Reanimation eines Babys: erste Hilfe

· 5 Dezember, 2018
Babys können leicht Unfälle erleiden, die ihr Leben in Gefahr bringen. Es kann lebensrettend sein, Herz-Lungen-Reanimationstechniken zu kennen, wenn es sich um eine Situation handelt, die Atmung und Herzschlag beeinträchtigt.

Die Techniken zur Reanimation eines Babys reagieren auf Situationen, die keiner erleben möchte, und schon gar nicht mit einem Kind. Die Anwendung dieser Techniken können jedoch den Unterschied zwischen Leben und Tod ausmachen.

Herz-Kreislauf Wiederbelebung oder Reanimation ist ein Rettungsverfahren, das man anwendet, wenn die Atmung oder der Herzschlag versagen. Natürlich ist es nicht damit getan, sich unseren Artikel durchzulesen. Du musst dich zu einem Kurs anmelden.

Bist du Mutter oder Vater oder arbeitest du mit Kleinkindern, so ist es wirklich ratsam, einen Kurs über die Reanimation eines Babys zu belegen. Wenn Kinder aufwachsen, so ändern sich allerdings auch die Techniken zur Herz-Kreislauf-Wiederbelebung.

Wann muss man Reanimation anwenden?

Babys sind angeborene Erforscher. Bei der Erforschung der sie umgebenden Welt können sie allerdings zu Opfern von Unfällen werden, die ihr Leben in Gefahr bringen.

Deshalb ist es so wichtig, dass die Eltern und Erzieher Risikofaktoren im Umfeld des Kindes minimieren. Genauso muss man auch immer auf ihre Tätigkeiten achten.

Im Fall eines Unfalls spielt die Zeit eine wichtige Rolle. Ist ein Baby bewusstlos und atmet nicht, so kann es bereits nach 4 Minuten zu permanenten Gehirnschäden kommen. Der Tod kann 4 bis 6 Minuten später eintreten.

Erste Hilfe bei Babys

Wenn ein Baby seltsame Geräusche macht oder ganz still ist, wenn es würgt oder sich die Farbe seiner Haut verändert, dann kann es sein, dass es erstickt. Dann muss man die Ruhe bewahren und schnell handeln, um die Techniken zur Reanimation eines Babys effektiv anzuwenden.

Wie kommt es dazu, dass ein Baby aufhört zu atmen oder sein Herz still steht?

  • Erstickung durch kleine Gegenstände wie Knöpfe, Münzen, Spielzeugteile oder Essen.
  • Eine Lungenerkrankung, die sich kompliziert.
  • Eine Vergiftung durch Lebensmittel, Medikamente oder toxische Substanzen.
  • Ertrinken im Badewasser oder einem Schwimmbecken.
  • Elektrischer Schlag.
  • Starke Blutung durch eine Verletzung.
  • Schädelverletzung oder andere schwere Verletzung durch einen Fall.

Welche Schritte gehören zur Reanimation eines Babys?

1. Schätze schnell die Situation ein

Wenn dein Baby hustet und nicht atmen kann, wenn seine Haut die Farbe ändert, dann solltest du ihm dabei helfen auszustoßen, was ihm seine Atemwege versperrt. Husten ist ein natürlicher Mechanismus, um eine Blockierung zu beseitigen.

Ist das Baby bewusstlos, so sollte man eine Herz-Lungen-Wiederbelebung durchführen, damit es die Atmung und den Herzschlag wieder aufnimmt. Bitte jemanden darum, den Notarzt zu rufen, während du dich um das Kind kümmerst.

Bist du allein, so darfst du das Baby wegen des Anrufs nicht vernachlässigen. Gib ihm zuerst zwei Minuten Herz-Lungen Wiederbelebung und rufe danach den Rettungsdienst, ohne dabei das Baby außer Sichtweite zu lassen.

All diese Techniken muss man mit äußerster Vorsicht und Sanftheit anwenden.

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2. Ist dein Baby bei Bewusstsein, so hilf ihm, die Blockierung zu entfernen

  • Lege es mit dem Mund nach oben auf deinen Arm und halte mit derselben Hand seinen Kopf und Hals. Lege den anderen Arm auf das Baby, so dass es zwischen den beiden Händen und Armen liegt.
  • Benutze deinen Daumen und Zeigefinger der anderen Hand, um den Kiefer des Babys zu halten. Drehe es um, damit sein Mund nach unten zeigt. Stütze den Arm, der das Baby hält auf deinen Oberschenkel. Der Kopf des Babys sollte unterhalb seines Rumpfes liegen.
  • Gib mit der freien Hand fünf Stöße zwischen die Schulterblätter, um dem Baby so zu helfen, den Gegenstand auszustoßen.
  • Wenn das Baby den Gegenstand nicht eliminiert, dann lege deine freie Hand auf seinen Nacken und lege den Arm auf die Wirbelsäule deines Babys. Drehe es um, während du die andere Hand und den Arm weiter auf der Brust liegen lässt.
Reanimation von Babys

