Nomophobie oder die Sucht nach dem Smartphone

· 6 November, 2017
Das Problem bei der Nomophobie ist, dass man sich durch die Sucht nach dem Smartphone immer mehr isoliert und Gespräche mit Freunden durch oberflächliche Chats ersetzt. 

Du kannst nicht ohne dein Handy aus dem Haus gehen? Du wirst nervös, wenn du denkst, dass die Handybatterie fast leer ist? Du hast das Ladegerät immer und überall dabei? Wenn du so sehr von deinem Smartphone abhängst, leidest du vielleicht an Nomophobie!

Neue Technologien erleichtern uns das Leben in verschiedensten Aspekten. Doch die unsachgemäße Nutzung elektronischer Apparate können diesen Vorteil ins Negative verwandeln und zu einem großen Problem machen.

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Zwar leiden nur wenige tatsächlich an einer richtigen Nomophobiedoch sehr viele haben ungesunde Gewohnheiten und hängen zu sehr von ihrem Handy ab, was für diese Personen in Zukunft zu Problemen führen könnte.

Wie weiß ich, ob ich an Nomophobie leide?

Frau mit Nomophobie

Eine Nomophobie entwickelt sich nicht von einem Tag auf den anderen. Es handelt sich vielmehr um die Konsequenz bestimmter Gewohnheiten, die sehr ungesund sein können.

Dazu kommt es allmählich, wenn du jedesmal wenn du dich in einer unangenehmen Situation befindest (vor einem Bewerbungsgespräch, in der Warteschlange, wenn du auf einen Freund wartest…), dein Handy zur Hand nimmst, um dich zu beruhigen.

Das Smartphone wird manchmal zum „besten Freund“, der verhindert, dass du dich alleine fühlst. Wenn du im öffentlichen Verkehrsmittel zur Arbeit fährst oder auf jemanden wartest, dann ist das Handy sofort zur Hand.

Dies kann jedoch schlimmer werden, wenn du dich bei emotionalen Problemen mit dem Handy zu trösten versuchst. Du schaust ständig nach, ob neue Nachrichten vorhanden sind, auch wenn du keine erwartest, oder bist unfähig, mit der Antwort zu warten, auch wenn diese nicht eilt.

Wenn du verschiedene Aspekte betrachtest, kannst du dir selbst bewusst werden, ob du an Nomophobie leidest oder nicht:

  • Du schaust ständig nervös nach, ob irgendwelche Nachrichten auf dem Handy eingelangt sind.
  • Wenn dir die Batterie ausgeht oder du keine Internetverbindung hast, wirst du nervös und fühlst dich von der Welt abgeschnitten.
  • Du veröffentlichst ständig, was du gerade machst, was du denkst und was in jedem Augenblick los ist.
  • Du kontrollierst dauernd, wie viele „gefällt mir“ deine Kommentare erhalten haben, was deine Notwendigkeit, Erlebnisse zu teilen, vergrößert.
  • Du glaubst manchmal, die Melodie einer eingehenden Nachricht zu hören, doch das ist nur Einbildung.
  • Wenn du mit Freunden zusammen bist, hast du das Handy trotzdem ständig zur Hand. Manchmal kannst du dem Gespräch nicht mehr folgen, da du mit deinem Smartphone beschäftigt bist.

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Wir sind mit vielen vernetzt, doch trotzdem einsam

Freunde und Mann mit Nomophobie

Vielleicht leidest du deshalb an Nomophobie, weil du von der Vernetzung, welche neue Technologien möglich machen, abhängst.

Es ist jetzt ganz egal, ob die Familie am anderen Ende der Welt ist, denn durch das Smartphone ist sie trotzdem ganz nahe. Eine schnelle Nachricht, ein Anruf oder ein Videocall können alle Distanzen schnell überwinden. Es gibt keine Grenzen mehr!

Doch obwohl wir mit vielen vernetzt sind, fühlen wir uns oft einsamer als je.

Es ist nicht mehr notwendig, auf die Straße zu gehen, um einen Lebenspartner zu finden, auch Einkäufe kann man bequem von zu Hause aus tätigen. Viele arbeiten auch zu Hause und ersparen sich den Weg zur Arbeit.

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Doch erlebt man über elektronische Geräte das wirkliche Leben? Kann das Smartphone ein direktes Gespräch ersetzen, bei dem man sich in die Augen schaut?

Wir leben ein unwirkliches Leben

Mann mit Nomophobie

Menschen mit Nomophobie veröffentlichen alle Details über ihr Leben in sozialen Netzwerken und sind ständig von den Veröffentlichungen und Kommentaren anderer abhängig.

Doch was sie sehen, muss nicht unbedingt die Wirklichkeit sein.

  • Viele Ehepaare, die glückliche Fotos veröffentlichen, durchlaufen gerade eine tiefgründige Krise. 
  • Jener Freund, der ständig positive Sprüche veröffentlicht, leidet vielleicht an einer schweren Depression.

Alles was man in sozialen Netzen sieht ist das, was die anderen von sich zeigen möchten. Doch was steckt in Wirklichkeit dahinter?

Wenn jemand an Nomophobie leidet, vergleicht er sein Leben ständig mit dem anderer Menschen und fühlt sich schlecht, wenn er sieht, dass andere sich mit Bungee-Jumping vergnügen oder gerade einen Aufenthalt in New York genießen, während er selbst nur zu Hause auf dem Sofa sitzt und alles mit dem Handy verfolgt.

Betroffene können es nicht vermeiden, ständig die Nachrichten in ihren sozialen Netzen zu überprüfen. Sie sind vom Smartphone abhängig und können es nicht lassen.

Auch wenn sie nicht die Wirklichkeit sehen, auch wenn die Photos möglicherweise mit Photoshop gefälscht, im Internet gesucht oder bereits vor Jahren aufgenommen wurden: Menschen mit Nomophobie werden sich darüber nicht bewusst.

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Eine Person mit Nomophobie leidet stark. Wenn sie nicht fähig ist, ihre Sucht nach dem Smartphone zu kontrollieen, kann dies zu Angst- und Stressepisoden führen, die auch eine starke Depression verursachen können.

Du benötigst dein Handy nicht ständig, lasse dich nicht von einem Gerät kontrollieren, übernimm selbst die Kontrolle deines Lebens! Das Leben spielt sich nicht in einem Gerät ab, sondern im direkten Kontakt mit deinen Mitmenschen.