7 Gesundheitsmythen, die Ernährungswissenschaftler hassen

· 10 Februar, 2019
Um gesund zu sein, musst du eine ausgewogene Ernährung haben, die alle Lebensmittelgrupen umfasst. So kannst du einen Nährstoffmangel vermeiden.

Es gibt viele Theorien darüber, wie man ein gesundes Leben führen kann. Doch es gibt auch zahlreiche Gesundheitsmythen, die keine Grundlage haben oder nachgewiesen falsch sind.

Im Folgenden werden einige dieser falschen Überzeugungen über die Gesundheit aufgezeigt. Du kannst auch Empfehlungen nachlesen, um ohne Gesundheitsmythen gesünder zu leben.

Falsche Gesundheitsmythen

1. Eier haben viel Cholesterin

Einige Eier in einer kleinen Schüssel.

Eier enthalten Cholesterin, das ist richtig. Deshalb hat sich der Glaube verbreitet, dass man Eier vermeiden sollte, um das Risiko von Herzerkrankungen zu verringern.

Allerdings haben Eier eine beeindruckende Anzahl an Vitaminen und Mineralstoffen. Sie bieten eine große Menge von gesundheitlichen Vorteilen: vom Gewichtsverlust bis hin zu einer gesunden Sehkraft und starken Muskeln.

Empfehlung

  • Du kannst Eier zu einem Teil deiner ausgewogenen Ernährung machen. Der Schlüssel liegt in der Menge. Im Normalfall kann ein Ei täglich problemlos gegessen werden.

Siehe auch: Nährstoffgehalt von Eiern: Wie gesund sind sie?

2. Eine glutenfreie Ernährung bedeutet eine gesündere Ernährung

Eine Frau lehnt einen Teller mit weißem Brot ab.

Gluten ist ein Protein, das du in Weizen, Gerste und Roggen finden kannst. Glutenfreie Diäten richten sich in der Regel an Menschen, die an Zöliakie leiden oder empfindlich auf Gluten reagieren.

Wenn du diese Art von Gesundheitsproblemen nicht hast, aber trotzdem Gluten vermeidest, dann könntest du einige Vitamine, Ballaststoffe und Mineralien nicht zu dir nehmen, die du für eine ausgewogene Ernährung benötigst.

  • Auch der Glaube, dass eine glutenfreie Diät beim Abnehmen hilft, ist falsch! 

Empfehlung

  • Jene Menschen, die nicht an Zöliakie leiden, brauchen eine ausgewogene Ernährung, die auch Gluten in Vollkornprodukten enthält.
  • Was du vermeiden solltest, sind verarbeitete Mehle und handelsübliche Brote, da sie einen hohen Zuckergehalt haben.

3. Diätnahrung ist gut für die Gewichtsabnahme

Lebensmittel, die als „Diätprodukte“ gekennzeichnet sind, sind oft sowohl fett- als auch kohlenhydratarm und werden zudem künstlich gesüßt, weswegen sie sich gut zur Gewichtsabnahme eignen sollen.

Doch nur weil sie fettarm sind und wenige Kohlenhydrate haben, bedeutet das nicht immer, dass sie kalorienarm sind.

Wenn du also versuchst, Gewicht zu verlieren, dann könnten diese Diätprodukte tatsächlich kontraproduktiv sein.

Empfehlung

  • Überprüfe immer die Etiketten auf den Produkten, die die Bezeichnung „Diät“ oder „light“ tragen. Achte besonders auf ihren Kaloriengehalt und vergleiche ihn mit dem Kaloriengehalt eines Gegenstücks, das kein Diätprodukt ist.

4. Rotes Fleisch ist schlecht für deine Gesundheit

Zwei Stück rohes Fleisch auf einem Holzbrett.

Es ist wahr, dass rotes Fleisch mit einem höheren Risiko für Herzerkrankungen verbunden ist. Zu den Gesundheitsmythen gehört jedoch, dass jedes Fleisch schlecht und ungesund ist. 

  • In Wirklichkeit wirst du nur an gesundheitlichen Folgen leiden, wenn du Schmalz und Fleisch mit einem hohen Fettgehalt oder gebratenes Fleisch isst.
  • Denke auch daran, dass rotes Fleisch eine gute Quelle für Proteine, Vitamin B12, Kollagen, Eisen und Zink ist.

