Wissenswertes über das Arzneimittel Halothan

28 Dezember, 2019
Halothan ist ein Inhalationsnarkotikum, das in Industrieländern nur noch sehr selten zum Einsatz kommt.

Halothan ist ein Arzneistoff, der vielseitig zum Einsatz kommt, um eine Vollnarkose einzuleiten. Es handelt sich um ein Betäubungsmittel, das inhaliert wird und zum schnellen, jedoch sanften Bewusstseinsverlust führt. Das Aroma ist angenehm und das farblose Medikament reizt die Schleimhäute nicht.

Mit diesem Arzneimittel leitet man die Narkose ein und erhält sie aufrecht. Das Narkosegas kann bei verschiedensten Arten von chirurgischen Eingriffen und Patienten jeden Alters zum Einsatz kommen. Doch der genaue Wirkmechanismus dieses Inhalationsnarkotikums ist noch immer nicht bekannt.

Zwischen 1950 und 1980 kam dieses Medikament sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern häufig zur Anwendung. Der Wissenschaftler C. W. Suckling synthetisierte es 1951 und verwendete es 1956 zum ersten Mal als Betäubungsmittel. Halothan ersetzte dann andere Betäubungsmittel, wie Ether oder Cyclopropan, die damals oft zum Einsatz kamen. 

Doch in den 80er Jahren ging die Verwendung von Halothan allmählich zurück, da neue, volatile Betäubungsmittel auf den Markt kamen, wie beispielsweise Enfluran und Isofluran. Auch wenn man Halothan in Industrieländern nur noch selten verwendet, kommt es noch in der Tiermedizin und in Entwicklungsländern zum Einsatz, da es preisgünstig ist.

Halothan: Dosis und Verabreichung

Halothan: Dosis und Verabreichung

Es existieren verschiedene Verdampfer zur Inhalation von Halothan. So kann beispielsweise ein offenes, ein halbgeschlossenes oder ein geschlossenes System zum Einsatz kommen. Diese Verdampfertypen werden ohne Differenzierung verwendet und zeigen gute Resultate.

Je nach Bevölkerungsgruppe kann die Dosis variieren. Für Erwachsene und ältere Menschen verwendet man eine Konzentration von 2 bis 4 % Halothan in Sauerstoff/Lachgas, um die Anästhesie einzuleiten. Wenn es darum geht, die Narkose zu erhalten, verwendet man 0,5 bis 2 % Halothan.

Bei Kindern liegt die verwendete Konzentration zwischen 1,5 und 2 %, um eine Narkose einzuleiten. Zur Erhaltung der Anästhesie verwendet man 0,5 bis 2 %.

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Halothan: Gegenanzeigen

Dieses Narkosegas ist für Patienten, die an einer malignen Hyperthermie erkrankt sind oder waren, nicht geeignet. Auch Patienten, die dafür anfällig sind, können nicht damit betäubt werden. Wenn der Patient nach der Inhalation ein klinisches Bild einer unerklärten Gelbsucht und Pyrexie (Fieber) aufweist, kann er auch zukünftig nicht mit Halothan behandelt werden.

Auch für schwangere und stillende Frauen ist Halothan nicht geeignet. Denn es wurden noch nicht ausreichend Studien durchgeführt, um die Sicherheit dieses Medikaments für das Baby garantieren zu können. Deshalb sollte während der Schwangerschaft dieses Narkosegas wenn möglich vermieden werden. Auch bei stillenden Frauen sollte das Medikament nicht zur Anwendung kommen, da es auch zu wenig Studien gibt. Man konnte feststellen, dass Halothan in die Muttermilch übergeht, doch die Wirkungen auf das Baby sind nicht bekannt.

Halothan beeinträchtigt nach einer Vollnarkose die kognitiven Fähigkeiten, deshalb sollte man kein Fahrzeug steuern und auch keine Maschinen bedienen. Auch wenn verschiedene Gegenanzeigen bekannt sind, verwendete man dieses Betäubungsmittel mehr als 30 Jahre lang ohne offensichtlichen Konsequenzen. 

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Nebenwirkungen durch Halothan

Nebenwirkungen durch Halothan

Wie praktisch alle Medikamente hat auch Halothan verschiedene Nebenwirkungen. Wir verstehen darunter alle ungewünschten und unbeabsichtigten Wirkungen dieses Arzneimittels auf den Organismus. Dieses Narkosegas kann als hypermetabolische Antwort eine pharmakogenetische Reaktion des Skelettmuskels auslösen und so zu einer malignen Hyperthermie führen.

Zu den Symptomen dieses Syndroms gehören folgende:

Es handelt sich um sehr unspezifische Symptome, denen man Beachtung schenken muss. Sobald ein Anzeichen auftritt, bricht der Arzt die Behandlung mit dem Narkosegas ab. Es können auch andere Nebenwirkungen auftreten, so zum Beispiel Übelkeit und Erbrechen oder Leberbeschwerden. 

Fazit

Halothan ist ein Narkosegas, das durch Inhalation verabreicht wird, um eine Vollnarkose einzuleiten oder diese zu erhalten. Solltest du Zweifel oder Fragen haben, lasse dich von deinem Arzt informieren.

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