Photodynamische Therapie: Was ist das und wozu dient sie?

Die photodynamische Therapie ist eine Behandlung, die immer beliebter wird, da sie eine sichere und schnelle Lösung für viele Hautkrankheiten darstellt. Hier erfährst du alles Wissenswerte!
Photodynamische Therapie: Was ist das und wozu dient sie?

Letzte Aktualisierung: 08. August 2021

Die photodynamische Therapie ist eine nicht-invasive Behandlung, die in der Dermatologie eingesetzt wird. Sie wird in der Regel zur Behandlung von Krebs und Krebsvorstufen eingesetzt.

Diese Form der Phototherapie hat viele Vorteile und Anwendungsmöglichkeiten. In diesem Artikel erfährst du alles, was du darüber wissen musst!

Was ist photodynamische Therapie?

Die photodynamische Therapie ist eine Behandlung, die Dermatologen zur Behandlung von Hautproblemen einsetzen. Dabei wird eine photosensitive Substanz, also ein Stoff, der besonders lichtempfindlich ist, in den zu behandelnden Bereich eingebracht.

Anschließend muss eine Inkubationszeit abgewartet werden, in der die Zellen diese Substanz absorbieren. Nach dieser Zeit wird der zu behandelnde Bereich mit einer Laserlichtquelle bestrahlt.

Wenn der Behandler den Bereich belichtet, wird die lichtempfindliche Substanz, die dem Patienten zuvor verabreicht wurde, aktiviert. Dadurch wird in den Zellen, in denen sie sich befindet, oxidativer Stress ausgelöst. Dies führt letztlich zum Absterben der veränderten Zellen, was der eigentliche Zweck der Therapie ist.

Es handelt sich um eine selektive Behandlung. Das bedeutet, dass sie nur die ausgewählten abnormen Zellen angreift. Der Grund dafür ist, dass die abnormen Zellen besser in der Lage sind, das lichtempfindliche Material zu absorbieren. Außerdem bauen sie es langsamer ab.

Ein Patient beim Hautarzt.

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Wozu wird diese Therapie angewendet?

Die photodynamische Therapie ist für die Behandlung verschiedener Hautkrankheiten geeignet. Wie wir bereits erwähnt haben, ist sie vor allem bei genetisch veränderten Zellen nützlich. Mit anderen Worten, bei präkanzerösen und krebsartigen Läsionen. Im Folgenden findest du einige der Erkrankungen, bei denen sie am wirksamsten ist:

  • Aktinische Keratose
  • Basalzellkarzinom
  • Akne
  • Rosazea
  • Sonnenbedingte Hautalterung
  • Hidradenitis suppurativa (HS)

Das Verfahren

Bevor der Dermatologe mit der Behandlung beginnt, muss er den zu behandelnden Bereich reinigen. Da eine sehr gründliche Reinigung erforderlich ist, kann es vorkommen, dass er zu etwas aggressiveren Verfahren greifen muss.

Sobald deine Haut vorbereitet ist, trägt der Dermatologe den Photosensibilisator auf die zu behandelnde Stelle auf. Hier gibt es verschiedene Arten. Je nachdem, welche der Hautarzt einsetzt, dauert die Behandlung zwischen 30 Minuten und 5 Stunden.

Während dieser Zeit wird der Bereich mit einem Verband abgedeckt. Das ist sehr wichtig, damit die aufgetragene Substanz nicht auf das Licht reagiert. Nach Ablauf der vorgegebenen Zeit entfernt der Dermatologe den Verband und wäscht die Stelle erneut mit Wasser und Seife, um überschüssigen Photosensibilisator zu entfernen.

Nach Abschluss dieser Schritte behandelt der Dermatologe die Stelle mit dem gewählten Licht und der Anwendung, die hauptsächlich von der Art der zu behandelnden Läsion abhängt.

photodynamische Therapie - Kind beim Hautarzt

Ist die photodynamische Therapie schmerzhaft?

Wie wir bereits erwähnt haben, ist diese Behandlung nicht invasiv. Mit anderen Worten, sie erfordert keine Operation oder Schnitte. Dennoch solltest du bedenken, dass bei dieser Behandlung Zellen beschädigt werden. Obwohl die abnormen Zellen am meisten betroffen sind, wirkt sich die Behandlung auch auf gesunde Zellen aus.

Das liegt daran, dass eine bestimmte Menge des Photosensibilisators den Bereich um die Läsion herum beeinflussen kann. Daher kann der Bereich nach der photodynamischen Therapie gereizt und geschwollen aussehen. In diesem Falle verspürst du möglicherweise Schmerzen und Brennen während der Behandlung.

Vor- und Nachteile der photodynamischen Therapie

Abschließend möchten wir noch einmal betonen, dass es sich um eine nicht-invasive Therapie handelt. Sie kann dir helfen, eine Operation und alle damit verbundenen Risiken zu vermeiden. Darüber hinaus hat sie sich bei der Behandlung von Krebsvorstufen als sehr wirksam erwiesen, da sie 90 % dieser Läsionen beseitigen kann.

Einer der Nachteile sind jedoch die Kosten für diese photosensibilisierenden Substanzen. Außerdem könnte es sein, dass du mehrere Sitzungen benötigst, um die Läsion vollständig zu beseitigen, was für dich unangenehm sein kann.

Trotzdem wird die Methode immer beliebter, da ihre Vorteile die Risiken überwiegen. Es handelt sich um eine sichere und schnelle Lösung für viele Hautkrankheiten.

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