Photopharmakologie, eine neue Generation von Medikamenten

Die Photopharmakologie ist eine neue Generation von Medikamenten, die es seit mindestens einem Jahrzehnt gibt. Im heutigen Artikel erfährst du mehr über sie.
Photopharmakologie, eine neue Generation von Medikamenten

Letzte Aktualisierung: 05. Oktober 2021

Die Photopharmakologie ist eine neue Generation von Medikamenten und einer der vielversprechendsten Zukunftsbereiche der pharmazeutischen Chemie. Allgemein gesprochen handelt es sich um eine neue Generation von Medikamenten, die durch Licht aktiviert werden. Sie wirken also nur auf die Organe und Gewebe, die Licht benötigen, und nur dann, wenn sie gebraucht werden.

Darüber hinaus lassen sich mit der Photopharmakologie die Nebenwirkungen minimieren. Die Wissenschaft steht kurz davor, diese lichtempfindlichen Medikamente in Umlauf zu bringen, die hochpräzise Behandlungen möglich machen würden.

Alles deutet darauf hin, dass diese Medikamente für schwere Krankheiten wie Krebs, Diabetes, Erkrankungen des zentralen Nervensystems und eine lange Liste, die auch chronische Schmerzen und Blindheit umfasst, zur Verfügung stehen dürften. Daher ist die Photopharmakologie sicherlich eine revolutionäre Alternative.

Was ist Photopharmakologie?

Wissenschaftler untersucht Bakterien unter dem Mikroskop

Wie wir bereits erwähnt haben, handelt es sich um ein System, mit dem lichtempfindliche Medikamente verabreicht werden können. Das bedeutet, dass sie nur aktiviert werden und ihre Wirkung entfalten, wenn sie mit Licht kombiniert werden. Aufgrund dieser Eigenschaften sind sie sehr präzise und wirken nur zu bestimmten Zeiten und nur in dem Bereich, der sie benötigt. Dank dieser Methode ist es möglich, nur eine Zelle zu beeinflussen.

Derzeit wirken die Medikamente, die wir einnehmen, undifferenziert im Körper. Ein gutes Beispiel dafür sind die Antihistaminika der ersten Generation. Wenn eine Person eine Allergie hat und eines dieser Medikamente einnimmt, verschwinden die Symptome. Allerdings lässt sich nicht vermeiden, dass die Betroffenen schläfrig werden, da es im Gehirn Histaminrezeptoren gibt.

Obwohl die Wissenschaft in Bezug auf die Präzision von Medikamenten große Fortschritte gemacht hat, ist es immer noch nicht möglich, ihre Nebenwirkungen zu beseitigen. Bei der Photopharmakologie ist das aufgrund der Selektivität des Wirkortes nicht der Fall. Das bedeutet, dass sie nur dort wirkt, wo sie wirken soll.

Photopharmakologie und implantierbare Mikrosysteme

Implantierbare Mikrosysteme sind eine der interessantesten Alternativen, die Wissenschaftler/innen vorgeschlagen haben, um lichtempfindliche Medikamente im Körper zu leiten und zu steuern. Es handelt sich dabei um winzige Geräte, die Ärzte in den Körper einbauen und die das Medikament regulieren können. Sie werden dort platziert, wo sie gebraucht werden, wenn sie gebraucht werden.

Die Steuerung der implantierbaren Mikrosysteme erfolgt über Bluetooth. Dadurch wird es möglich, sie dorthin zu platzieren, wo sie benötigt werden. Darüber hinaus kann der behandelnde Art die Lichtmenge regulieren, welche die Mikrosysteme abgeben müssen, um das Medikament zu aktivieren. Und auch die Einwirkungszeit und die Menge des Medikaments lassen sich auf diese Weise regulieren.

Dadurch könnten die Ärzte die Medikamentendosis im Laufe der Zeit und sogar in Echtzeit anpassen. Dies ermöglicht eine viel präzisere Behandlung und die Vermeidung von unerwünschten Nebenwirkungen. Wenn es sich um aggressive Medikamente handelt, ist das besonders wichtig.

Photopharmakologie - 2 Wissenschaftler im Labor

Behandlung von Krebs- und Herzerkrankungen

Einer der Bereiche, in denen die Photopharmakologie wahrscheinlich eine wichtige Anwendung finden wird, ist die Behandlung von Herzproblemen. Bei Herzrhythmusstörungen zum Beispiel könnte eines dieser Medikamente die Herzfrequenz senken. Außerdem könnte es nur auf den betroffenen Bereich abzielen, anstatt das gesamte Herz zu beeinflussen.

Eine weitere der wichtigsten Anwendungen dieser neuen Medikamentengeneration ist die Behandlung von Krebs. Darüber hinaus ermöglicht diese Technologie eine kontrollierte Freisetzung des Medikaments speziell in dem Bereich, in dem ein Tumor vorhanden ist. Es besteht sogar die Möglichkeit, dass es nur die bösartigen Zellen angreift, so dass die gesunden Zellen keinen Schaden nehmen.

Die Photopharmakologie bietet die Möglichkeit, die mangelnde Selektivität von Medikamenten zu beheben. Das Ergebnis wäre eine viel präzisere und kollateralschadenfreie Behandlung. Vor allem bei Krebserkrankungen würde dies eine neue Ära einläuten.

Lies auch diesen Artikel: Das sind Symptome von Leukämie!

Abschließende Gedanken zur Photopharmakologie

Gegenwärtig untersuchen Wissenschaftler weitere Anwendungsmöglichkeiten dieser neuen Generation von Medikamenten für so schwerwiegende Gesundheitsprobleme wie Blindheit, Alzheimer, Diabetes und verschiedene Arten von Infektionen. Ärzte könnten praktisch jede Krankheit mit Photopharmakologie behandeln.

In Bezug auf Sehstörungen wies Michael Telias von der University of California in Berkeley darauf hin, dass die Erblindung von Tieren durch die Anwendung dieser Methode bereits rückgängig gemacht werden konnte. Er erklärte, dass man einigen Tieren lichtempfindliche Moleküle in die Netzhaut implantiert hat, wodurch sie ihr Sehvermögen wiedererlangten.

Außerdem glauben die Wissenschaftler, dass sie in nicht allzu ferner Zukunft Verbände mit lichtempfindlichen Medikamenten zur Behandlung von Krebs entwickelt haben werden. Darüber hinaus sind sich die Experten einig, dass diese neue Pharmakologie weitreichende Möglichkeiten bietet.

Es könnte dich interessieren ...
5 Tipps zur Vorbeugung von Prostatakrebs
Besser Gesund Leben
Lies auch diesen Artikel bei Besser Gesund Leben
5 Tipps zur Vorbeugung von Prostatakrebs

Prostatakrebs ist die zweithäufigste Krebserkrankung bei Männern. Es gibt eine Reihe von Faktoren, die das Risiko erhöhen.



  • Núñez del Arco Villegas, J. R. (2017). Diseño y simulación de una antena espiral para dispositivos médicos implantables.
  • Llibre, J. M., Antela, A., Arribas, J. R., Domingo, P., Gatell, J. M., López-Aldeguer, J., … & Ortega, E. (2010). El papel de las combinaciones de antirretrovirales a dosis fijas en el tratamiento de la infección por VIH-1. Enfermedades Infecciosas y Microbiología Clínica, 28(9), 615-620.
  • Algans, X. R., & Santacana, X. G. (2019). El nacimiento de la fotofarmacología. Investigación y ciencia, (516), 30-35.