Heimlich-Handgriff – Maßnahme bei Erstickungsgefahr

Das Heimlich-Manöver wird nur dann durchgeführt, wenn es zu einer kompletten Verlegung der Atemwege kommt und die betroffene Person nicht husten, sprechen oder atmen kann.

Wahrscheinlich waren Sie schon Mal in der Situation, in der Sie sich verschluckt haben oder eine Person wegen Verschluckung (in der Medizin als Verlegung bezeichnet) kurz vor dem Ersticken war. Aus diesem Grund ist es angebracht das Heimlich-Manöver zu beherrschen, denn diese Technik kann Leben reten. Sich zu verschlucken kommt oft vor; Essensreste oder ein Gegenstand können in unseren Atemwegen hängen bleiben, so dass man allmählich erstickt. Diese Situation zu erleben ist höchst unangenehm, egal ob man selbst oder ein anderer betroffen ist, vor allem, wenn es sich um ein Kleinkind handelt. Deswegen bieten wir Ihnen die Möglichkeit einige Grundregeln dieses Handgriffes zu erfahren, um schnell handeln zu können und Leben zu retten.

1. Um welche Art von Verlegung handelt es sich?

  • Teilverlegung: Wenn die Person Töne von sich gibt, also hustet, ist es ein positives Zeichen. Dies bedeutet, dass die Atemwege nicht ganz verlegt sind. Der Hustenreiz ist eine Körperabwehr, um den verschluckten Fremdkörper auszuspucken, so dass Sie die Person auffordern sollten weiterhin zu husten. Sollte der Fremdkörper sichtbar sein, können Sie diesen mit zwei Fingern, also Daumen und Zeigefinger, entfernen.
  • Die Situation kann mit einem einfachen Verschlucken beginnen, trotzdem sollte Vorsicht geboten sein, da sich die Lage verschlimmern kann. Wichtig ist zu wissen, da es besonders erschreckend ist, dass das Weinen oder Husten bei Babies unter einem Jahr immer ein positives Indiz ist.
  • Komplettverlegung: die Person ist nicht in der Lage, Töne von sich zu geben, ist aber nicht bewusstlos. Der Fremdkörper sitzt in den Atemwegen und die betroffene Person kann nicht husten. In diesem Fall sollten Sie handeln und das Heimlich-Manöver durchführen.

2. Heimlich-Handgriff bei Erwachsenen oder Kindern ab einem Jahr

Heimlich

Es ist von großer Bedeutung, das Heimlich-Manöver nur durchzuführen, wenn die betroffene Person, sei es ein Kind (älter als ein Jahr) oder ein Erwachsener, nicht in der Lage ist zu husten, zu sprechen oder zu schreien, was bedeutet, dass sie nicht frei atmen kann. Wenn nicht sofort geholfen wird, kann die Person bewusstlos werden, aus diesem Grund ist schnelles Handeln aber gleichzeitig Ruhe und Selbstsicherheit angebracht, um die Situation zu meistern. Der Handgriff ist einfach:

  • Stellen Sie sich etwas seitlich hinter die Person; wenn Sie Rechtshänder sind, an die linke Seite und wenn Sie Linkshänder sind an die rechte Seite.
  • Halten Sie mit einer Hand die Brust der betroffenen Person und beugen Sie diese mit der anderen Hand leicht nach vorne, so dass der Fremdkörper vom Hals in den Mund gelangen kann, also nach vorne, nicht nach unten.
  • Geben Sie dem Betroffenen fünf feste und sichere, aber nicht zu kräftige Schläge zwischen den beiden Schulterblättern, benutzen Sie dabei die untere Handfläche.
  • Vergewissern Sie sich nach jedem Schlag, ob der Fremdkörper ausgespuckt wurde.
  • Sollte die Verlegung noch vorhanden sein und die Person kann immer noch nicht atmen, führen Sie fünf Handgriffe durch: Schließen Sie Ihre Hand zu einer Faust und positionieren Sie diese oberhalb des Bauchnabels des Betroffenen, also zwischen Bauchnabel und Brustbeinende. Halten Sie mit der anderen Hand die Faust und ziehen Sie diese ruckartig zu sich. Wiederholen Sie den Vorgang mehrere Male, bis der Fremdkörper ausgespuckt wird. Wichtiger Hinweis: Dieser Handgriff darf bei schwangeren Frauen, Kindern unter einem Jahr oder beleibten Menschen nicht durchgeführt werden.
  • Sollten Sie drei Handgriffe durchgeführt haben und die Atemwege sind nach drei nochmaligen Rückenschlägen noch verschlossen, sollte der Notdienst gerufen werden. Lassen Sie die verschluckte Person nicht alleine und setzten Sie das Manöver fort.

3. Vorgehensweise bei einem Baby unter einem Jahr (Sandwichgriff)

  • Sollte das Baby nicht husten oder weinen, legen Sie es schnell bäuchlings auf ihren Arm oder Beine und halten Sie seinen Kopf.
  • Geben Sie dem Baby fünf feste aber sanfte Rückenschläge mit der unteren Handfläche. Schauen Sie in den Mund des Babies, ob der Fremdkörper zu sehen und zu greifen ist. Führen Sie die Finger niemals in den Mund des Babies, wenn Sie den Fremdkörper nicht sehen oder greifen können, da Sie diesen weiter hineinschieben und die Lage verschlimmern könnten.
  • Sollten die Atemwege weiterhin verlegt sein, drehen Sie das Kind um und führen Sie mit zwei Fingern bis zu fünf Thoraxkompressionen durch. Prüfen Sie nach jeder Kompression, ob die Verlegung verschwunden ist.

Wie Sie feststellen können, ist diese Technik sehr einfach, bewahren Sie dabei immer die Ruhe und bleiben Sie selbstsicher. Das Heimlich-Manöver ist immer wirksam, aus diesem Grund ist es wichtig, es zu kennen, um Leben zu retten.

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