Verarbeitetes Fleisch und Krebs, die WHO sagt:

18 Februar, 2019
Der tägliche Konsum verarbeiteten Fleisches kann das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, um 18 % erhöhen. Für kleine Mengen Fleisch konnte jedoch keine Gefahr nachgewiesen werden.

Verarbeitetes Fleisch wird auf den Märkten der Welt angeboten und als „gutes“, leckeres Lebensmittel vermarktet. Insbesondere diejenigen werden angesprochen, die nicht viel Zeit haben, sich in die Küche zu stellen und ihr Essen zuzubereiten.

Die Leute kaufen verarbeitetes Fleisch aber auch vor allen Dingen, weil es gut schmeckt.

Aber welchen Weg hat verarbeitetes Fleisch denn zurückgelegt, bis es in dieser lang haltbaren, appetitlich präsentierten Form in die Kühlregale gekommen ist?

Es ist bekannt, dass bestimmte Methoden und Substanzen sehr negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben und sogar Krebs verursachen können.

Diese Tatsache wurde vor kurzer Zeit von der Weltgesundheitsorganisation WHO bestätigt, die wissenschaftlich belegt hat, dass Speck, Wurst und andere Arten verarbeiteten Fleisches hohe Gehalt kanzerogener Substanzen enthalten, die entscheidend bei der Entstehung eines bösartigen Tumors beteiligt sein können.

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Details zur durchgeführten Studie

Die internationale Agentur für Krebsforschung, die mit der Weltgesundheitsorganisation WHO zusammenarbeitet, hat mit der Nachricht, dass nun „genügend Beweise“ gesammelt wären, dass der regelmäßige Konsum verarbeiteten Fleisches zu Dickdarm- und Enddarmkrebs führen kann, weltweit für Aufsehen gesorgt.

Verarbeitetes Fleisch und Darmkrebs

Im gleichen Atemzug wurde der übermäßige Genuss roten Fleisches für den Menschen als „möglicherweise krebserregend“ eingestuft, eine Aussage, die auf den Ergebnissen einer „begrenzten Anzahl von Studien“ basiert.

Hier wurden Hinweise darauf gefunden, dass unter Umständen ein Zusammenhang zwischen dem Verzehr roten Fleisches und Dickdarm- und Enddarmkrebs besteht. Auch eine Erhöhung des Risikos für Krebserkrankungen von Prostata und Pankreas wurden nicht ausgeschlossen.

Um zu diesen überaus relevanten Resultaten zu gelangen, wurde eine Studie durchgeführt, an der 22 Experten aus zehn Ländern teilnahmen. Sie wurde über die IARC ins Leben gerufen und im The Lancet Oncology publiziert.

Es wurden Daten analysiert, die zuvor in mehr als 800 Studien gesammelt wurden, um herauszufinden, ob verarbeitetes Fleisch und rotes Fleisch tatsächlich mit verschiedenen Krebsarten in Verbindung gebracht werden können.

Im Rahmen der Studie wurden mögliche Assoziationen zwischen der Ernährung und einem Dutzend Krebserkrankungen untersucht.

Schließlich kam man zu dem Schluss, dass 50 g verarbeitetes Fleisch pro Tag das Risiko, Dickdarm- oder Enddarmkrebs zu entwickeln, um 18 % steigert.

Christopher Wild, Direktor der IARC, versichert:

Diese Ergebnisse stellen die derzeitigen Ernährungsempfehlungen durch das öffentliche Gesundheitswesen bezüglich einer Begrenzung des Fleischkonsums auf eine solide Basis.

Es geht nicht darum, abzustreiten, dass rotes Fleisch einen hohen Nährwert hat und dem Körper wichtige Nährstoffe liefert, Eisen zum Beispiel. Aber die regulierenden Institutionen und Regierungen der einzelnen Länder können auf Basis dieser Resultate ihre Ernährungsempfehlungen anpassen oder bestätigen.

