Die wesentlichen durch Mücken übertragenen Krankheiten

Durch Mücken übertragene Krankheiten sind in Ländern mit tropischem Klima sehr verbreitet. Aus diesem Grund werden wir dir die Symptome und die Behandlung all dieser Erkrankungen erklären, damit du sie erkennen kannst.
Die wesentlichen durch Mücken übertragenen Krankheiten

Letzte Aktualisierung: 20. Dezember 2020

Viele bakterielle, virale und parasitäre Infektionen werden durch Insekten übertragen. Einer der am meisten verbreiteten Überträger auf der ganzen Welt sind Stechmücken. In diesem Artikel informieren wir dich über die wichtigsten durch Mücken übertragenen Krankheiten und welche Behandlungsmöglichkeiten es dafür gibt.

Durch Insekten übertragene Krankheiten sind heutzutage in vielen Ländern ein ernstes Problem für die öffentliche Gesundheit. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) verursachen sie jedes Jahr den Tod von 700.000 Menschen weltweit. Trotz der Bemühungen, sie zu kontrollieren, erschweren verschiedene Umwelt- und soziale Faktoren diese Aufgabe.

Stechmücken als Vektoren

Alle Insekten, die in der Lage sind, Krankheiten zu übertragen, bezeichnet man als Vektoren. So fallen bestimmte Gliederfüßer wie Stechmücken, Fliegen, Triatominae (eine Raubwanzenart) und Zecken auf. Sie alle tragen die Mikroorganismen, die eine Infektion verursachen, von einem Wirt zum anderen.

Die Übertragung von Krankheitserregern kann sowohl biologisch als auch mechanisch erfolgen, das heißt sie kann mit der Blutaufnahme des Insekts zusammenhängen oder nicht. Wenn es sich also um einen biologischen Erreger handelt, ist das Insekt für den Virus, Parasiten oder das Bakterium notwendig, um seinen Lebenszyklus zu vollenden.

Von allen existierenden Vektoren sind Stechmücken die bekanntesten. Dies liegt möglicherweise an der großen Anzahl von Krankheiten, die sie übertragen können. Alle werden biologisch übertragen, was bedeutet, dass die Mücke Blut eines Erkrankten aufnehmen muss, um zum Vektor zu werden.

Es gibt drei verschiedene Gattungen von Stechmücken. Sie alle haben unterschiedliche Eigenschaften und sind in der Lage, bestimmte Krankheiten zu übertragen. Die drei bekannten Gattungen sind Anopheles, Aedes und Culex.

Frau Mückenschutzmittel
Die Verwendung von Mückenschutzmittel ist eine geeignete vorbeugende Maßnahme gegen die Vektoren.

Malaria: eine durch Mücken übertragene Krankheit

Eine der Hauptkrankheiten, die durch Mücken übertragenen wird, ist Malaria. Dieses Wort bezieht sich auf schlechte Luft, da man glaubte, dass die Krankheitsübertragung durch die Luft geschieht.

Diese Infektion wird durch Parasiten der Gattung Plasmodium verursacht, wobei die Art des Parasiten von der Region abhängt. Die Übertragung findet durch Mücken der Gattung Anopheles statt. Daher ist die Krankheit in Ländern mit tropischem Klima sehr häufig zu beobachten.

Der Lebenszyklus dieser Parasiten ist komplex. Die Hauptkomplikation ist Blutarmut, da sie die roten Blutkörperchen des Wirts infizieren, sich in ihnen vermehren und sie nach 48 bis 72 Stunden zerstören.

Symptome

Die klinischen Manifestationen treten zwischen 10 und 15 Tagen nach dem Mückenstich auf. Das Hauptsymptom bei Menschen mit Malaria ist Fieber über 38°C. Es ist nicht konstant, sondern wird von Perioden mit normaler Temperatur unterbrochen.

Darüber hinaus können in schweren Fällen Gelbsucht (Gelbfärbung der Haut und Schleimhäute), Schüttelfrost und Schweißausbrüche, Muskelschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, allgemeine Schwäche und Krämpfe auftreten.

Behandlung

Die Behandlung der Infektion hängt von der Spezies ab, die sie verursacht. In Anbetracht der Tatsache, dass die häufigsten Erreger P. vivax und P. falciparum sind, basiert die Behandlung auf der Verwendung von Chloroquin in Kombination mit Primaquin.

Bei Verdacht auf Chloroquin-Resistenz kann man es mit bestimmten Artemisinin-Derivaten, mit Antibiotika (Doxycyclin oder Clindamycin) oder mit Mefloquin und Artesunat kombinieren. Außerdem kann in vielen Fällen eine intravenöse Flüssigkeitszufuhr erforderlich sein.

