Was ist ein Diuretikum und wozu dient es?

19 Januar, 2020
Ein Diuretikum ist ein harntreibendes Mittel. Diese Medikamente werden häufig zur Behandlung von Bluthochdruck oder bei einer Erkrankung der Nieren eingesetzt.

Ein Diuretikum ist ein Arzneimittel, das die Harnausscheidung fördert. Es trägt also dazu bei, Wasser und Elektrolyte über den Urin aus dem Körper zu entfernen. Viele Menschen nennen diese harntreibende Mittel auch „Wassertabletten“. Denn sie wirken derart auf die Nieren, dass diese vor allem mehr Natrium und mehr Wasser in den Urin abgeben.

Auf diese Weise reduziert ein Diuretikum die Menge an Flüssigkeit, die durch die Blutgefäße fließt. Dadurch wiederum verringert sich der Druck, der durch das Blut selbst auf die Gefäßwände ausgeübt wird.

Obwohl viele Menschen es nicht wissen: Ein Diuretikum muss nicht unbedingt ein Medikament sein. Denn es gibt zahlreiche Lebensmittel, die den gleichen Effekt auf natürliche Weise erzielen. Darüber hinaus sind sie auch sonst sehr nützlich für die Behandlung vieler Krankheiten.

So kann man ein Diuretikum zum Beispiel bei der Behandlung von Bluthochdruck oder Herzinsuffizienz einsetzen. Deshalb erklären wir dir in diesem Artikel alles, was du über harntreibende Mittel wissen musst. Und zu welchen Zwecken man sie normalerweise verwendet.

Wie wirkt ein Diuretikum?

Wie bereits erwähnt, wirkt ein Diuretikum in der Regel, indem es die Niere veranlasst, mehr Elektrolyte und mehr Wasser über den Urin auszuscheiden. Durch die Erhöhung des Harnflusses kommt es zu einer Verringerung der gesamten in den Gefäßen zirkulierenden Blutmenge.

Zeichnung von Nieren

Es ist wichtig zu wissen, dass es verschiedene Arten von Diuretika gibt. Diese werden nach ihrem Wirkungsmechanismus klassifiziert. Auf diese Weise können sie viel effektiver agieren. Denn man setzt sie dann für eine ganz bestimmte medizinische Behandlung ein. Zu den unterschiedlichen Gruppen von harntreibenden Mitteln gehören in erster Linie:

  • Thiaziddiuretika: Diese hemmen eine Wiederaufnahme von Natrium und Chlorid in der Niere. Sie reduzieren auf diese Weise deren Menge sowie die Flüssigkeitsmenge im Blut. Außerdem sind diese die einzigen, die eine Erweiterung der Blutgefäße ermöglichen. Deshalb werden sie hauptsächlich zur Behandlung von Bluthochdruck eingesetzt.
  • Kaliumsparende Diuretika: Die Wirkung ist praktisch wie die der gerade behandelten Thiaziddiurektika. Jedoch verhindern sie den Verlust von Kalium über den Urin. Und das ist wichtig bei bestimmten Krankheiten, die durch ein Ungleichgewicht im Kaliumhaushalt verursacht werden.
  • Schleifendiuretika: Auch hier ist der Mechanismus ähnlich wie bei den Thiaziddiuretika. Tatsächlich kombiniert man sie oft miteinander. Sie werden wegen ihrer hohen Wirksamkeit bei der Erhöhung der Urinproduktion in der Akutbehandlung eingesetzt.

Wozu genau verwendet man ein Diuretikum?

Diuretika können für eine Vielzahl von Zwecken verwendet werden. In erster Linie setzt man sie als Arzneimittel zur Behandlung bestimmter Krankheiten ein. So kommen sie zum Beispiel bei Herzinsuffizienz zur Anwendung.

Bei einer Herzinsuffizienz ist das Herz nicht in der Lage, sauerstoffreiches Blut effizient in alle Teile des Körpers zu pumpen. Dadurch sammelt sich im Laufe der Zeit Blut in bestimmten Bereichen des Organismus an.

In der Folge gelangt dann Flüssigkeit in das so genannten interstitielle Gewebe. Das heißt also auch z. B. in die Lunge oder in die Beine. Durch die Verwendung eines harntreibenden Mittels kann man dann diese Flüssigkeitsmenge reduzieren. So wird das Herz wieder leistungsfähiger.

Darüber hinaus setzt man Diuretika aber auch bei verschiedenen Erkrankungen der Niere sowie bei Leberkrankheiten oder zur Behandlung von Ödemen ein. Ebenso ist es wichtig zu wissen, dass sie besonders bei der Behandlung von Bluthochdruck wichtig sind.

Dennoch herrscht bei vielen Menschen die Meinung vor, dass ein Diuretikum auch zum Abnehmen nützlich sei. Doch dies ist keineswegs der Fall. Denn Diuretika helfen, die Menge an Flüssigkeit, die sich ansammelt, zu verringern. Aber sie verbrennen kein Fett.

Es stimmt: Du kannst durch die Einnahme von harntreibenden Mitteln erreichen, weniger aufgedunsen auszusehen. Daher ziehst du dann den falschen Schluss, du hättest abgenommen. Aber das liegt am Flüssigkeitsverlust und nicht daran, dass du überflüssiges Fett verloren hast. Tatsächlich kann dich die Einnahme von Diuretika der Gefahr einer Dehydration aussetzen. Also solltest du zu diesen Mitteln nur auf ärztliche Anweisung hin greifen.

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Welche Lebensmittel sind natürliche harntreibende Mittel?

Gurke als Diuretikum

Ja, es ist richtig: Du solltest nicht auf eigene Faust und ohne ärztliche Beratung Medikamente einnehmen. Aber es ist durchaus ratsam, Lebensmittel, die von Natur aus als Diuretika wirken, in deine Ernährung aufzunehmen. Denn diese werden dir helfen, eventuelle überschüssige Flüssigkeit auszuscheiden und die Gesundheit deiner Nieren zu verbessern. Dies gilt, solange du sie in ausgewogener Art und Weise zu dir nimmst.

So zählen zu den Lebensmitteln, die als natürliche harntreibende Mittel gelten, folgende: Sellerie, Rote Beete, Birnen oder Gurken. Und natürlich gehören auch Wassermelonen sowie Spargel dazu, was viele bereits wissen. Vergiss dabei aber nicht, diese Lebensmittel wiederum mit einer korrekten und ausreichenden Flüssigkeitsaufnahme zu kombinieren.

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Fazit

Ein Diuretikum ist ein Arzneimittel, das hilft, mehr Wasser und Elektrolyte aus dem Urin zu entfernen. Diese harntreibenden Mittel tragen dazu bei, die gesamte Blutmenge zu reduzieren. Dies ist bei der Behandlung einiger Krankheiten, wie z. B. Bluthochdruck, sehr von Vorteil.

Allerdings solltest du bei der Einnahme eine gewisse Vorsicht walten lassen. Denn bei übermäßigem Konsum können Diuretika schädlich sein. Deshalb ist es das Beste, immer einen Arzt oder eine Ärztin zu konsultieren und niemals auf eigene Faust harntreibende Medikamente einzunehmen.

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