschiedlich. In diesem Fall ermöglichen anticholinergische Wirkungen einen verbesserten Schlaf. Außerdem verbessert sich damit die aminergische Neurotransmission. 

Wenn ein Patient an schwerer Schlaflosigkeit leidet und Benzodiazepine nicht ausreichend sind, können diese Arzneimittel als unterstützende Therapie zum Einsatz kommen.

Entdecke auch diesen Beitrag: Bedenke 5 Dinge bei der Einnahme von Antidepressiva

5. Linie: Neuroleptika als Hypnotika gegen Schlafstörungen

Neuroleptika als Hypnotika gegen Schlafstörungen 

Wenn alle anderen Medikamente nicht die gewünschten Ziele erbringen, können Antipsychotika oder Neuroleptika funktionieren. Einige dieser Arzneimittel, die häufig zur Anwendung kommen, sind:

  • Haloperidol
  • Quetiapin
  • Clozapin

Insbesondere ältere Menschen erhalten diese Arzneimittel häufig. Auch Patienten mit einem Delirium oder Manien und psychotisch bedingter Schlaflosigkeit behandelt man oft mit diesen Medikamenten.

Abschließend möchten wir noch kurz die 6. Behandlungslinie erwähnen, bei der andere Medikamente zum Einsatz kommen. Zum Beispiel Antihistaminika, Melatonin oder Gabapentin. Diese verschreibt der Arzt bei leichten Beschwerden, die zum Beispiel durch einen Jetlag entstehen, wenn man in ferne Länder mit anderen Zeitzonen reist.

Fazit

Es steht heutzutage ein breiter Fächer an Medikamenten zur Verfügung, die den Schlaf verbessern und sehr effektiv sind. Lasse dich bei Beschwerden ausführlich von deinem Arzt beraten, der dir das für dich beste Arzneimittel verschreiben kann. Folge immer den Anweisungen deines Arztes, um deinen Schlaf regulieren zu können!

  • Sofía, M., Rivas, G., & Diego, J. (2017). En busqueda del hipnótico ideal : Archivos Venezolanos de Farmacología y Terapéutica.
  • Mendoza, E., Lamas, J., & Capafons, A. (2010). Hipnosis Clínica. Focad.
  • Brink, C. J. (2010). Fenobarbital. Tijdschrift Voor Diergeneeskunde. https://doi.org/10.1007/978-90-313-9129-5_50