Mahe, der Therapiehund, der sich um seinen autistischen Freund kümmert

9 April, 2016
Wie auch andere Therapietiere, wurde Mahe speziell trainiert und ausgebildet, damit er seine therapeutischen Funktionen ausüben kann. Seine Arbeit besteht hauptsächlich darin, das Leben seines Herrchens zu verbessern.

Mahe ist ein schwarzer Labrador, der sein Herrchen, ein autistisches Kind, bedingungslos und in jedem Augenblick seit Beginn der Beziehung pflegt. Diese wunderschöne Geschichte und ihre Bilder sind um die Welt gereist, denn der Therapiehund begleitet sein Herrchen sogar ins Krankenhaus.

Es ist unglaublich und kaum in Worte zu fassen, wozu Hunde fähig sind und was sie insbesondere bei besonderen Kindern mit Autismus erreichen können.

Erstaunlich und hoffnungserweckend ist die Beziehung zwischen dem kleinen 9-jährigen James, der absolut in seinen Hund Mahe vertraut, denn dieser pflegt und beruhigt ihn und kommuniziert auch mit dem Kind.

Es handelt sich zweifellos um eine Geschichte, von der die ganze Welt erfahren sollte.

James, ein Kind mit Autismus, das nicht mit seiner Familie spricht

James spricht nicht nur nicht mit seiner Familie, sondern meidet jeden Kontakt, wie es häufig bei Personen mit Autismus vorkommt.

Zu den wichtigsten Charakteristiken dieses Leidens zählt das Fehlen von Blickkontakt, verbaler Kommunikation sowie auch kognitiv-emotionaler Beziehungen zu anderen Personen.

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Therapiehund Mahe bei seinem Herrchen im Krankenhaus

Für James ist sein Labrador Mahe ausschlaggebend. „Er ist sein bester Freund, er ist alles für ihn“ erzählt die Mutter des Kindes. Die Beziehung zwischen Therapiehund und Patient ist so eng, dass das Tier diesen sogar im Kinderkrankenhaus von Wellingten begleiten darf.

Die Mutter von James erzählt, dass Mahe bei der Betäubung des Kleinen, die zur Diagnose der Ursachen der Anfälle notwendig war, sein Herrchen mit großer Besorgnis anblickte und nicht aus den Augen ließ.

Der sehr intelligente Hund setzte sich an die Seite seines Herrchens, um dises zu beruhigen.

Das Erscheinen Mahes im Leben des kleinen James veränderte dessen Alltag grundlegend.

Davor konnten die Eltern nicht einmal einen Kaffee trinken gehen, denn „James war dabei sehr nervös und wollte immer sofort gehen. Doch seit Mahe in sein Leben trat, kann James warten, bis wir mit dem Kaffee fertig sind.“

„Die enge Beziehung mit einem speziell ausgebildeten Therapietier kann helfen, fehlendes Selbstwertgefühl zu verbessern, Stress und extreme Schüchternheit oder mangelndes Vertrauen zu lindern.

Wer mit einem Pferd, einer Katze oder einem Hund eine Freundschaft aufbauen kann, kann mit Freude und Leichtigkeit, die selbstheilenden Kräfte im inneren Universum entdecken.“

Santiago García Rey

Therapiehund

Therapie mit Tieren, eine zärtliche Freundschaft mit autistischen Kindern

Es ist wunderbar zu sehen, wie Kinder mit autistischem Spektrum durch den therapeutischen Kontakt mit Hunden, Pferden oder Delfinen ihr Leben verbessern können. Die Kleinen können zu dem Tier eine enge Verbindung aufbauen, was ihnen hilft, zu kommunizieren und mit der Welt, die sie umgibt, zu interagieren.

Die Vorteile einer Therapie mit Tieren bei autistischen Personen sind breit gefächert. Hier listen wir einige davon auf:

  • Der Kontakt mit den Tieren hilft den Patienten, die Motorik und Bewegungsfähigkeit zu verbessern.
  • Zornanfälle und Attacken können damit reduziert werden. Gleichzeitig verbessern sich positive Verhaltensmuster, die Kinder werden ruhiger und können besser kommunizieren.
  • Die Lebensqualität der Patienten verbessert sich.
  • Der Cortisolspiegel (Stresshormon) kann damit ebenfalls reduziert werden. Gleichzeitig wird die Produktion von Oxytocin (Hormon, das mit Bindung und Ruhe in Verbindung gebracht wird) erhöht.
  • Da strukturierte und voraussagbare Situationen trainiert werden, kann die emotionale Stabilität der Kinder verbessert werden und diese sind offener für die soziale Umgebung.
  • Das Wohlbefinden und die Zufriedenheit der Kinder verbessert sich, denn die Beziehung zwischen Therapietier und Patient basiert weitgehend auf den direkten Kontakt zwischen beiden.
  • Aufgrund der sozialen und kommunikativen Schwierigkeiten, sowie fehlender Motivation, laufen autistische Kinder Gefahr, aufgrund der Untätigkeit zusätzliche Störungen zu entwickeln.
  • Die Therapie mit Tieren fördert auch die physische Aktivität der Patienten.
  • Das freiwillige motorische Gleichgewicht sowie motorische Fähigkeiten werden verbessert.
  • Das Selbstvertrauen sowie die Selbstkontrolle werden gefördert.
  • Stereotypes sowie aggressives Verhalten wird reduziert, da die Therapietiere einen entspannenden Effekt auf die Patienten ausüben.

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Therapiehund mit Herrchen

Hervorzuheben ist jedoch, dass nicht jedes Tier dazu geeignet ist, therapeutische Funktionen zu übernehmen. Dafür sind eine spezielle Ausbildung, Pflege und Training erforderlich.

Dies ist ausschlaggebend, nicht nur für das Kind, sondern auch für das Tier, das im Alltag mit den Patienten oder den nahestehenden Personen oft unter großem Stress steht.

Deshalb ist es von größter Wichtigkeit, auch die Rechte und Pflege des Therapietieres zu respektieren und korrekt auszuführen.

Dies kann nicht einfach auf die leichte Schulter genommen werden. Ein Therapiehund oder andere Therapietiere erfordern tägliche Pflege und Arbeit, die gut geplant werden muss, damit die Patienten von den Vorzügen profitieren können und sich ihre Situation und Lebensqualität verbessern kann, so wie wir in diesem Beitrag mit dem kleinen James gesehen haben.

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