Vorsorge von Gebärmutterhalskrebs

31 Mai, 2016
Der Gebärmutterhalskrebs ist der vierthäufigste bösartige Krebs bei Frauen

Gebärmutterhalskrebs wird oft erst dann entdeckt, wenn er schon sehr weit fortgeschritten ist. Jede Frau sollte daher die Symptome kennen und keinesfalls auf die jährlichen Vorsorge von Gebärmutterhalskrebs beim Frauenarzt verzichten!

Der Gebärmutterhals

Die meisten Frauen wissen gar nicht so genau, wo welche ihrer inneren Organe liegen, wie sie heißen sowie wozu sie gut sind.

So ist für viele der Begriff des Gebärmutterhalses ein diffuses Wort, dem sie dann keine genaue Position in ihrem Körper zuordnen können.

Der Gebärmutterhals stellt die Verbindung zwischen der Scheide sowie der Gebärmutter her und beschreibt den äußeren Bereich der Gebärmutter.

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Er beginnt mit dem sogenannten Muttermund und endet in der Gebärmutterhöhle. Der dazwischenliegende Teil wird „Zervixkanal“ genannt, weswegen Gebärmutterhalskrebs auch Zervixkarzinom genannt wird.

GebärmutterhalskrebsGebärmutterhalskrebs

Ein Krebs am Gebärmutterhals ist die Folge einer Infektion mit sogenannten „Humanen Papillomviren“, auch mit HPV abgekürzt.

Sie sind die weltweit häufigsten über Geschlechtsverkehr übertragenen Viren überhaupt und werden meist nicht bemerkt. Nicht alle solchen Viren verursachen auch Krebs, manche führen nur zur Entstehung von Warzen an den Geschlechtsorganen.

Dies betrifft Männer und Frauen gleichermaßen. Man nimmt an, dass bis zu 80% aller Erwachsenen, sexuell aktiven Menschen im Laufe ihres Lebens eine Infektion mit Papillomviren durch machen.

Doch ohne dies zu wissen, denn meistens heilen diese Infektionen in Zeiträumen bis zu zwei Jahren von selbst wieder aus.

Man schätzt, dass etwa 10% der von Papillomviren infizierten Frauen diese Infektion dauerhaft in ihrem Körper tragen und dies zu Veränderungen im Gewebe des Gebärmutterhalses führt. Jedoch führen nur 1-3% davon innerhalb von 10 Jahren zu Gebärmutterhalskrebs.

Gebärmutterhalskrebs tritt meist am Beginn des Gebärmutterhalses auf, weil dort am Muttermund die beiden Gewebearten von Zervixkanal und Muttermund aufeinander treffen und dieser Bereich dadurch anfälliger wird für Infektionen.

SchmerzenSymptome

Das Tückische an vielen Arten von Krebs ist, dass er meist unentdeckt bleibt – bis er schon so weit fortgeschritten ist, dass es zu spät sein könnte.

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Ärzte gehen davon aus, dass 80% aller Todesfälle durch Gebärmutterhalskrebs vermieden werden können.

Die meisten Todesfälle ereignen sich bei Frauen, die in den Jahren vor ihrer Krebserkrankung nicht an der Früherkennungsuntersuchung bei ihrem Frauenarzt teilgenommen haben.

Symptome von (fortgeschrittenerem) Gebärmutterhalskrebs sind:

  • Zwischenblutungen
  • Veränderter, süßlich riechender Ausfluss
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
  • Blutungen nach oder beim Geschlechtsverkehr
  • Blut im Urin
  • Harnwegsinfekte
  • Schmerzen im unteren Rücken
  • Lymphstauungen
  • Ungewollter Gewichtsverlust

Jedes dieser Symptome an sich sollte dir verdächtig vorkommen und beim Frauenarzt abgeklärt werden! Meist steckt eine ganz harmlose Ursache dahinter, aber leider nicht immer!

Risikofaktoren

Wie bei jeder Krankheit, so gibt es auch für das Auftreten von Gebärmutterhalskrebs Faktoren, die das Erkranken begünstigen und die Wahrscheinlichkeit erhöhen, von dieser Art Krebs betroffen zu werden. Risikofaktoren sind:

  • Ungeschützter Geschlechtsverkehr
  • Rauchen
  • Häufig wechselnde Sexualpartner
  • Geschlechtsverkehr in sehr jungem Alter

BehandlungVorbeugung

Es ist recht einfach, dieser Art von Krebs vorzubeugen. Es gibt zwei wesentliche Bausteine, die effektiv dazu beitragen, das Risiko, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken, stark zu senken:

  • Impfung
  • Regelmäßige Vorsorgeuntersuchung

Es ist wichtig zu verstehen, dass nur beide Punkte in Kombination einen guten Schutz bieten, denn die Impfung allein ist nur gegen zwei Viren wirksam, die allerdings für mehr als 70% aller Erkrankungen verantwortlich gemacht werden.

Die Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs sollte dich nicht in Sicherheit wiegen, denn sie bietet nur Schutz vor einer Infektion mit zwei krebsauslösenden Typen der Humanen Papillomviren (HPV) – HPV 16 und HPV 18.

Sie wirkt nicht gegen alle möglichen Viren, die Krebs auslösen können! Die Impfung ist am besten wirksam, wenn junge Mädchen bis zu einem Alter von zirka 14 Jahren geimpft wurden. In Einzelfällen ist eine Impfung bis zum 18. Lebensjahr oder später möglich.

Dies sollte aber mit dem Frauenarzt erörtert werden. Besonders wichtig: die Impfung sollte dann vor dem ersten Geschlechtsverkehr durchgeführt werden. Die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland übernehmen überdies die Kosten der Impfung.

Zusätzliche Vorbeugung

Zusätzlich zur Impfung sollte jede Frau ab einem Alter von 20 Jahren dann mindestens ein Mal im Jahr zur Vorsorgeuntersuchung gehen, die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten.

Dabei untersucht der Arzt den Muttermund auf verdächtige Gewebeveränderungen und nimmt einen Abstrich von Muttermund und Gebärmutterhals vor.

Mit dem Gewebe des Abstriches kann getestet werden, ob eine Virusinfektion vorliegt und ob das Gewebe durch Krebs verändert ist.

Der Abstrich wird allerdings nur dann auf Viren untersucht, wenn das Gewebe wiederholt auffällig verändert war oder sich bei der Untersuchung auffällige Veränderungen gezeigt haben.

Nutze die jährliche Kontrolle, um Gebärmutterhalskrebs vorzubeugen und vermeide eine Infektion mit Papillomviren durch angepasstes Verhalten oder Impfung!

  • Sales, K. J. (2014). Human Papillomavirus and Cervical Cancer. In Cancer and Inflammation Mechanisms: Chemical, Biological, and Clinical Aspects. https://doi.org/10.1002/9781118826621.ch12
  • zur Hausen, H. (2002). Papillomaviruses and cancer: from basic studies to clinical application. Nature Reviews Cancer. https://doi.org/10.1038/nrc798