  • Benutze Daumen und Zeigefinger der Hand, mit der du dein Baby hältst, um seinen Kiefer ruhig zu halten. Stütze den Arm, auf dessen Rücken das Baby ruht, auf deinen Oberschenkel. Achte darauf, dass der Kopf des Babys tiefer als sein Körper liegt.
  • Lege zwei oder drei Fingerspitzen auf die Brust deines Babys, auf der Höhe der Brustwarzen. Drücke auf die Brust, damit diese 3 bis 4 cm zurückgeht. Löse danach den Druck, damit seine Brust auf die normale Höhe zurückgeht, ohne dabei deine Finger von seinem Brustbein zu lösen.
  • Führe fünf pektorale Kompressionen durch. Sie müssen sanft sein, niemals abrupt. Wiederhole dann den Vorgang. Drehe das Baby um, gib ihm fünf Schubser auf den Rücken und wiederhole danach die pektoralen Kompressionen. So lange, bis das Baby die Blockierung ausspuckt oder beginnt zu husten und wieder von alleine atmet.

3. Ist dein Baby unbewusst, so führe Herz-Lungen-Wiederbelebung durch

  • Versichere dich, dass es nicht bei Bewusstsein ist. Rufe seinen Namen. Beobachte, ob sein Brustkorb sich bewegt und versuche, seine Atmung zu hören.
  • Lege das Baby vorsichtig auf eine feste Oberfläche. Halte mit einer Hand die Stirn des Babys und bewege seinen Kopf vorsichtig nach hinten. Übe mit der anderen Hand Druck auf die Brust des Babys aus, damit sie etwa 3 bis 4 cm zurückgeht. Löse ihn danach, damit die Brust wieder auf die normale Höhe geht.
  • Führe 30 Kompressionen durch. Zähle sie schnell und ohne Pause („und 1 und 2 und 3“, bis du zu 30 kommst).
  • Öffne die Atemwege. Halte das Kinn mit einer Hand und drehe den Kopf gleichzeitig mit der anderen Hand auf der Stirn nach hinten.
  • Versichere dich, ob das Baby atmet. Lege dein Ohr in die Nähe der Nase und des Mundes. Spüre seinen Atem mit deiner Wange.
  • Atmet das Baby nicht, so bedecke mit deinem Mund seinen Mund und Nase. Gib ihm zwei Atemzüge, die eine Sekunde dauern sollten und bei denen seine Brust sich ausdehnen sollte.
  • Sollte der Atem nicht einsetzen, so überprüfe, ob man sieht, was die Atemwege blockiert. Kannst du es sehen, so versuche, es mit deinem kleinen Finger herauszuholen. Wiederhole die Kompressionen und die zwei Atmungen, bis das Baby wieder zu sich kommt oder Hilfe eintrifft.
Wiederbelebung eines Babys

Welche weiteren Vorsichtsmaßnahmen muss man treffen, bevor man die Reanimation eines Babys durchführt?

Falls die Möglichkeit einer Verletzung der Wirbelsäule besteht, so darfst du den Kopf und Hals nicht bewegen. Um die Reanimation eines Babys zu versuchen, musst du es mit Hilfe einer anderen Person bewegen. Wenn das Baby blutet, so musst du zuerst die Blutung stillen, bevor du die Reanimation durchführst.

Das Baby darf nicht allein bleiben, wenn ein Unfall geschehen ist. Es ist sehr wichtig, den Notdienst zu rufen, je schneller, desto besser. Bist du jedoch allein, dann denk daran: führe zuerst 2 Minuten Wiederbelebung durch, bevor du den Anruf tätigst, ohne dabei das Baby außer Sicht zu lassen.

Sollte ein automatischer, externer Defibrillator benutzungsbereit vorhanden sein, kannst du auf Reanimation verzichten. Diese Maschinen haben Polster oder Plättchen, die man auf die Brust legt und die automatisch den Herzrhythmus überprüfen.

Unser Lesetipp für dich: Herzstillstand: Anzeichen und Vorbeugung

Sie geben einen plötzlichen Stoß, wenn sie bemerken, dass das Herz dies benötigt, um seinen Rhythmus wieder aufzunehmen. Du musst dich jedoch zuvor versichern, dass man das Gerät für Babys verwenden kann.

  • https://www.drk.de/hilfe-in-deutschland/erste-hilfe/der-kleine-lebensretter/wiederbelebung-bei-kindern-und-saeuglingen/