Zika-Virus und was du wirklich darüber wissen solltest

· 21 März, 2016
Die am stärksten gefährdete Risikogruppe sind schwangere Frauen, denn das Zika-Virus kann zu Fehlbildungen beim Fötus führen, z.B. zu Mikrozephalie. In einer vorgeburtlichen Untersuchung können derartige Fehlbildungen erkannt werden

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat vor dem gefährlichen Zika-Virus gewarnt, einem Krankheitserreger, der von Stechmücken der Gattung Aedes übertragen wird und in vielen Ländern des amerikanischen Kontinents vorkommt.

Die Gesundheitsbehörden geben an, dass dieses Virus besonders gefährlich ist, das bis heute keine effektiven Therapien zur Verfügung stehen. Die beste Therapie ist heute eine effektive Prophylaxe, die sich mit wenig Aufwand umsetzen lässt, wenn man die Kenntnisse zur Übertragung des Zika-Virus berücksichtigt. Im Wesentlichen besteht die Prophylaxe in einem zuverlässigen Mückenschutz.

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Ärzten zufolge sind die häufigsten Symptome, die mit einer entsprechenden Infektion einhergehen, Hautausschlag und Fieber. Nur immunsupprimierte Menschen sind stärker gefährdet. Zu jenen Personen mit schwachen Abwehrkräften gehören kranke und alte Menschen, Schwangere und vor allem deren Kinder. Das Zika-Virus kann bei Ungeborenen zu schweren Missbildungen führen.

Was ist das Zika-Virus?

Das Zika-Virus ähnelt den Erregern von Denguefieber und Gelbfieber. Es stammt wohl ursprünglich aus einer Region in Uganda, die den Namen Zika trägt. Der Virus wurde zunächst bei Affen entdeckt und hier auch erstmalig benannt und erforscht. Das war im Jahr 1947. Spätestens im Jahr 2007 hat das Virus die Speziesbarriere durchbrochen und hat auch Menschen infiziert, in jenem Jahr etwa 8000 Personen in Mikronesien, Ozeanien.

Verglichen mit vielen anderen Viruserkrankungen verursachte das Zika-Virus recht milde Symptome, hauptsächlich Hautausschlag, Gelenkschmerzen und allgemeine Müdigkeit. Im Jahr 2015 machte das Virus dann in Amerika Schlagzeilen, wo es für Missbildungen bei Neugeborenen verantwortlich gemacht wurde, besonders für Mikrozephalie.

Das Zika-Virus von heute ist anders

Im Pasteur-Institut von Guayana wird an diesem Pathogen geforscht, das sich bereits über weite Teile des amerikanischen Kontinents ausgebreitet hat.

Jährlich infizieren sich Millionen Menschen mit dem Virus, aber zu Todesfällen kommt es nur sehr selten. Eine Infektion mit dem Virus kann für stark geschwächte Menschen oder jene Patienten, die an schweren Atemwegs- oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen leiden, sehr gefährlich werden. Das gilt jedoch auch für eine Vielzahl anderer Krankheitserreger.

Das Erschreckende am Zika-Virus ist, dass es die Entwicklung von Föten beeinträchtigt und Missbildungen am Kopf hervorruft.

Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) gibt an, dass im Zeitraum von 2010 bis 2014 in Brasilien 150 bis 200 Fälle von Mikrozephalie registriert wurden. Im Jahr 2015 stieg diese Zahl auf nahezu 4000 an.

Der Virusstamm, der diese Probleme bereitet, gehört dem asiatischen Genotyp an. Er hat nur noch wenig gemein mit dem Virus, der vor Jahrzehnten in Afrika isoliert wurde. Die phylogenetische Abstammung des Virus, der für Aufregung in Mittel- und Südamerika sorgt, ist den Wissenschaftlern also bekannt. Wir hoffen, dass bald ein Impfstoff entwickelt werden kann.

Wie das Zika-Virus übertragen wird

Fieber wegen Zika-Virus

Das Virus wird von Mücken der Gattung Aedes übertragen, besonders von der Art Aedes aegypti.

Wer in Epidemiegebiete reist, sollte jedoch Vorsorgemaßnahmen treffen, die über ein klassisches Mückenspray und das Vermeiden von Gewässernähe hinausgehen.

Des Weiteren muss im Rahmen einer umfassenden Prophylaxe berücksichtigt werden, dass auch eine sexuelle Übertragung möglich ist, denn das Virus ist für lange Zeit im Sperma nachweisbar, und eine Übertragung über das Blut, von der Mutter auf das ungeborene Kind. Es sei an dieser Stelle erwähnt, dass das Zika-Virus nicht über die Muttermilch übertragen wird.

Symptome einer Infektion mit dem Zika-Virus

Die Inkubationszeit beträgt zwei bis sieben Tage. Das heißt, es kann bis zu eine Woche dauern, bis nach einem Mückenstich erste Symptome auftreten. Es ist wichtig zu wissen, dass nur etwa jede vierte Person, die von einer Mücke gestochen wird, die das Virus trägt, überhaupt Symptome einer Zikainfektion zeigt.

