Die krankhafte Angst vor Krebs: Karzinophobie

26 Januar, 2020
Angst vor Krebs ist logisch, doch man sollte sich trotzdem keine exzessiven Sorgen machen und auch kein vermeidendes oder obsessives Verhalten an den Tag legen. Wer immer das Gefühl oder den Verdacht hat, dass er an Krebs erkranken könnte oder bereits daran leidet, könnte an einer Karzinophobie leiden. Wenn diese Gedanken das Leben einschränken, dann ist es an der Zeit, einen Psychologen aufzusuchen. 

Krebs ist noch immer eine sehr ernste und oft tödliche Krankheit, deshalb ist es ganz normal, Angst vor Krebs zu haben. Wir wissen, dass die Behandlung eines Tumors meist aggressiv und kompliziert ist und außerdem schwerwiegende Nebenwirkungen auftreten können.

Doch wenn die Angst vor Krebs irrational und obsessiv wird, liegt ein Problem vor, das sehr begrenzend sein kann und die Lebensqualität stark reduziert. Wir sprechen von einer Phobie, einer krankhaften Furcht, die zu irrationaler Vorsicht und zu unerklärlichen Verhaltensweisen führt, die sich im Leben des Betroffenen sehr negativ auswirken können.

Die übertriebene Angst vor Krebs produziert unnötiges emotionales Leid. Jedes physische Symptom wird als mögliches Anzeichen für einen Tumor interpretiert, alles stellt eine Bedrohung dar, auch wenn es dafür keine Gründe gibt. Dieser Zustand wirkt sich sehr negativ auf die geistige und auch auf die physische Gesundheit aus.

Krankhafte Angst vor Krebs 

Krankhafte Angst vor Krebs 

Die krankhafte und irrationale Angst vor Krebs wird auch als Karzinophobie bezeichnet. Dabei bedeutet die Bezeichnung „irrational“ jedoch nicht, das keine Gründe oder mögliche Risiken für eine Krebserkrankung vorliegen, sondern vielmehr, dass die Furcht extrem übertrieben ist und sich nicht auf objektive Gegebenheiten stützt.

Menschen, die übertriebene Angst vor einer Krebserkrankung zeigen, verhalten sich ähnlich wie bei jeder anderen Phobie. Sie vermeiden zum Beispiel die Sonnenexposition, weil die Bestrahlung Krebs auslösen könnte; oder sie verzichten auf bestimmte Lebensmittel, weil sie gehört haben, dass diese karzinogen sein könnten.

Die Karzinophobie führt zu intensiver Nervosität und zu konstantem Stress, denn die Risiken werden dabei stark übertrieben. Betroffene wittern überall Gefahren, ganz ähnlich wie dies bei einem Hypochonder der Fall ist. Jede kleinste Beschwerde wird als Katastrophe betrachtet und auf eine mögliche Krebserkrankung zurückgeführt, auch wenn dafür keinesfalls ein Grund vorhanden ist.

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Angst vor Krebs: vermeidendes Verhalten

Manche Menschen mit einer Karzinophobie nehmen ein vermeidendes Verhalten an, wobei es dabei zwei verschiedene Varianten gibt: Manche vermeiden alle Dinge oder Situationen, die in ihrer Vorstellung oder tatsächlich Krebs verursachen könnten. Es handelt sich um ein Fluchtverhalten.

Darüber hinaus entwickeln diese Personen auch übertriebene Vorsorgemaßnahmen. Sie achten extrem auf ihre Ernährung, die Nutzung des Handys usw. Manche Personen mit Fluchtverhalten, glauben sogar, dass der Kontakt mit einem krebskranken Menschen eine Gefahr darstellt.

Die andere Variante des vermeidenden Verhaltens äußert sich darin, dass die Person aus lauter Furcht vor Krebs jegliche Arztbesuche verweigert. Oft glauben Betroffene, bereits an einer Krebserkrankung zu leiden, und möchten sich nicht untersuchen lassen, da sie sich vor der Bestätigung dieser Selbstdiagnose fürchten. Sie bevorzugen es, mit dem Zweifel, der Nervosität und der Angst zu leben.

Karzinophobie oder die obsessive Angst vor Krebs

Karzinophobie oder die obsessive Angst vor Krebs

Obsessive Angst ist typisch für Menschen mit einer Karzinophobie. Diese kann sich nicht nur in vermeidendem Verhalten äußern, sondern auch zu einer krankhaften Informationssuche über das Thema Krebs führen.

Eine weitere Folge davon ist, dass jede geringste Beschwerde zu einem Arztbesuch führt oder lange Recherchen nach sich zieht, da immer sofort der Verdacht auf einen Tumor vorliegt. Jedes kleinste Anzeichen könnte ein Symptom sein, bereits an Krebs zu leiden. Betroffene interpretieren allerdings die Informationen nach ihren eigenen Vorstellungen.

Wenn der Arzt keine Symptome finden kann, die auf eine Krebserkrankung hinweisen könnten, glauben sie, dass sich der Experte geirrt hat. Sie suchen dann einen anderen Arzt auf, oder wenden sich ganz allgemein von der Medizin ab. Betroffene haben ständig Angst, die durch immer mehr Information zum Thema zusätzlich immer schlimmer wird.

Mythen und Wahrheiten über Krebs

Wir dürfen nicht vergessen, dass wir mit der Geburt langsam beginnen, zu sterben. Früher oder später führt das Leben aus diesen oder anderen Gründen zum Tode. Wir müssen diese Tatsache akzeptieren, auch wenn es oft nicht einfach ist.

Es ist jedoch auch richtig, dass Krebs weltweit immer häufiger vorkommt. Allerdings sind diese Daten umstritten, denn sie könnten auch so interpretiert werden, dass heutzutage diese Erkrankungen früher und bei mehr Menschen diagnostiziert werden. Die Diagnose ist auch sichtbarer geworden, was nicht unbedingt bedeuten muss, dass es tatsächlich mehr Fälle gibt.

Sowohl Krebs, als auch andere ernste Krankheiten, können bis zu einem gewissen Grade vorgebeugt werden. Doch es gibt keine Möglichkeit, sie vollkommen zu verhindern. In den meisten Fällen führen verschiedene, kombinierte Faktoren zu der Entwicklung der Krankheit und nicht alle davon können kontrolliert werden.

Allerdings weisen Experten darauf hin, dass ein gesunder Lebensstil, sowohl auf physischer, als auch auf geistiger Ebene, dazu beitragen kann, das Risiko für eine Krankheit zu reduzieren. 

Wenn du glaubst, an Karzinophobie zu leiden, solltest du dir auf jeden Fall von einem Psychologen helfen lassen.

  • del Pino, M. M. (2014). Algunas reflexiones sobre el tabú a la palabra cáncer. Archivo Médico Camagüey, 10(5).