Trastuzumab zur Therapie von HER2-positivem Brustkrebs

In Bezug auf die therapeutischen Möglichenkeiten bei metastasiertem Brustkrebs stellt Trastuzumab einen äußerst wichtigen Fortschritt auf diesem Gebiet dar. Der Einsatz dieses Medikamentes ist vor allem bei HER2-positiven Patienten sinnvoll. Alles Wissenswerte in diesem Artikel.
Trastuzumab zur Therapie von HER2-positivem Brustkrebs

Letzte Aktualisierung: 01. Juli 2021

Trastuzumab ist die erste zielgerichtete Therapie gegen ein Onkogen für Patienten mit HER2-positivem Brustkrebs. Ein Onkogen ist ein Gen, das eine hohe Fähigkeit zur Mutation oder Transformation besitzt, die die Krebsbildung im Gewebe auslöst.

HER2-positiver Brustkrebs beschreibt ein Neoplasma, das überexprimierte Rezeptoren für dieses Protein aufweist. HER2-Proteine ​​sind Rezeptoren in den Brustzellen, die vom HER2-Gen produziert werden und in normalen Situationen notwendig sind. Diese Proteine ​​ermöglichen es Brustzellen, sich zu teilen und sich selbst zu reparieren.

Der Anteil von HER2-positivem Brustkrebs beläuft sich auf 20 bis 30 % der Brusttumore beim Menschen. Darüber hinaus assoziieren Experten diese Krebsart mit einer schlechten Prognose, was auch eine reduzierte rückfallfreie Überlebens- und Gesamtüberlebenszeit einschließt.

Wirkmechanismus: Wie wirkt Trastuzumab auf den Körper?

HER2-positiver Brustkrebs macht 20-30% der Brusttumore beim Menschen aus

Bei diesem Medikament handelt es sich um einen humanisierten monoklonalen Antikörper. Mit anderen Worten, Trastzumab ist ein Medikament, das aus einem Antikörper besteht, der von einer einzigen Zellart des Immunsystems produziert wird: den B-Lymphozyten.

Der Begriff „humanisiert“ wird genutzt, da es sich um eine Kombination aus Antikörpern handelt. Genauer gesagt, einem menschlichen Antikörper mit einem kleinen Anteil eines monoklonalen Antikörpers von einer Maus oder Ratte. Der tierische Anteil des Antikörpers bindet an das Zielantigen. Gleichzeitig verringert der menschliche Anteil die Wahrscheinlichkeit, dass das Immunsystem des Körpers den tierischen Anteil zerstört.

Daher wirkt Trastuzumab auf den HER2-Rezeptor von Brustdrüsenzellen, indem es die Zellvermehrung von Zellen verhindert, die diesen Rezeptor überexprimieren. Infolgedessen kommt es zu einem Absterben dieser Zellen. Gleichzeitig löst es auch eine Antikörper-gesteuerte Immunantwort gegen Zellen aus, die den HER2-Rezeptor überexprimieren.

Trastuzumab: Therapeutische Anwendungsgebiete

Trastuzumab wird, wie wir bereits erwähnt haben, für die Behandlung von metastasiertem Brustkrebs eingesetzt, dessen Tumore HER2-Rezeptoren überexprimieren. Es gibt zwei Möglichkeiten, dieses Medikament anzuwenden.

Zuerst einmal kann es alleine verabreicht werden. Hier spricht man von einer Monotherapie. Wenn ein Patient bereits mindestens zwei Chemotherapien-Runden gegen eine metastasierte Erkrankung durchlaufen hat, wählen Ärzte diese Behandlungsform.

Darüber hinaus muss die vorausgegangene Chemotherapie mindestens ein Anthrazyklin und ein Taxan enthalten haben. Es handelt sich hierbei um zwei weitere Krebsmedikamente. Außerdem muss bei Patienten, die Hormonrezeptor-positiv sind, eine Hormontherapie fehlgeschlagen sein, damit Trastuzumab als Monotherapie verabreicht werden kann. Es sei denn, eine Hormontherapie ist aufgrund des Gesundheitszustands der Patienten nicht empfehlenswert.

Alternativ kann die Gabe von Trastuzumab in Kombination mit einem Taxan wie Paclitaxel erfolgen. Wenn ein Patient keine vorherige Chemotherapie erhalten hat, entscheiden sich Ärzte in der Regel für diese Option.

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Nebenwirkungen von Trastuzumab

Trastuzumab hat einen wichtigen Beitrag zur Behandlung des metastasierten Brustkrebses geleistet

Im Hinblick auf die Nebenwirkungen stellt Trastuzumab im Vergleich zu allen anderen auf dem Markt befindlichen Medikamenten keine Ausnahme dar. Nebenwirkungen sind all jene unerwünschten und unbeabsichtigten Reaktionen, die du bei der Behandlung mit einem Medikament erwarten kannst.

In klinischen Studien zur Medikamentensicherheit von Trastumzumab umfassten die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen durchblutungsbedingte Symptome. Beispielsweise Fieber und Schüttelfrost nach der ersten Dosis. Gleichzeitig traten bei etwa 10 % der Patienten folgende Symptome auf:

  • Bauch- und Brustschmerzen
  • Durchfall, Übelkeit und Erbrechen
  • Schmerzen in den Gelenken und Muskeln
  • Hautausschläge

Darüber hinaus gibt es eine weitere Reihe von Nebenwirkungen, die von etwa 1 bis 10 % der Patienten beschrieben wurden. Einige von ihnen sind folgende:

  • Grippesyndrom
  • Rückenschmerzen
  • Gefäßerweiterungen
  • Herzrasen
  • Appetitlosigkeit
  • Trockener Mund
  • Angstzustände
  • Geschmacksveränderung
  • Leukozytose

Abschließende Bemerkungen

Im Hinblick auf die Möglichkeiten zur Behandlung des metastasierten Brustkrebses hat Trastuzumab einen sehr wichtigen Beitrag geleistet. Zudem bietet dieses Medikament einen signifikanten Vorteil bei metastasierten Erkrankungen, insbesondere bei HER2-positiven Patienten, die gleichzeitig mit Paclitaxel behandelt werden.

Trotz dieser Fortschritte ist es dennoch sehr wichtig, die aktive Forschung fortzusetzen. Studien zielen darauf ab, die Wirkstoffkombinationen für die Chemotherapie zu evaluieren und den Nachweis von HER2-Proteinen zu verbessern. Wenn ein spezifischerer Nachweis gelingen würde, könnte dies zu einer noch effektiveren Behandlung der betroffenen Patienten führen.

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