Was ist ein Sarkom oder Weichteiltumor?

24 Februar, 2020
Als Sarkom bezeichnet man einen bösartigen Tumor des Binde- und Stützgewebes, der sich aggressiv entwickeln kann. Erfahre in unserem heutigen Artikel, wie es dazu kommt und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt. 

Ein Sarkom ist ein bösartiger Tumor des Binde- und Stützgewebes, der sich unkontrolliert verbreitet. Die bösartigen Tumorzellen entstehen in den Knochen und den Weichgeweben des Körpers. Dazu zählen unter anderem Fettgewebe, Muskeln, Knorpel und Blutgefäße. Man spricht deshalb auch von einem Weichteiltumor oder Weichgewebetumor.

Sarkome treten relativ selten auf. Schätzungsweise sind weniger als 1 Prozent aller bösartigen Tumorerkrankungen auf Weichteilsarkome zurückzuführen. Sarkome verursachen 2 Prozent der krebsbedingten Todesfälle.

Diese Tumorart kann zwar in jedem Körperbereich auftretendoch am häufgisten äußert sie sich in den Extremitäten, sowohl in den Beinen, als auch in den Armen. Außerdem treten sie auch im Bauchbereich oder im Kopf auf.

Meist sind davon Menschen zwischen 40 und 70 Jahren betroffen. Doch einige Sarkomarten treten auch bei Kindern auf. Im Allgemeinen leiden Männer häufiger daran als Frauen.

Ursachen für ein Sarkom

Wie bei vielen Krebsarten können die spezifischen Ursachen der Entwicklung der Tumorzellen nicht bestimmt werden. Experten gehen davon aus, dass verschiedene Faktoren gleichzeitig auftreten und zur unkontrollierten Vermehrung bösartiger Zellen führen.

Die genauen Risikofaktoren konnten bis jetzt bei bestimmten Sarkomarten nicht eindeutig definiert werden. Dies erschwert präventive Maßnahmen. Es bleibt zu hoffen, dass die aktuellen wissenschaftlichen Studien mehr über Weichgewebetumore herausfinden und hilfreiche Resultate erzielen.

Die Erfahrung und die Wissenschaft konnte allerdings einige wenige Risikofaktoren ermitteln:

  • Genetische Krankheiten: Bestimmte genetische Pathologien, wie etwa Neurofibromatose, führen häufig zur Entwicklung eines Weichteiltumors.
  • Strahlentherapie: Menschen, die zum Beispiel im Rahmen der Behandlung von Schilddrüsenproblemen oder Neoplasien mit Strahlentherapie behandelt werden, können ebenfalls ein Sarkom entwickeln.
  • Viren: Verschiedene virale Infektionen erhöhen die Wahrscheinlichkeit für einen Weichteiltumor. So wird das Kaposi-Sarkom beispielsweise mit einer spezifischen Art von Herpes in Verbindung gebracht.
  • Lymphödem: Durch die Flüssigkeitsansammlung in den Weichteilen des Organismus über einen längeren Zeitraum, das heißt, wenn es sich um ein chronisches Problem handelt, können in diesen Geweben ebenfalls Neoplasien entstehen.
Sarkom
Ein Liposarkom ist ein bösartiger Tumor des Weichteilgewebes, der jedoch sehr selten auftritt.

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Welche Symptome treten bei einem Sarkom auf?

Normalerweise ist ein Weichgewebesarkom nicht schmerzhaft, außer wenn es bereits so weit fortgeschritten ist, dass es auf eine Körperstelle Druck ausübt. Die Diagnose ist deshalb kompliziert und der Verdacht, dass ein Sarkom vorliegen könnte, entsteht meist relativ spät.

Ein Grund dafür, dass wenige Symptome entstehen, ist, dass Weichteiltumore oft sehr tief liegen. Dadurch verzögert sich die Diagnose häufig. 

Zu den häufigsten Symptomen zählt das Erscheinen eines Geschwulstes. Sollte dies der Fall sein, musst du auf jeden Fall zum Arzt. Natürlich kann auch eine andere Krankheit vorliegen, doch ein Geschwulst muss unbedingt untersucht werden.

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Sarkom: Diagnose und Behandlung

Sollte der Arzt den Verdacht auf einen Weichteiltumor haben, verwendet er bildgebende Verfahren, um eine Diagnose zu stellen. Eine Ultraschalluntersuchung, eine Magnetresonanz oder eine Computertomographie sind dabei sehr hilfreich. 

Wenn mit diesen Methoden der Verdacht bestätigt wird, ist eine Biopsie erforderlichDamit kann die definitive Diagnose gestellt werden, um gegebenenfalls das Vorhandensein eines Sarkoms zu bestätigen.

Sarkom: Diagnose und Behandlung
Sollte der Arzt den Verdacht auf einen Weichteiltumor haben, verwendet er bildgebende Verfahren, um eine Diagnose zu stellen.

Sobald die Diagnose Sarkom vorliegt, kommen folgende Behandlungen in Frage:

  • Chirurgischer Eingriff: Oft kann ein chirurgischer Eingriff das Problem ohne weitere Behandlungen lösen.
  • Strahlentherapie: Die Strahlentherapie kann zum Teil eine Operation ergänzen. Wenn durch die chirurgische Resektion nicht alle freien Kantenverletzungen beseitigt wurden, kann die Bestrahlung notwendig sein.
  • Chemotherapie: Bei einem Weichgewebetumor ist nicht immer eine Chemotherapie erforderlich. Wenn es sich allerdings um einen schlimmen Tumor handelt oder sich dieser an einer schwierigen Stelle befindet, kann Chemotherapie notwendig sein.
  • Immuntherapie: Diese relativ neue und vielversprechende Behandlungsmethode setzt biologische Medikamente gegen Krebs ein. Damit soll der Prozess gestoppt werden, durch den die bösartigen Zellen die Immunreaktion des Körpers blockieren. Es handelt sich allerdings um kostspielige Arzneimittel, die nicht überall zur Verfügung stehen.

Abschließende Bemerkung

Sollte ein Geschwulst auftreten, ist unbedingt ein Arztbesuch erforderlich. Der Arzt führt dann die notwendigen Untersuchungen durch, um den Ursachen auf den Grund zu gehen. Es muss sich nicht unbedingt um ein ernstes Problem handeln, doch es gilt, auf der Hut zu sein.

Denn je später die Diagnose gestellt wird, desto schwieriger und langsamer die Behandlung. Bei der frühzeitigen Erkennung einer Tumorerkrankung können die entsprechenden Therapien jedoch effizient zum Einsatz kommen.

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