Listeriose in der Schwangerschaft: Was du darüber wissen solltest!

26 September, 2019
Listeriose wird durch rohe Lebensmittel oder den engen Kontakt mit Tieren hervorgerufen, kommt jedoch relativ selten vor. Schwangere Frauen sollten jedoch Lebensmittel vorsorglich kochen und nur pasteurisierte Milchprodukte einnehmen. 

Listeriose ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die durch die Bakterie Listeria monocytogenes ausgelöst wird. Bei gesunden Menschen ist diese Krankheit sehr selten, doch schwangere Frauen und Menschen mit einem geschwächten Immunsystem gehören zur Risikogruppe, wobei die Folgen schwerwiegend sein können.

Erfahre in unserem heutigen Artikel Wissenswertes über Listeriose in der Schwangerschaft. 

Was ist Listeriose?

Listeriose ist eine Infektionskrankheit, die durch kontaminierte Lebensmittel oder den engen Kontakt mit Tieren ausgelöst wird. Die dafür verantwortliche Bakterie befindet sich in der Natur, deshalb können Tiere Träger sein. Außerdem können Gemüse, Obst oder Fleischprodukte damit kontaminiert sein.

Aus diesen Gründen kann sich die Bakterie in folgenden Produkten verstecken:

  • Rohes Fleisch und Fisch
  • Rohes Obst und Gemüse
  • Nicht pasteurisierte Milchprodukte
  • Verarbeitete Lebensmittel
  • Geräucherter Fisch
Listeriose durch rohes Fleisch
Während der Schwangerschaft sollte man zur Gänze auf möglicherweise kontaminierte rohe Lebensmittel verzichten, um Listeriose vorzubeugen.

Durch das Kochen oder die Pasteurisierung der Lebensmittel, wird die ursächliche Bakterie eliminiert. Deshalb wird allen Menschen in der Risikogruppe empfohlen, kein rohes Fleisch oder Gemüse zu verspeisen und nur pasteurisierte Milch, Käse oder andere Milchprodukte zu verzehren.

Darüber hinaus ist zu berücksichtigen, dass die Bakterie auch in gekochten Lebensmitteln vorhanden sein könnte. Dies ist dann der Fall, wenn diese nach dem Kochen vor dem Konsum oder der Verpackung erneut kontaminiert werden. Deshalb können Fertigprodukte (wie Würstchen, kalte Fleischprodukte, Aufschnitt usw.) ebenfalls gefährlich sein und die Bakterie übertragen.

Außerdem musst du wissen, dass diese Bakterie fähig ist, sehr niedrige Temperaturen zu überleben. Das heißt, dass auch tiefgekühlte Produkte kontaminiert sein können.

Wenn die werdende Mutter infiziert ist, kann dies für das heranwachsende Baby schwerwiegende Folgen haben. Aus diesem Grund ist es von größter Wichtigkeit, entsprechend auf die Ernährung zu achten und einige andere Vorsichtsmaßnahmen zu berücksichtigen, um eine Ansteckung mit Listeriose zu vermeiden.

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Verschiedene Arten von Listeriose

Listeriose ist, wie bereits erwähnt, eine der schwersten Krankheiten, die durch kontaminierte Lebensmittel übertragen werden kann. Doch glücklicherweise tritt sie nur sehr selten auf. Den Statistiken der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist zu entnehmen, dass es jährlich nur 0,1 bis 10 Fälle gibt.

Doch diese seltene Krankheit hat eine sehr hohe Sterblichkeitsrate. Deshalb ist es so wichtig, Vorsorge zu leisten, damit es erst gar nicht dazu kommt.

Es gibt zwei verschiedene Arten von Listeriose: 

  • Nicht invasive Listeriose: Es handelt sich um eine leichte Form, die zu Gastroenteritis mit Fieber führt. Meist sind davon gesunde Menschen betroffen, doch diese Infektion hat keine schwerwiegenden Folgen. Allerdings kann sie für die Risikogruppe, zu der auch schwangere Frauen zählen, sehr ernst sein.
  • Invasive Listeriose: Hier handelt es sich um eine sehr gefährliche Infektion mit einer hohen Sterblichkeitsrate (bis zu 20 – 30 %). Zu den häufigsten Symptomen gehören Fieber, Muskelschmerzen, Sepsis (Blutvergiftung) und auch Meningitis (Hirnhautentzündung).

Die Inkubationszeit beträgt in beiden Fällen ein bis zwei Wochen. Sie kann sich jedoch auch auf bis zu drei Monate verlängern, deshalb ist es zum Teil sehr schwierig, die Krankheit rechtzeitig zu diagnostizieren.

Listeriose in der Schwangerschaft

Listeriose in der Schwangerschaft
Listeriose kann eine Fehlgeburt oder eine Frühgeburt verursachen. Diese Risiken müssen bei einer möglichen Infektion also unbedingt berücksichtigt werden.

Listeriose ist während der Schwangerschaft besonders gefährlich, nicht nur für die Mutter, sondern auch für das heranwachsende Kind. Wenn die Mutter mit der Bakterie infiziert ist, können folgende Konsequenzen eintreten:

  • Fehlgeburt
  • Frühgeburt
  • Infektion des Fötus oder Säuglings
  • Tod des Fötus oder Säuglings (in rund 22 % der Fälle einer perinatalen Listeriose stirbt der Fötus oder das Neugeborene).

