Was ist die ABCDE-Regel in der Hautkrebsvorsorge?

13 Mai, 2019
In der Hautkrebsvorsorge kannst du mit der ABCDE-Regel auch selbst gelegentlich deine Leberflecken und Muttermale begutachten.

Die ABCDE-Regel ist eine ganz einfache Vorgehensweise, mit der jeder zu Hause regelmäßig sich selbst oder den Partner untersuchen sollte. Diese Methode ermöglicht es, auf die für Hautkrens relevanten Symptome zu achten und bei Verdacht den Hausarzt aufzusuchen.

Die ABCDE-Regel

Das Alphabet, zumindest die ersten Buchstaben für die ABCDE-Regel, kann jeder. Die ersten fünf Buchstaben bezeichnen Anzeichen, die ein Hinweis auf ein malignes Melanom sein können. Entdeckst du mindestens zwei Punkte, die von der ABCDE-Regel bei dir zutreffen, solltest du zur Sicherheit den Hautarzt aufsuchen!

  • A wie Asymmetrie: Die Flecken sind nicht symmetrisch. Sie sind nicht schön rund oder gleichmäßig oval wie Leberflecken oder Sommersprossen, sondern haben asymmetrische Umrisse und Formen.
  • B wie Begrenzung: Sind die äußeren Linien des Hautfleckes undeutlich, zerfranst, wie ausgewaschen oder unregelmäßig, dann ist das ein weiterer Grund zur Sorge.
  • C wie Colour / Farbe: maligne Melanome können mehrere Farben haben, beispielsweise schwarze Mitte und brauner Rand oder innen braun, außen rötlich. Sie sind auch anders gefärbt als deine Leberflecken oder Sommersprossen.
  • D wie Durchmesser: Ein malignes Melanom ist oft größer als ein herkömmlicher Leberfleck. Hast du einen Hautfleck mit mehr als 5mm Durchmesser, könnte es ein Melanom sein.
  • E wie Erhabenheit und Entwicklung: Melanome können, im Gegensatz zu Sommersprossen, erhaben sein und sich von sonst flachem Grund abheben. Sie entstehen auch, im Gegensatz zu Leberflecken innerhalb einer Zeitspanne, die sogar die Beobachtung eines Wachstums zulässt.

Sei wachsam und beobachte deine Haut, besonders wenn du hellhäutig oder hellhaarig bist! Wende die ABCDE-Regel regelmäßig an, sodass du Veränderungen rechtzeitig entdecken kannst.

Beobachte auch die Haut deines Partners an Stellen, die er selbst nicht sehen kann, wie zum Beispiel dem Rücken. Lieber einmal mit Fehlalarm zum Arzt, als einmal zu selten nachgefragt!

Mehr dazu:

Schwarzer Hautkrebs: das maligne Melanom

ABCDE-Regel, um Hautkrebs zu erkennenMelanome frühzeitig erkennen

Melanome sind die sichtbaren Zeichen von Hautkrebs. Oft bleibt Hautkrebs sehr lange unentdeckt, weil Melanome den Leberflecken sehr ähneln.

Je heller deine Haut, desto größer dein Risiko, daran zu erkranken. Hast du helle Haut, so wende die ABCDE-Regel aus Eigeninteresse bitte regelmäßig an.

Die höchste Hautkrebsrate gibt es in Australien und Neuseeland, sie ist dort etwa vierfach höher als bei uns. Das niedrigste Risiko, an Hautkrebs zu erkranken haben dunkelhäutige Menschen: je nach Pigmentierung der Haut ist ihr Risiko bis zu 20-fach niedriger als das eines hellhäutigen Mitteleuropäers!

Je heller die Haut und die Haarfarbe, desto größer das Risiko. Bezogen auf die Haarfarbe haben Rothaarige ein fast fünffach größeres Risiko, ein Melanom zu entwickeln, als Schwarzhaarige.

Wer viele Sommersprossen hat, sollte sich trotz Selbstuntersuchung mit der ABCDE-Regel regelmäßig vom Hausarzt untersuchen lassen, ob sich unter den vielen braunen Flecken auch solche verbergen, die schädlich sind und Hautkrebs sein könnten.

Denn nicht alle Pigmentflecken im Gesicht sind ungefährliche Sommersprossen, es können auch durch zu hohe UV-Belastung der Haut (Sonne, Sonnenstudios etc.) Pigmentstörungen auftreten, die Sommersprossen sehr ähneln.

Auch Altersflecken sind durch UV-Einstrahlung entstandene Pigmentierungsstörungen der Haut. Und nicht alle diese Pigmentstörungen sind harmlos!

Schau genau!

Sind Sommersprossen und Leberflecken gefährlich?

ABCDE-Regel, um Hautkrebs zu erkennenHautkrebs vorbeugen

Die Hauptursache von Hautkrebs ist UV Strahlung. Diese wirkt verändernd auf die Hautzellen.

Besonders Sonnenbrand bringt tiefgreifende Hautveränderungen. Je intensiver und häufiger der Sonnenbrand und je jünger das Alter der Haut (Kinder!), desto größer die Wahrscheinlichkeit, in Folge von Sonnenbrand an Hautkrebs zu erkranken.

So ist der Schutz vor UV-Strahlen die einzig richtige Prophylaxe!

Nicht alle Sonnencremes schützen vor allen schädlichen UV Strahlen – und oft werden sie falsch angewendet. Eine gute Sonnencreme ist also niemals eine schlechte Investition und sollte reichlich mindestens eine halbe Stunde vor dem Aufenthalt in der Sonne angewendet werden.

Eine Tagescreme mit Lichtschutzfaktor ist eine gute Idee, auch im Winter! Viele Tagescremes, BB und CC Cremes enthalten heute schon einen Lichtschutzfaktor, aber nicht immer ist die passende Creme dabei.

In der Apotheke gibt es liposomale Sonnenschutzmittel, die du als Tagescreme auch unter Make-Up tragen kannst und die du über Tag nicht nachcremen musst.

Nutzt du eine billige Sonnencreme oder eine Tagescreme mit Lichtschutzfaktor, kann der Sonnenschutz unter Umständen nicht den ganzen Tag gewährleistet sein! Informiere dich also gut über deine persönliche Creme!

Zwischen 11 und 14 Uhr ist die Sonneneinstrahlung besonders intensiv. Meide die Mittagssonne, gönne dir, wenn du magst, am Spätnachmittag oder Abend wärmende Sonnenstrahlen! Dann steht die Sonne tiefer und ist weniger intensiv.

Auch im Schatten treffen UV-Strahlen auf deine Haut, daher ist auch unter dem Sonnenschirm Sonnencreme Pflicht! Suche dir generell eher schattige Plätze, um übermäßige UV-Strahlung zu vermeiden!

Kleidung bietet einen guten Schutz, besonders, wenn sie zusätzlich als Sonnenschutz genutzt wird. Nicht jedes Kleidungsstück bietet gleich guten Schutz: je dünner das Material, desto geringer der Schutz!

  • Schadendorf, D., van Akkooi, A. C. J., Berking, C., Griewank, K. G., Gutzmer, R., Hauschild, A., … Ugurel, S. (2018). Melanoma. The Lancet. https://doi.org/10.1016/S0140-6736(18)31559-9
  • Castañeda, Paola Eljure, J. (2016). El cáncer de piel, un problema actual. Revista de La Facultad de Medicina de La UNAM.
  • Merino, M. (2005). Prevención del cáncer de piel y consejo de protección solar. Revista Pediatría de Atención Primaria. https://doi.org/10.1504/IJADS.2017.084312