Wie wirkt das Immunsystem gegen Krebs?

10 März, 2020
Das Immunsystem ist ein ausgeklügelter Abwehrmechanismus, der fähig ist, Krebszellen zu identifizieren und zu bekämpfen. Erfahre heute mehr über dieses interessante Thema. 

Das Immunsystem ist ein ausgeklügelter und sehr komplexer Abwehrmechanismus, der dafür zuständig ist, den Körper vor äußeren Krankheitserregern zu schützen. Deshalb muss es fähig sein, eigene und fremde Substanzen zu erkennen. Doch kann das Immunsystem auch gegen Krebs effizient wirken?

Das körpereigene Abwehrsystem ist nicht nur fähig, fremde Krankheitserreger zu erkennen und zu bekämpfen. Es kann auch eigene schadhafte oder bösartige Zellen identifizieren, wie dies zum Beispiel bei Krebszellen der Fall ist, die sich anders als gesunde Zellen entwickeln.

Krebs entsteht, wenn sich Körperzellen unkontrolliert vermehren und umliegende Körpergewebe befallen. Es handelt sich bekanntlich um eine sehr ernste Erkrankung, die schnellstmöglich fachärztlich behandelt werden muss.

Die Funktionen des Immunsystems

Wie wirkt das Immunsystem gegen Krebs?
Das Immunsystem umfasst verschiedene Zellen und Mechanismen, die vor externen Schadstoffen und Krankheitserregern schützen.

Das Immunsystem identifiziert und bekämpft Tumorzellen, verfügt jedoch auch über andere Mechanismen, um der Bildung bösartiger Zellen vorzubeugen. 

  • Es schützt vor viralen Infektionendie Tumore zur Folge haben könnten. Ein Beispiel dafür ist das humane Papillomvirus, das ein großes mutagenes Potential hat. Deshalb kann eine Infektion mit diesem Virus das genetische Zellmaterial verändern.
  • Das Immunsystem bekämpft außerdem externe Krankheitserreger. Bei einer Infektion reagiert der Körper mit Entzündungsprozessen, die jedoch behandelt werden müssen, denn diese könnten ebenfalls zur Bildung von Krebszellen führen.
  • Das Abwehrsystem identifiziert und eliminiert Krebszellen. Dafür verwendet es spezifische Marker.

Wie wirkt das Immunsystem gegen Krebs? Oberflächenantigene

Doch wie erkennt das Immunsystem die bösartigen Krebszellen? Die Antwort darauf ist in einem Oberflächenprotein zu finden, das in allen Zellen vorhanden ist und als Oberflächenantigen bezeichnet wird.

Die Oberflächenantigene der Krebszellen sind anders als jene gesunder Zellen. Die Zellen des Immunsystems können diese Antigene erkennen und feststellen, dass sie zu einer mutierten Zelle gehören.

Die Immunzellen, die fähig sind, diese Identifikation durchzuführen, nennen sich T-Lymphozyten. Diese verfügen über bestimmte Rezeptoren, die Oberflächenantigene erkennen. 

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Immunsystem gegen Krebs

Immunsystem gegen Krebs
Die T-Lymphozyten sind Zellen, die Abweichungen mutierter Gene erkennen können.

Die Antwort des Immunsystems auf Krebszellen beginnt also mit der Identifizierung der mutierten Zellen, die dank der erwähnten Oberflächenantigene erkannt werden. Diese werden von den T-Lymphozyten, die in den Lymphdrüsen vorhanden sind, identifiziert.

Danach erfahren die T-Lymphozyten verschiedene Veränderungen und aktivieren sich. Dies gibt ihnen die Fähigkeit, sich zu mobilisieren und in den Blutgefäßen zu bewegen. Über die Blutgefäße gelangen die T-Lymphozyten bis zum Tumor, indem sie von Konzentrationsgradienten bestimmter Signalmoleküle geleitet werden.

Sobald die T-Lymphozyten die bösartigen Tumorzellen erreichen, infiltrieren sie sich, um sie anzugreifen. Sie erkennen die Tumorzellen an bestimmten Proteinen an der Oberfläche und beginnen mit der Zerstörung.

Dies ist dank der Stimulation durch andere Zellen des Immunsystems möglich, dazu gehören zum Beispiel die Natural Killer Zellen (NK) oder die Makrophagen.

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Immunsystem gegen Krebs: So entkommen die Krebszellen!

Immunsystem gegen Krebs: So entkommen die Krebszellen!
Auch die bösartigen Zellen haben ihre Mechanismen, um dem Immunsystem zu entkommen und sich auszubreiten.

Zwar geht das Immunsystem gegen Krebs vor, doch die mutierten Krebszellen haben Mechanismen, um dem Immunsystem zu entkommen. Diese ermöglichen es den bösartigen Zellen, sich vor dem Immunsystem zu verstecken. So können sie zum Beispiel die Oberflächengene verstecken, um nicht erkannt zu werden.

In diesen Fällen kann jedoch das Immunsystem mit seinen Natural Killer Zellen angreifen. Denn diese sind fähig sie als ungewöhnlich zu identifizieren, wenn eine Zelle die eigenen Oberflächengene verliert, und eliminieren sie.

Ein weiterer Mechanismus, den Tumorzellen einsetzen können, um dem Immunsystem zu entweichen, ist die Produktion von chemischen Botenstoffen, die sich auf die Immunzellen hemmend auswirken. Sie erreichen damit die Immunsuppression rund um den Tumor. Das ermöglicht es den Krebszellen, zu überleben.

Deshalb ist das wichtigste Ziel der Immuntherapie, dem Immunsystem im Kampf gegen Krebszellen zu helfen. Dies kann mit einer adjuvanten Therapie erreicht werden, die Antikörper gegen Krebszellen leitet, um diese zu eliminieren.