Plötzlicher Verlust – Ratschläge zur Schmerzbewältigung

· 19 Januar, 2015
Niemand ist darauf vorbereitet, eine geliebte Person zu verlieren, deshalb kann die Reaktion unvorhersehbar sein. Lass deine Gefühle frei und weine, wenn notwendig.

Im Laufe des Lebens durchqueren wir unendlich viele Momente der Heiterkeit, des Glückes, der Schwäche, der Verzweiflung und der Traurigkeit. Meist sind wir nicht auf schmerzhafte Momente vorbereitet, insbesondere wenn es sich um den Verlust einer geliebten Person handelt.

Wir müssen lernen, uns von diesen schmerzhaften Situationen zu befreien und die für uns so wichtige Person gehen lassen.

Es gibt verschiedenste Ereignisse, die Verlustgefühle auslösen können: bei Kindern ein Schulwechsel, die Trennung der Eltern, der Verlust der Arbeit, Distanz zu den geliebten Menschen usw. Der Tod eines geliebten Menschen ist am schwierigsten zu überwinden.

Lesetipp: Die 5 Phasen der Trauer

Wahrscheinlich sind die verschiedenen Etappen der Trauer oder des Schmerzes jedem bekannt. Diese erklären den natürlichen Prozess und bestehen aus folgenden Gefühlszuständen:

  • Verneinung: Die Person glaubt nicht an die Situation oder akzeptiert sie nicht.
  • Zorn: Die leidende Person spürt große Wut auf alles, das mit der verstorbenen Person zu tun hat.
  • Überwindung: Langsam beginnt man zu verstehen und versucht dann eine Lösung zu finden.
  • Trauer: In dieser Etappe wird man sich über den Verlust eindeutig bewusst. Es ist die schwierigste Phase.
  • Depression: Diese kann lange anhalten und ist schwer zu bewältigen.
  • Akzeptanz: Die Depression lässt nach, der Alltag kehrt langsam wieder ein, auch wenn die geliebte Person nicht mehr da ist.

Es gibt Fälle, in denen diese Etappen in einer anderen Reihenfolge ablaufen. Dies ist jedoch mit einer Treppe vergleichbar, jede Etappe ist eine Stufe, die überwindet werden muss, um Schritt für Schritt voranzukommen, bis die Trauer akzeptiert und überwunden wird.

Auch wenn man immer an die geliebte Person denken wird, klingt der Schmerz allmählich ab. Die Zeit heilt viele Wunden, trotzdem möchten wir ein paar Ratschläge für diese schwierigen Situationen geben.

Sprich dich aus

Es ist normal, an einem Tag Zorn zu verspüren, es am nächsten zu akzeptieren und dann wieder einfach nur weinen zu wollen.

Wir sind nicht daran gewöhnt, eine geliebte Person zu verlieren, deshalb sollten alle Gefühle frei ausgesprochen werden. Wenn du sie versteckst oder nicht zulässt, schadest du dir selbst. Dies kann körperliche und emotionale Konsequenzen haben. Wir alle wissen, wie eng Körper und Geist miteinander verbunden sind.

Schreib eine Liste mit all den guten Dingen des Lebens

Liste-erstellen

In dieser depressiven Phase kann das Leben sinnlos erscheinen. Negative Gedanken kommen immer wieder auf. Deshalb kann es von großer Hilfe sein, täglich all die guten Dinge des Lebens aufzulisten, den Lebenspartner, Job, Kinder, Geschwister, Eltern, Freunde usw.

Versuche, das halbvolle nicht das halbleere Glas zu sehen. Auch wenn die geliebte Person nicht mehr da ist, gibt es viele Dinge, die dich glücklich machen können.

Entferne dich in diesem schwierigen Moment nicht von deiner Familie und deinen Freunden. Sie werden dir die benötigte Zuneigung geben.

Sprich über deine Gefühle. Falls nötig, kann dir dann ein Psychologe helfen. Er wird dir zuhören und dich unterstützen, um deinen Schmerz zu überwinden.

Lesetipp: 5 Trauerphasen und Empfehlungen zur Überwindung

Versteck dich nicht in der Bitterkeit

Menschen

Es gibt Extremfälle, in denen das Leid viele Jahre mitgetragen wird: dunkle Kleidung, Abkapselung sowie Flucht vor gesellschaftlichen Begebenheiten.

Dieser Teufelskreis sollte vermieden werden, denn insbesondere Freunde können dir aus dem tiefen Tunnel der Depression helfen.

Achte nach dem Verlust auf deine Gesundheit

Schlaf

Wer eine depressive Phase durchmacht, verliert oft jegliche Lust, hat keinen Hunger, verbringt schlaflose Nächte und hat überdies oft nicht genügend Kraft, sich zu pflegen. Doch gerade in dieser Situation sollten weitere Krankheiten vermieden werden.

Ernähre dich also gesund, versuche genügend zu schlafen, vermeide Alkohol- sowie Zigarettenkonsum und versuche, keine Beruhigungsmittel ohne ärtzliche Verschreibung einzunehmen.

Nochmals zur Erinnerung

Wenn eine geliebte Person verstirbt, können sehr harte Zeiten folgen. Doch mit der Zeit wirst auch du es schaffen, die Situation zu akzeptieren und den Schmerz zu überwinden.

  • Stroebe, M., Schut, H., & Stroebe, W. (2007). Health outcomes of bereavement. Lancet. https://doi.org/10.1016/S0140-6736(07)61816-9
  • Kristensen, P., Weisæth, L., & Heir, T. (2012). Bereavement and Mental Health after Sudden and Violent Losses: A Review. Psychiatry: Interpersonal and Biological Processes. https://doi.org/10.1521/psyc.2012.75.1.76