Denguefieber ist ein weiteres Beispiel für Erkrankungen, die durch Mücken übertragen werden

Eine weitere der häufigsten durch Mücken übertragenen Krankheiten ist das Denguefieber. Diese Infektion wird durch das Dengue-Virus verursacht, das zur Familie der Flaviviridae gehört. Es gibt 4 verschiedene Serotypen, die DEN-1, DEN-2, DEN-3 und DEN-4 heißen.

Mücken der Gattung Aedes, meist von der Art Aedes aegypti, übertragen dieses Virus. Es handelt sich um eine Krankheit, die für tropische und subtropische Länder charakteristisch ist. Laut Studien der WHO sind jedoch weltweit Fälle aufgetreten und es gehen bei den Gesundheitsämtern jährlich bis zu 390 Millionen Meldungen dieser Infektion ein.

Symptome

Die Inkubationszeit des Virus im menschlichen Körper kann von 4 bis 10 Tagen nach dem Stich variieren. Das Hauptsymptom ist Fieber von mehr als 40 °C, das kontinuierlich und ohne ein bestimmtes Zeitmuster auftritt. Gelegentlich kommt es auch zu Körperausschlag und einer Entzündung der Lymphknoten.

Aber damit ist es meist nicht getan. Zusätzlich weisen viele Patienten die folgenden Symptome auf:

  • Muskel-, Knochen- und Gelenkschmerzen
  • Allgemeines Schwächegefühl
  • Schmerzen hinter den Augen
  • Übelkeit und Erbrechen

Behandlung

Derzeit gibt es keine spezifische Behandlung für Dengue, so dass lediglich eine Behandlung der Symptome erfolgt. Als Hauptmedikation setzen Ärzte neben einer ausreichenden Flüssigkeitszufuhr Paracetamol oder Paracetophen zur Fiebersenkung ein.

Die Symptome und die Infektion selbst klingen normalerweise innerhalb von 2-7 Tagen ab. Sollten jedoch Komplikationen auftreten, ist eine ständige ärztliche Aufsicht des Patienten notwendig.

Gelbfieber: eine weitere durch Mücken übertragene Erkrankung

Dies ist eine der gefährlichsten und tödlichsten durch Mücken übertragenen Krankheiten, die es gibt. Sie ist in Südamerika und Subsahara-Afrika recht häufig. Das zur Familie der Flaviviridae gehörende Gelbfiebervirus verursacht diese Erkrankung.

Gelbfieber wird hauptsächlich durch Mücken der Gattung Aedes, genauer gesagt durch die Art Aedes aegypti, übertragen. Die zur Gattung Haemogogus gehörenden Arten sind ebenfalls in der Lage, diesen Virus zu übertragen.

Diese Infektion ist nach der Gelbsucht benannt, die einige Patienten haben, bei denen sich die Haut gelb verfärbt. 15 Prozent der Infizierten entwickeln schwerwiegende Komplikationen und im Durchschnitt stirbt die Hälfte von ihnen innerhalb von 7 bis 10 Tagen.

Symptome

Die Symptome der Krankheit können zwischen 3 und 6 Tagen nach dem Mückenstich auftreten. Ihren Verlauf sollte man am besten in zwei Phasen unterteilen: eine akute und eine toxische. Die Symptomatik der beiden Phasen unterscheidet sich stark.

  • Akute Phase: Dies ist die Anfangsphase der Krankheit. Bei den Patienten treten Fieber, Muskelschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Appetitlosigkeit auf. Die Anzeichen verschwinden jedoch innerhalb von 3 bis 4 Tagen.
  • Toxische Phase: Ein kleiner Teil der Patienten kann in die toxische Phase eintreten, nachdem die Symptome der akuten Phase abgeklungen sind. Zu diesem Zeitpunkt kommt es zu einer systemischen Beteiligung, die zu Leberversagen, Niereninsuffizienz und Herzschäden führt.

Behandlung

Leider existiert keine spezifische antivirale Behandlung für Gelbfieber. Eine sofortige medizinische Versorgung reduziert jedoch das Risiko von Komplikationen. Daher ist es notwendig, alle Symptome frühzeitig zu bekämpfen, das heißt das Fieber zu senken und für eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme zu sorgen.

Zur Vorbeugung ist eine Impfung möglich. Eine einzige Dosis des Impfstoffs reicht aus, um lebenslange Immunität und Schutz zu entwickeln.

Zika wird ebenfalls durch Mücken übertragen

Zika Übertragung durch Mücken
Das Zika-Virus ist in der letzter Zeit wieder ausgebrochen, was seine Bedeutung in der heutigen Epidemiologie unterstreicht.

