Multiple Sklerose – Ursachen und Symptome

5 September, 2014
Bis jetzt kann Multiple Sklerose nicht geheilt werden, es gibt jedoch Therapien und Behandlungen, welche die Krankheit hinauszögern können und den Betroffenen helfen, ein möglichst normales Leben zu führen.

Multiple Sklerose (MS) ist eine Erkrankung des zentralen Nervensystems (ZNS), die das Rückenmark, den Gehirnstamm und das Gehirn angreift. Frauen und Personen zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr sind am häufigsten von dieser Krankheit betroffen. MS schädigt das Myelin, also die weiße Substanz im Gehirn und im Rückenmark, welche die Nervenfasern umgibt. Es entstehen Entmarkungsherde, was bedeutet, dass die Nerven die Impulse nicht korrekt weiterleiten können.

Ursachen und Folgen

Diese Erkrankung befällt die Myelinscheide, die die Neuronen einhüllt. Sie kann in jedem Bereich des Gehirns vorkommen und verändert die Nervenimpulse. Verursacht wird die Krankheit vermutlich jedoch durch den Angriff körpereigener Abwehrzellen auf die Myelinscheiden und die Nervenzellfortsätze.

Gehirn

Einige Studien behaupten, dass Multiple Sklerose genetische oder virale Ursachen hat, wobei das Umfeld ebenfalls eine Rolle spielen kann. Der Grund dieser Erkrankung ist jedoch noch unklar. Es hat sich aber erwiesen, dass beim Auftreten der Krankheit in der Familie und in bestimmten Gebieten ein höheres Risiko besteht, an MS zu erkranken.

Unter anderem kann MS folgende Beschwerden und Symptome bewirken:

  • Unfähigkeit zu denken und zu begründen
  • Depression
  • Harninfektion
  • Druckgeschwür am Rücken
  • Komplikationen durch Arzneimittel zur Behandlung von MS
  • Probleme beim Schlucken oder Essen von Lebensmitteln
  • Immer größere Abhängigkeit
  • Osteoporose oder Kraftlosigkeit, Knochenschwund

Wie erkennt man Multiple Sklerose?

Je nach Grad der Erkrankung, sind sowohl die Symptome als auch der Verlauf unterschiedlich. Die sogenannten Schübe (Verschlechterungsphase einer chronischen Krankheit) können Tage oder Wochen anhalten. In manchen Fällen kann ein Schub auch über Monate hinaus fortbestehen. Außerdem kann MS wiedererscheinen oder mit der Zeit größere Schäden zufügen.

Sonne, heiße Bäder, Fieber oder Stress können Multiple Sklerose hervorrufen oder die Symptome verschlechtern, falls die Krankheit bereits besteht. Da diese Erkrankung das Nervensystem befällt, können die Symptome am ganzen Körper auftreten. Unter anderem werden Darm, Blase, Muskeln, Augen usw. angegriffen:

Sehstörungen

  • Sehverlust
  • Doppelt oder verschwommen sehen
  • Augenschmerzen
  • Störung der Augenbewegung, oft unkontrollierbar

Darm-und Blasenschäden

  • Häufiges und dringendes Wasserlassen
  • Harninkontinenz
  • Unfähigkeit zu urinieren, vor allem beim Beginn
  • Stuhlinkontinenz
  • Verstopfung

Muskelschäden

  • Beeinträchtigung der Gehfähigkeit
  • Störungen der Koordination und Ausführung von Bewegungen
  • Muskelspasmen
  • Ungleichgewicht
  • Schwäche an Beinen oder Armen, oder beiden Gliedmaßen
  • Bein- oder Armzittern
  • Erstarrung eines Körperteils
  • Gesichtsschmerzen
  • Brennen, Jucken oder Kribbeln an Beinen und Armen

Nerven- bzw. Hirnschäden

  • Schwindel
  • Gleichgewichtsverlust
  • Beeinträchtigung des Denkens oder Begründens
  • Depression oder Traurigkeit
  • Hörverlust
  • Aufmerksamkeitsstörungen, Gedächtnis- oder Verständnisverlust

Andere Symptome

  • Störung der vaginalen Gleitfüssigkeitsproduktion
  • Erektionsprobleme
  • Müdigkeit, besonders am Ende des Nachmittages
  • Unangemessenes Gestikulieren
  • Probleme beim Kauen oder Schlucken

Behandlung

Multiple Sklerose ist nicht heilbar. Es gibt aber Therapien, die den Verlauf der Erkrankung bremsen und dem Patienten helfen können, ein möglichst normales Leben zu führen.

Folgende Medikamente werden eingesetzt:

  • Gilenya (Fingolimod)
  • Amantadin gegen Müdigkeit
  • Antidepressiva können eingesetzt werden, um die Gemütsstimmung zu verbessern.
  • Cholinerge Arzneimittel vermindern Harnprobleme
  • Benzodiazepin, Baclofen und Tizanidin verringern die Muskelspasmen
  • Azathioprin (AZA), Methotrexat, Cyclophosphamid und intravenöses Immunoglobulin
  • Glatirameracetat, Natalizumab, Mitoxantron und Interferone, wie Betaferon, Avonex oder Rebif

Andererseits können auch weitere Behandlungen bzw. Therapien vorgenommen werden:

Sport

  • Sport
  • Beschäftigungstherapien, Physiotherapie, Sprachtherapie
  • Selbsthilfegruppen
  • Verwendung von Hilfsmitteln wie Gehhilfe, Rollstuhl, Badestuhl, Bettenaufzug, Wandstützstangen usw.
  • Ausgewogene Ernährung und gesunder Lebensstil, bei dem Stress, Krankheiten und extreme Temperaturen vermieden werden.
  • Einnahme von kauleichten Lebensmitteln.
  • Anpassung der Wohnung, um mögliche Stürze und Verletzungen zu vermeiden.
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