Vorsicht, Zecken! Informationen zu Borreliose und mit dieser Erkrankung verbundenen Risiken

Im Gegensatz zu anderen durch Zecken übertragbaren Erkrankungen ist die Borreliose im gesamten deutschsprachigen Raum verbreitet, weshalb es wichtig ist, mit entsprechender Symptomatik einen Arzt aufzusuchen

Gerade im Sommer zieht es uns nach draußen, ins Grüne, um uns an der frischen Luft zu bewegen. Ganz gleich, ob es sich um einen Spaziergang über Land handelt, um ein paar Tage, die wir mit dem Zelt unterwegs sind, oder eine Grillparty im Park. Wir genießen die Zeit mit Familie und Freunden.

Solche Aktivitäten machen Spaß, helfen, Stress zu reduzieren, und ermöglichen es, Zeit mit den Lieben zu verbringen. Aber sie bringen auch Gefahren mit sich, der ein oder andere wird vielleicht von einer Zecke gebissen und kann in Folge dessen an Borreliose erkranken.

Aus dem Gesundheitswesen vernimmt man seit langer Zeit entsprechende Warnungen. Ein Zeckenschutz ist notwendig, um das Risiko, sich mit Borrelien zu infizieren, zu senken und die eigene Gesundheit zu schützen.

Es wird auch empfohlen, sich über die aktuelle Zeckengefahr zu informieren. Das beste Mittel gegen Borreliose ist eine gründliche Prophylaxe.

Was ist Borreliose?

Bei der Borreliose, die auch unter den Namen Lyme-Borreliose oder Lyme-Erkrankung bekannt ist, handelt es sich um eine Infektionskrankheit, die durch Bakterien ausgelöst wird. Diese Borrelien gehören zur Gruppe der Spirochäten und ihr für uns gefährlichstes Reservoir ist die gemeine Zecke, in der Fachsprache Ixodes ricinus, in der Bevölkerung schlicht Holzbock genannt. Zecken gibt es im gesamten deutschsprachigen Raum.

Vor dem Hintergrund, dass Zecken Borreliose übertragen können, werden sie zu echten Gefahren für die Gesundheit von Mensch und Tier. Während die Zecke Blut saugt, gelangen die Borrelien in die Blutbahn des Wirts und verteilen sich im ganzen Körper. Sie lösen unterschiedliche Symptome aus, die die Lebensqualität des Betroffenen beeinträchtigen.

In Deutschland werden jährlich besonders viele Borreliosefälle je 1.000 Einwohner in Brandenburg, Sachsen und Bayern gemeldet. Kein Bundesland ist frei von Borreliose. Wer die Heimat verlässt, um in den Urlaub zu fahren, sollte sich über die dortigen Bedingungen informieren. Auch in anderen Ländern gibt es Zecken, Borreliose und zum Teil noch ernsthaftere Erkrankungen, die von den kleinen Spinnentieren übertragen werden. Zecken- und Insektenschutzmittel gehören daher in die Reisetasche.

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Symptome

Flohbisse

Zu den ersten Symptomen der Borreliose gehört eine Hautrötung, die sich Tage bis wenige Wochen nach dem Zeckenbiss um die betroffene Stelle zeigen kann. Dieses Symptom wird auch als Wanderröte bezeichnet, dehnt sich die Röte doch immer weiter aus.

Weitere häufige Symptome, die im Fall einer Infektion mit Borrelien auftreten können, sind:

  • Fieber
  • Schüttelfrost
  • Kopfschmerzen
  • Muskelschmerzen
  • Gelenkschmerzen
  • Müdigkeit

Obwohl dies nur selten der Fall ist, sei auch davor gewarnt, dass bei Borreliose auch das Herz oder das zentrale Nervensystem erkranken können, was entsprechend schwere Folgen für den Patienten haben kann.

Bei diesen Patienten zeigen sich weitere Symptome wie eine veränderte Herzfrequenz, Entzündung des Herzmuskels oder des Gehirns und Lähmungserscheinungen. Wenn nicht bereits geschehen, müssen diese Symptome von einem Arzt abgeklärt werden.

Was passiert, wenn der Erreger im Körper streut?

Insbesondere wenn die Symptome der frühen Phase einer Borreliose ignoriert und nicht adäquat behandelt werden, verteilen sich die Bakterien im Körper und schaden weiteren Organen. Bei Nichtbehandlung verschlimmern sich die Symptome.

Gelenkschmerzen

In diesem Stadium der Erkrankung verursachen die Borrelien Arthritiden, schmerzhafte Entzündungen der Gelenke. Typischerweise ist ein Kniegelenk betroffen, aber es gibt auch Fälle in denen der Patient an mehr als einer Arthritis leidet.

In einigen Fällen gibt es nach mitunter jahrelangen Pausen Rückfälle. Folgende Symptome zeigen sich im Spätstadium der Borreliose:

  • erneute Arthritiden
  • Hautprobleme
  • Muskelschwäche
  • Störungen der Sinnesorgane einschließlich des Gleichgewichts
  • Gedächtnis- und Konzentrationsprobleme
  • Stimmungsschwankungen

Wer kann an Borreliose erkranken?

Besonders gefährdet sind Menschen, die viel Zeit an der frischen Luft verbringen, auf Feld, Wiese und im Wald und dort, wo Tiere gehalten werden. Das sind genau die Personen, die ein erhöhtes Risiko aufweisen, von einer Zecke gebissen zu werden.

Zecken sitzen gern im hohen Gras, in den unteren Bereichen von Büschen und Sträuchern. Wir nehmen sie mit, wenn wir an ihnen vorbeigehen.

Zecke

Je nach Art der Kleidung, sind die Zecken auch in der Lage, diese zu durchdringen. Häufiger finden sie jedoch Zugang zur Haut, in dem sie in Hosenbeine oder Bund von Hose und Shirt krabbeln. Der Zeckenbiss selbst ist nicht schmerzhaft, juckt nicht und erregt auch sonst kaum unsere Aufmerksamkeit. Deshalb bleibt er in der Regel unbemerkt.

Nicht alle Zecken tragen Krankheitserreger in sich, aber das Risiko besteht für jedes einzelne Exemplar. Ein geeigneter Zeckenschutz ist daher unverzichtbar und kann im eigenen Garten ebenso von Nöten sein wie außerhalb. Das gilt für Mensch und Tier.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Wenn Borreliose diagnostiziert wird, leitet der Arzt eine Behandlung mit Antibiotika ein. Da es schwierig ist, die Borrelien dort zu erreichen, wo sie im Körper sitzen, wird die Behandlung über mehrere Wochen fortgesetzt.

Je nach Fortschritt der Erkrankung klingen die Symptome innerhalb kurzer Zeit ab (bei Diagnose im Frühstadium) oder erst mit einiger Verzögerung (nach Besiedlung verschiedener Organe).

In sehr schweren Fällen wird unter Umständen ein Krankenhausaufenthalt notwendig, bei dem die Medikamente intravenös verabreicht werden.

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