Zika ist eine virale Infektion, die Forscher in den 1940er Jahren entdeckt haben. Sie wird durch ein Flavivirus verursacht und durch Mücken der Gattung Aedes übertragen. Die Krankheit ist in Ländern mit tropischem Klima in Lateinamerika, Afrika und Asien verbreitet.

Derzeit wurden Ausbrüche dieser Krankheit in mehr als 83 Ländern auf der ganzen Welt gemeldet. Obwohl dieses Virus in der Regel nicht tödlich ist, kann es bei schwangeren Frauen zu Fehlgeburten und schweren Geburtsfehlern wie Mikrozephalie, Gelenk- und Augenschäden, Hirnschäden und eingeschränkter Körperbewegung führen.

Symptome

Diese Erkrankung weist eine sehr milde Symptomatik auf. In der Tat sind die meisten Patienten asymptomatisch. In den Fällen, in denen die klinische Präsentation offensichtlich ist, treten die Symptome normalerweise zwischen 3 und 14 Tagen nach dem Mückenstich mit leichtem Fieber, Hautausschlag, Gelenk- und Muskelschmerzen, allgemeiner Schwäche und geröteten Augen auf.

Andererseits gibt es auch wenige Berichte von Fällen, in denen Experten das Zika-Virus mit einer peripheren Nervenschädigung und dem Auftreten des Guillain-Barré-Syndroms in Verbindung gebracht haben.

Behandlung

Da die Symptome nicht schwerwiegend sind, ist keine spezielle Behandlung erforderlich. Es reicht aus, das Fieber zu senken und die Muskelschmerzen zu lindern. Darüber hinaus verschwinden die Symptome nach einer Woche spontan.

Chikungunya zählt auch zu den durch Mücken übertragenen Krankheiten

Das Chikungunya-Virus verursacht die gleichnamige Infektion. Gewöhnlich sind Aedes aegypti-Mücken für die Übertragung verantwortlich, allerdings können auch andere Arten der gleichen Gattung das Virus übertragen.

Das Wort Chikungunya stammt aus Afrika und seine wörtliche Übersetzung lautet „der gekrümmt Gehende“. Dies ist auf die starken Muskelschmerzen zurückzuführen, die es verursacht.

Vor 2013 gab es nur in Asien, Afrika, Europa und auf Inseln im Indischen Ozean Fälle dieser Erkrankung. Bis zum Ende desselben Jahres wurden jedoch mehrere Ausbrüche in lateinamerikanischen und karibischen Ländern gemeldet.

Symptome

Die Symptome von Chikungunya unterscheiden sich in der Regel nicht wesentlich von denen, die andere durch Mücken übertragene Krankheiten hervorrufen. In diesem Sinne können Patienten zwischen 3 und 7 Tagen nach dem Stich einer infizierten Mücke die folgenden Symptome aufweisen:

  • Hohes Fieber: über 39 °C
  • Schmerzen: starke Muskel- und Gelenkschmerzen mit Kopfschmerzen
  • Entzündungen: in den Gelenken und Lymphknoten
  • Hautausschlag

Behandlung

Genau wie bei Zika gibt es auch für diese Krankheit keine bestimmte Behandlung, und die Symptome klingen normalerweise innerhalb einer Woche ab. Ärzte empfehlen jedoch, viel Flüssigkeit zu sich zu nehmen, sich auszuruhen und das Fieber mit verschiedenen fiebersenkenden Mitteln wie zum Beispiel Paracetamol zu senken.

Schädlingsbekämpfung durch Begasung
Die Begasung mit Schädlingsbekämpfungsmitteln von Wohn- und Arbeitsraum ist in Gebieten mit hoher Verbreitung dieser Krankheiten dringend notwendig.

Wie kann man durch Mücken übertragenen Krankheiten vorbeugen?

Wenn du dich in Ländern mit tropischem Klima aufhältst, in denen diese Krankheiten endemisch sind, ist es am besten, ständig Mückenschutzmittel zu benutzen. Außerdem verhindert die Verwendung von Moskitonetzen in der Nacht, dass du gestochen wirst, während du schläfst. Im speziellen Fall von Gelbfieber musst du über den entsprechenden Impfschutz verfügen.

Der beste Weg, diese Art der Infektion zu verhindern, ist letztendlich die Ausrottung des Lebensraums des Vektors. Dazu ist es notwendig, zu Hause kein Wasser stehen zu lassen, da es sonst den Mücken als Fortpflanzungsgrundlage dienen kann. Ein weiterer nützlicher Tipp ist es, die Wohn- und Arbeitsumgebung oft mit Schädlingsbekämpfungsmittel zu begasen. Es könnte dich interessieren ...

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