Rotes Fleisch bezeichnet dabei Fleisch folgender Tierarten:

  • Rind.
  • Schwein.
  • Schaf.
  • Ziege.
  • Pferd.

Verarbeitetes Fleisch und seine Produkte

Wurst und Verarbeitetes Fleisch

Verarbeitetes Fleisch hingegen ist die Bezeichnung für Produkte, die Prozesse wie Salzen, Räuchern, Fermentation etc. durchlaufen haben. Sie alle zielen auf eine Verbesserung des Geschmacks und eine längere Haltbarkeit ab.

Zu den bekanntesten Arten verarbeiteten Fleisches gehören:

  • Würstchen.
  • Hamburger.
  • Speck.
  • Wurst wie Mortadella, Salami…
  • Schinken.

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Natürlich wurde betont, dass das Risiko, an Dickdarmkrebs zu erkranken, weil verarbeitetes Fleisch konsumiert wird, zwar erhöht, aber immer noch niedrig ist. Das individuelle Risiko hängt sehr von der eigenen Ernährung ab und von den Mengen an Fleisch, die verzehrt werden.

Dr. Kurt Straif, Vorsitzender des Programmes, in dessen Rahmen die Studie durchgeführt wurde, gibt dazu an:

Vor dem Hintergrund des durchschnittlichen Fleischkonsums eines großen Teils der Bevölkerung sind dessen Auswirkungen auf die Weltgesundheit Thema des öffentlichen Gesundheitswesens.

Die Fleischindustrie beginnt, sich Sorgen zu machen

Verarbeitetes Fleisch

Nach Veröffentlichung der Forschungsarbeit sind die Landwirte, Fleischindustrie und einige Konsumenten sehr besorgt. Erstere sind besonders besorgt, dass die Verkaufszahlen zurückgehen werden, während der Konsument verunsichert ist, welche Lebensmittel er noch sorgenfrei auf den Tisch stellen kann.

Vertreter der Fleischindustrie haben sich zusammengesetzt und über ihr Vorgehen beraten. Ergebnis dieser Beratung ist ein öffentliches Schreiben, in dem darauf bestanden wird, dass „Krebs eine komplexe Erkrankung [ist], die nicht durch den Konsum einzelner Lebensmittel ausgelöst werden kann“.

Außerdem spielt weiterhin der Lebensstil jedes einzelnen Konsumenten sowie die Umweltfaktoren eine entscheidende Rolle.

Auswirkungen auf die Gesundheit

Experten aus dem Gesundheitswesen bestätigen dagegen weiterhin, dass eine Ernährung, die reich an verarbeitetem Fleisch und rotem Fleisch ist, negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben kann. Sie animieren die Bürger dazu, ihren Fleischkonsum zu mäßigen und nur kleine Portionen in ihre Ernährung aufzunehmen.

Obwohl sicher ist, dass kleine Mengen Fleisch nicht äquivalent zu einem hohen Krebsrisiko sind, so können doch auch kleine Einflussfaktoren, die lange Zeit wirken, zur Entstehung solcher Erkrankungen beitragen. Dazu zählen auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Verdauungsprobleme und Übergewicht.

Und wenn wir auch nicht das gesamte Risiko vermeiden können, so lohnt es sich doch, zu versuchen, es zu senken.

  • HONIKEL, K. O. Fleisch und Krebs-eine vergleichende Auswertung von Veroffentlichungen der EPIC-Studie. MITTEILUNGSBLATT-BUNDESANSTALT FUR FLEISCHFORSCHUNG KULMBACH, 2005, 169. Jg., S. 243.
  • STIEFELHAGEN, Peter. Ernährung und Krebs-Was ist gesichert?. Deutsche Zeitschrift für Onkologie, 2006, 38. Jg., Nr. 01, S. 35-39.
  • KNASMÜLLER, Siegfried. Krebs und Ernährung: Risiken und Prävention-wissenschaftliche Grundlagen und Ernährungsempfehlungen. Georg Thieme Verlag, 2014.