Wissenswertes über Medikamente zum Abnehmen

18 November, 2020
Medikamente zum Abnehmen sind keine Lösung für Adipositas, doch sie unterstützen positive Lebensveränderungen, die es Patienten ermöglichen, nicht noch mehr zuzunehmen. Doch keines dieser Medikamente hat sich als wirksamer als die Kombination der richtigen Ernährung mit ausreichend Bewegung erwiesen.

Rund um das Thema Medikamente zum Abnehmen gibt es viele Mythen, oft große Verwirrung und falsche Informationen. Leider sind in Reformhäusern zum Teil vielversprechende Mittel zu finden, die beim Abnehmen helfen sollen, doch meist ist deren Wirksamkeit nicht erprobt und manche davon können sogar schädlich auf die Gesundheit wirken.

Medikamente zum Abnehmen sind Medikamente! Sie sollten deshalb von einem Facharzt verschrieben werden, der die übergewichtige Person präzise untersuchen kann, um anschließend die richtige Therapie zu wählen und falls nötig ein enstprechendes Medikament zu verschreiben.

Außerdem ist zu erwähnen, dass Abnehmmedikamente keine magische Lösung darstellen. Die Gewichtsreduktion ist ein komplexer Prozess, der immer Anstrengungen unterschiedlicher Art erfordert. Auch wenn bestimmte Arzneimittel helfen können, sind diese kaum wirksam, wenn nicht gleichzeitig die Ernährung umgestellt und ausreichend Bewegung ausgeführt wird.

Medikamente zum Abnehmen 

Medikamente zum Abnehmen 
Die ärztliche Untersuchung ist grundlegend, um eine gesunde Gewichtsreduktion zu erreichen, insbesondere dann, wenn dafür Medikamente zur Anwendung kommen.

Abnehmmedikamente werden nie aus ästhetischen Gründen verschrieben. Außerdem ist wichtig zu wissen, dass diese Medikamente sich nicht als effizienter als ein systematisches Ernährungsprogramm in Kombination mit Bewegung erwiesen haben. 

Diese Medikamente wirken auf das Zentralnervensystem und hemmen komplexe Schaltkreise des Hypothalamus. So können sie Hunger- und Sättigungsgefühle kontrollieren. Das heißt also, dass sie dazu beitragen, dass Patienten weniger Hunger haben.

Andere Arzneimittel regen den Stoffwechsel an und wirken diuretisch oder abführend. Außerdem sind im Handel auch sogenannte “Fettverbrenner” zu finden, die im Supermarkt oder in der Drogerie erhältlich sind. Allerdings liegt diesen Medikamenten keine wissenschaftliche Evidenz über ihre Wirksamkeit zugrunde.

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Profil der Patienten, bei denen Medikamente zum Abnehmen in Frage kommen

Abnehmmedikamente sind nicht für jeden geeignet. So müssen zum Beispiel schwangere und stillende Frauen darauf verzichten. Auch für Minderjährige sind diese Arzneimittel nicht geeignet, insbesondere nicht ohne ärztliche Verschreibung.

Medikamente zum Abnehmen kommen in der Regel bei Patienten zum Einsatz, die folgende Kriterien erfüllen:

  • Diagnostizierte Adipositas (Fettleibigkeit): Der Arzt stellt die Diagnose Adipositas, da die betroffene Person ihr Normalgewicht um über 20 Prozent überschreitet. Dies ist normalerweise der Fall, wenn der Körpermassenindex (BMI) 30 oder mehr beträgt.
  • Der BMI ist geringer, doch es liegt eine weitere Krankheit vor: Wenn der BMI zwischen 27 und 30 beträgt und zusätzlich Diabetes, Schlafapnoe oder arterieller Bluthochdruck vorliegt, ist die Verabreichung von Medikamenten indiziert.

Wichtig zu erwähnen ist, dass Arzneimittel auf keinen Fall als Erstbehandlung zum Einsatz kommen. Die Verabreichung kann allerdings dann erfolgen, wenn die betroffene Person bereits über einen Zeitraum von drei bis sechs Monaten entsprechend Diät hielt und sich in dieser Zeit auch ausreichend bewegte, jedoch nicht mehr als 5 Prozent ihres Körpergewichts abnehmen konnte.

Außerdem muss die betroffene Person sehr motiviert und engagiert sein, um tatsächlich das Abnehmziel erreichen zu können.

Nebenwirkungen von Abnehmmedikamenten 

Medikamente zum Abnehmen können Nebenwirkungen haben
Medikamente zum Abnehmen können unangenehme Nebenwirkungen auslösen, so wie dies auch bei anderen Arzneimitteln der Fall ist.

Wie alle Arzneimittel können auch Medikamente zum Abnehmen unangenehme Nebenwirkungen verursachen, die sich bei jeder Person unterschiedlich auswirken Häufig kommt es zu leichten Beschwerden durch Durchfall, Verstopfung und/oder Übelkeit, die mit der Zeit verschwinden. 

Manche Medikamente (wie Phentermin, Benzphetamin, Diethylpropion und Phendimetrazin) können außerdem Schlafstörungen, Nervosität und Unruhe zur Folge haben. Auch Kopfschmerzen und Bluthochdruck können dadurch entstehen.

Nur in seltenen Fällen wurde über andere Nebenwirkungen berichtet, wie beispielsweise:

  • Gelbfärbung von Augen und/oder Haut
  • Dunkel gefärbter Urin
  • Blasser Stuhl
  • Juckreiz auf der Haut
  • Bauchschmerzen
  • Appetitverlust

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Vorsichtsmaßnahmen und andere Faktoren

Manche Medikamente zum Abnehmen werden in Drogerien verkauft und vielfach beworben, sind jedoch nicht sicher. Denn sie wurden nicht in wissenschaftlichen Studien getestet. Auch bei frei verkäuflichen Arzneimitteln ist dies der Fall.

Manche dieser Produkte, insbesondere jene, die Ephedra, Ephedrin oder Koffein enthalten, stehen mit bestimmten Krankheiten in Verbindung, zum Beispiel mit: Krämpfen, Herzinfarkt, Hirnschlag und plötzlichem Tod. Es ist also immer wichtig, einen Arzt zu konsultieren, bevor man sich für die Einnahme eines Medikaments entscheidet.

Verschriebene Abnehmmedikamente verlieren ihre Wirksamkeit, sobald man die Einnahme beendet. Deshalb ist es grundlegend, eine gesunde und ausgeglichene Ernährung langfristig durchzuhalten und den Lebensstil entsprechend zu ändern. Ansonsten ist die Gefahr für eine Gewichtszunahme nach dem Absetzen der Abnehmmedikamente sehr groß.

Verónica, Á. V. (2012). Tratamiento farmacológico de la obesidad. Revista Médica Clínica Las Condes, 23(2), 173-179.