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Wie bereits erwähnt, entstehen die ersten Symptome eine Zeit nach dem Verzehr kontaminierter Produkte. Dazu gehöhren beispielsweise folgende Beschwerden:

  • Fieber
  • Muskelschmerzen
  • Brechreiz
  • Übelkeit
  • Kopfschmerzen

Es kann während der Schwangerschaft jederzeit zu einer Infektion kommen. Doch meist tritt diese im letzten Schwangerschaftsabschnitt auf, denn dann ist das Immunsystem der Mutter oft leicht geschwächt.

Die Behandlung sollte schnellstmöglich eingeleitet werden. In diesem Sinne ist es wichtig, bei möglichen Symptomen sofort einen Arzt aufzusuchen, um den Ursachen auf den Grund zu gehen. Der Arzt wird eine Blutanalyse durchführen lassen, um herauszufinden, ob tatsächlich eine Infektion vorhanden ist. Sollte Listeriose diagnostiziert werden, verschreibt der Arzt im Normalfall ein Antibiotikum, das auch die Infektion des Fötus verhindert.

Vorsorge

Listeriose während der Schwangerschaft: Vorsorge
Beim Kochen solltest du besonders vorsichtig sein, um Kreuzkontaminierungen verschiedener gekochter und roher Lebensmittel zu verhindern.

Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt 5 Maßnahmen, um eine Ansteckung durch kontaminierte Lebensmittel zu verhindern:

  1. Sauberkeit und HygieneEs ist sehr wichtig, alle Produkte gut zu waschen. Vergiss nicht, dass du dir auch immer die Hände waschen musst, bevor du mit dem Kochen beginnst. Darüber hinaus ist Sauberkeit in der Küche und im Kühlschrank besonders wichtig.
  2. Rohe Lebensmittel von gekochten trennen: So kannst du eine Kreuzkontaminierung verhindern.
  3. Alles gut kochen: Es konnte nachgewiesen werden, dass bei 70ºC gekochte Lebensmittel keine Gefahr mehr darstellen. Besonders vorsichtig solltest du bei spezifischen Produkten, wie beispielsweise Hackfleisch, sein.
  4. Die Lebensmittel bei sicheren Temperaturen lagern: Du solltest gekochte Lebensmittel nicht länger als 2 Stunden bei Umgebungstemperatur aufbewahren. Es empfiehlt sich auch nicht, Tiefkühlprodukte bei Umgebungstemperatur (außerhalb des Kühlschranks) aufzutauen. Vergiss nicht, das Ablaufdatum immer genau zu beachten!
  5. Sicheres Wasser und sichere Rohstoffe verwenden: Du solltest verarbeitete und verpackte Lebensmittel meiden.

Da sich die ursächliche Bakterie im Normalfall in ungekochten, nicht pasteurisierten Produkten befindet, ist die beste Vorsorge, auf diese Lebensmittel ganz zu verzichten.

Zusätzlich zu den erwähnten Vorsorgemaßnahmen sind für schwangere Frauen auch folgende Empfehlungen sehr wichtig:

  • Auf nicht pasteurisierte Milch und Milchprodukte (z. B. Frischkäse) verzichten.
  • Wurstwaren und kaltes, verarbeitetes Fleisch (zum Beispiel Würstchen) vor dem Konsum mindestens auf 70ºC erhitzen.
  • Geräucherten Fisch und geräuchertes Fleisch vermeiden.
  • Essensreste immer im Kühlschrank aufbewahren und keinesfalls länger als zwei Stunden in Umgebungstemperatur belassen. Du solltest bereits zubereitete Lebensmittel nie länger als zwei bis drei Tage aufbewahren.
  • Die Etiketten der Produkte genau lesen und diese den Empfehlungen entsprechend aufbewahren.

Fazit

Listeriose ist zwar eine sehr seltene Infektionskrankheit, doch trotzdem sind Vorsorgemaßnahmen grundlegend, um ernste Konsequenzen zu vermeiden. Schwangere Frauen müssen besonders vorsichtig sein, denn eine Infektion mit Listeriose könnte für das heranwachsende Kind tödlich verlaufen. 

Richtige Hygienemaßnahmen und der Verzicht auf verarbeitete Fleisch- und Fischprodukte, sowie nicht pasteurisierte Milchprodukte oder andere rohe Lebensmittel (insbesondere Fleisch und Gemüse) sind grundlegend, um eine Infektion zu vermeiden. Darüber hinaus ist es wichtig, mögliche Symptome zu beobachten, um gegebenenfalls schnellstmöglich eine ärztliche Untersuchung und Behandlung einleiten zu können. 

  • Laura Isabel Gramage – Córdoba et al. „Listeria y embarazo. A propósito de un caso“, Matronas prof., 2016, 17(2) e1-e3. https://www.federacion-matronas.org/wp-content/uploads/2018/01/cc-listeria-y-embarazo.pdf
  • Mateus T et al. „Listeriosis during Pregnancy: A Public Health Concern“, ISRN Obstet Gynecol. 2013 Sep 26;2013:851712. doi: 10.1155/2013/851712.
  • Véronique Goulet et al. „Incidence of Listeriosis and Related Mortality Among Groups at Risk of Acquiring Listeriosis“, en Clinical Infectious Diseases, Volume 54, Issue 5, 1 March 2012, Pages 652–660,https://doi.org/10.1093/cid/cir902