Empfehlungen

  • Anstatt rotes Fleisch vollständig aus der Ernährung zu entfernen, entscheide dich für ein mageres Stück Fleisch mit einem möglichst geringen Fettanteil.
  • Zusätzlich zu dem Konsum von rotem Fleisch solltest du auch zu anderen Arten von Proteinquellen greifen, wie etwa Geflügel, Eiern, Hülsenfrüchten, Fisch und Meeresfrüchten.

Du solltest dir unbedingt auch dies durchlesen: 3 schnelle, nährhafte Rezepte für Gerichte mit Hühnerfleisch

5. Müsli ist ein gesundes Frühstück

Trotz seines Rufs, ein gesundes Frühstück zu sein, solltest du Müsli eher als ein Dessert betrachten. Obwohl es eine Mischung aus Vollkorn enthält, beinhaltet es in der Regel auch Zucker und Früchte.

  • Eine zuckerreiche Ernährung ist mit einem höheren Risiko für eine Vielzahl schwerer Krankheiten verbunden, die von Diabetes und Herzerkrankungen bis hin zu Krebs reichen können.

Empfehlung

  • Ersetze das Müsli durch eine Tasse gekochten Hafer. Probiere auch aus, Walnüsse und anderen Nüsse zum Hafer hinzuzufügen, um das Ganze etwas knackiger zu gestalten.
  • Du kannst auch dein eigenes Müsli ohne Zucker und mit frischen Früchten zubereiten, um die Kalorieneinnahme unter Kontrolle zu behalten.

6. Du musst dich nur um die Menge kümmern, wenn du abnehmen möchtest

Eine Frau isst eine Mahlzeit.

Gesund zu essen und abzunehmen bedeutet nicht, sich selbst davon abzuhalten, gesunde und leckere Mahlzeiten zu essen.

Einer der Gesundheitsmythen ist auch, dass du einzig und allein an die Menge denken musst, wenn du deine Mahlzeiten kochst.

  • Anstatt dich auf die Menge und die Kalorien deiner Mahlzeit zu konzentrieren, solltest du sorgfältig jene Lebensmittel auswählen, die nährstoffreich sind.
  • Es ist besser, wenn du eine Diät befolgst, die dich nicht hungrig macht, bei der du dich nicht schuldig fühlst, und der es nicht an Nährstoffen mangelt. Auf diese Weise sorgst du für eine gesunde Ernährung und Gewichtsabnahme, die langfristig auch leichter aufrechtzuerhalten ist.

Empfehlung

  • Bloß nicht hungern. Wenn du Gewicht verlieren möchtest und danach nicht mehr zunehmen willst, dann behalte die Kohlenhydrate im Auge, die du isst.

7. Der Verzehr von fettreichen Lebensmitteln macht dich fett

Ja, es ist wahr, dass Lebensmittel, die reich an gesunden Fetten sind, mehr Kalorien enthalten. Du brauchst sie aber auch, damit du länger satt bleibst und dein Verlangen nach Fertiggerichten stillen kannst.

  • Fett enthält mehr Kalorien pro Gramm als es Kohlenhydrate und Proteine tun. Allerdings benötigst du dennoch Fette, vor allem die essentiellen Fette, in deiner Ernährung.
  • Gesunde Fette sorgen dafür, dass du dich auch bei kleineren Portionen voller fühlst. Sie reduzieren auch den Heißhunger und verbessern den Stoffwechsel.

Empfehlung

  • Entscheide dich für hochwertige pflanzliche Fette, Samen und Nüsse.
  • Vermeide frittierte Lebensmittel, oder jene die Transfette enthalten, um jeden Preis.

Vergiss auf diese Gesundheitsmythen

Wie du sehen kannst, gibt es viele Mythen, die sich um deine Ernährung und deinen Lebensstil drehen. Denke daran, dass das Geheimnis von guter Gesundheit darin besteht, sich von Wunderdiäten fernzuhalten und die essentiellen Nahrungsgruppen nicht aus deiner Ernährung zu entfernen.

Wenn du Fragen zu deinen persönlichen Gesundheitsproblemen oder deinem Lebensstil hast, dann solltest du am besten einen Termin mit für eine Ernährungsberatung vereinbaren.

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