Es kommt zunächst zu Juckreiz und Hautausschlag. Zusätzlich kann es zu plötzlicher Konjunktivitis, starkem Muskelschmerz und allgemeiner Abgeschlagenheit kommen. Symptome, die auf eine neurologische oder autoimmune Problematik hinweisen, sind eher selten, wurden in Brasilien in jüngster Zeit jedoch vermehrt beobachtet.

Das Zika-Virus bei schwangeren Frauen

schwangere Frau mit Zika-Virus

Wie du bereits erahnen kannst, basiert der von der WHO proklamierte Alarm vor dem Zika-Virus auf der erhöhten Zahl missgebildeter Neugeborener in Brasilien.

Tatsächlich bilden (potentiell) Schwangere die empfindlichste Risikogruppe für das Zika-Virus, besonders wenn Sie in betroffene Länder reisen. Dazu zählen unter anderem die Länder Mexiko, Guatemala, El Salvador, Honduras, Panama, Kolumbien, Ecuador, Bolivien, Venezuela, Guayana, Suriname, Französische Guayana, Brasilien, Paraguay und Inseln wie Haiti, Puerto Rico, Martinique, Barbados und San Martin.

Die meisten Fälle werden aus Brasilien gemeldet. Zudem werden hier Dutzende bisher ungeklärter Todesfälle von Neugeborenen auf eine Beteiligung des Zika-Virus untersucht. Auch aus den Vereinigten Staaten wurde bereits ein totes Baby gemeldet.

Ich bin schwanger, was sollte ich tun?

Wer keine absolute Veranlassung hat, sich in den betroffenen Gebieten aufzuhalten, sollte diese Gegenden während der Schwangerschaft nicht bereisen. Die Welt ist groß und die Schwangerschaft dauert nicht das ganze Leben.

Nun gibt es aber Millionen Frauen, die in jenen Ländern leben und die nicht die Wahl haben, sie während der Schwangerschaft zu verlassen. Was kann diesen Frauen empfohlen werden?

Ärzte geben folgende Empfehlungen:

  • Der gesamte Körper ist mit Kleidung zu bedecken, um Mückenstiche zu vermeiden. Ein Moskitonetz über dem Bett schützt in der Nacht.
  • Adäquater Mückenschutz ist einzusetzen.
  • Vermeide Gewässer. Vermeide auch in Wohnung oder Haus Gefäße Feuchtigkeit und jegliche Art stehenden Wassers, in dem sich Mücken entwickeln können.
  • Die WHO empfiehlt schwangeren Frauen oder jenen, die es werden möchten, die örtlichen Vorsorgemaßnahmen wahrzunehmen und Informationsveranstaltungen zu besuchen.

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Wie der Virus zu Fehlbildungen bei Feten führt

Mikrozephalie durch Zika-Virus verursacht

Wie wir bereits erwähnt haben, ist Brasilien das Land mit der höchsten Inzidenz der schwerwiegenden Fehlbildung der Mikrozephalie. Deshalb werden in diesem Land auch besonders zahlreiche Forschungsprojekte realisiert. Man versucht herauszufinden, wie sich die Epidemie begrenzen lässt und wie Erkrankungen behandelt werden können.

Das Risiko für Mikrozephalie und andere schwere Fehlbildungen wird als besonders hoch eingeschätzt, wenn die Infektion mit dem Zika-Virus während des ersten Drittels der Schwangerschaft erfolgt.

Dennoch bleibt die Mikrozephalie eine seltene Folge der Virusinfektion. Grundsätzlich kann eine Mikrozephalie auch andere Ursachen haben, zum Beispiel genetische Defekte oder die Exposition gegenüber anderen Pathogenen oder Giften während der Schwangerschaft.

Kinder, die mit einer Mikrozephalie zur Welt kommen, weisen einen stark verringerten Schädelumfang auf. Ihre Entwicklung ist dadurch eingeschränkt. Es kann zu Krämpfen, Problemen bei der Nahrungsaufnahme und sogar zum Tod binnen weniger Tage kommen.

Es gibt momentan keine Therapie gegen Mikrozephalie.

Ich bin schwanger – woher weiß ich, ob mein Kind mikrozephalisch ist?

Ein pränataler Ultraschall macht es möglich, eine Mikrozephalie vor der Geburt zu erkennen. Eine sichere Diagnose ist jedoch erst bei weit fortgeschrittener Schwangerschaft möglich.

In der Mehrzahl der Fälle erfolgt die Diagnose erst bei Geburt. Mikrozephalie tritt in verschiedenen Schweregraden auf und es gibt Kinder, die mit entsprechender Hilfe ein lebenswertes Leben führen können. Mikrozephalie führt jedoch in nahezu allen Fällen zu geistiger Behinderung.

Schlussfolgerungen

Arzt untersucht Zika-Virus

Bis heute sind vor allem Länder Mittel- und Südamerikas vom Zika-Virus betroffen, aber auch außerhalb des amerikanischen Kontinents wurden bereits Fälle registriert. Wer sich in Risikogebieten aufhält, sollte Schwangerschaften möglichst verzögern und sich vor allem vor Mückenstichen schützen.

Schwangere Frauen sollten ärztlichen Rat suchen und befolgen. Zwar hoffen wir auf einen baldigen Impfstoff, allerdings kann dessen Entwicklung noch einige Zeit dauern. Bis dahin ist Prophylaxe die beste Therapie.