Die heilende Kraft der Zärtlichkeiten

· 17 Mai, 2014
Manchmal wirken Zärtlichkeiten besser als jedes Medikament. Durch den Hautkontakt fühlt man sich geliebt und gestärkt, Traurigkeit und depressive Augenblicke können so gelindert werden.

Es gibt zwei Bestandteile unseres Körpers, die wir ständig um uns haben: es sind diese beiden unruhigen Weggefährten, mit denen wir arbeiten, uns waschen und uns ausdrücken… die Hände, mit denen wir die magische Sprache des Streichelns sprechen, mit der wir uns kommunizieren und heilen.

Die heilende Kraft des Streichelns

Leises Streicheln

Laut einer Studie des American Journal Psychiatry ist das Streicheln eine therapeutische und sinnbeladene Geste, die viel stärker auf uns wirkt als jedes andere Medikament. Eine Umarmung oder eine Hand, die sanft über unser Gesicht fährt, löst eine Ausschüttung des Hormons Oxytocin aus. Dieses Hormon bewirkt ein Gefühl der inneren Ruhe im Körper und ist dadurch ein tolles Gegenmittel für Traurigkeit und Depression.

Diese positiven Impulse, die wir von unseren Mitmenschen erhalten, sind von großer Bedeutung und sollten von uns als solche wahrgenommen werden. Sie bestimmen unsere emotionale Reife und sogar unsere persönliche Entwicklung.

Lassen Sie uns ein Beispiel sehen. Es gibt verschiedene Berichte über Jungen und Mädchen, die keine Familie haben und die aufgrund ihrer tragischen persönlichen Situation in Waisenhäusern aufwachsen müssen, wo die Armut, der Mangel an sich um sie kümmernde Menschen und die Abgesondertheit ihre Entwicklung und Reife negativ beeinflusst hat. Es handelt sich um Kinder, die aufgehört haben zu weinen, da sie wissen, dass sich trotz des Weinens niemand um sie kümmern würde. Es sind Kinder, die oftmals während der Pubertät eine Neurose entwickeln und sich dadurch nicht gut an ihre Umwelt anpassen können und zudem gravierende Persönlichkeitsprobleme haben. Dies erreicht eine noch größere Dimension, wenn wir diese Kinder mit anderen Menschen vergleichen, die eine Kindheit geprägt von Körperkontakt und Streicheln genossen haben.

Das Auf-den-Arm-nehmen von Babys und der Kontakt der eigenen Haut mit der Haut des Babys ist unabdinglich für die emotionale und soziale Entwicklung. Dies ist etwas, was wir nicht vergessen sollten, da das Ausdrücken von Zärtlichkeit wie zum Beispiel Umarmungen oder der Kontakt mit einer Hand über uns die Freisetzung von geteilten Gefühlen bewirkt. Zudem geben kleine Zärtlichkeiten uns Selbstvertrauen und drücken nicht nur Zuneigung aus, sondern auch Hingabe.

Die Kraft der Zärtlichkeiten, um Stress entgegenzuwirken

Der zwischenmenschliche Kontakt hat einen beruhigenden Effekt und ist eine Art Balsam, durch den wir uns integriert und bestätigt fühlen. Wenn ein Mensch keinen Ausdruck von Zärtlichkeit erfährt, kann er Traurigkeit und Ausgrenzung erfahren, die dann auch zu einer Depression führen können. Dies lässt sich auf alle Alter anwenden: Kinder, die sich verlassen fühlen, Paare, die sich gegenseitig wenig körperliche Zuneigung zeigen und nach und nach an sozialer Bindung verlieren, ältere Menschen, die keinerlei erkennbare Arten von Zuneigung erfahren… Es gibt wirklich viele Beispiele, und alle haben etwas gemeinsam: der Mensch entwickelt sich dank des zwischenmenschlichen Kontaktes, der Zuneigung, des Mitleids, der Sanftmut und des Spiels zwischen Geben und Nehmen.

Manchmal zeigen uns sogar die Tiere, wie man miteinander umgehen sollte. Denken wir an unsere Haustiere wie zum Beispiel Hunde und Katzen, die immer auf uns warten, um unsere Nähe zu suchen und sich auf unseren Schoß zu setzen. Irgendwie schaffen sie es immer, dass wir unsere Hand über sie legen, und sie geben uns ihre Zuneigung, ohne Fragen zu stellen oder Erklärungen einzufordern… als wenn es das Wichtigste der Welt wäre, sich geliebt zu fühlen. Oder ganz einfach ein Streicheln zu spüren.