Hautgedächtnis: Das solltest du darüber wissen

4 Oktober, 2020
Die Tatsache, dass ein Hautgedächtnis existiert, führt dazu, dass sich im Laufe des Lebens das Risiko erhöht, Hauterkrankungen zu erleiden. Die Beschädigung der Zell-DNA nimmt zu und ist mit den Jahren nur schwer aufzuhalten.

Das Hautgedächtnis gibt es wirklich. Es handelt sich nicht um einen poetischen Begriff oder den Titel eines Romans. Es handelt sich um ein Phänomen, mit dem sich Dermatologen immer stärker beschäftigen. Das Hautgedächtnis hängt insbesondere mit der Sonneneinstrahlung und den später daraus entstehenden Schäden zusammen.

Die Haut ist das größte Organ des menschlichen Körpers. Tatsächlich misst sie insgesamt ungefähr 2,40 Meter und wiegt rund 4 Kilogramm. Darüber hinaus besteht sie aus 3 Schichten:

  • Hypodermis
  • Dermis
  • Epidermis

Dieses Organ fungiert als Barriere nach außen und schützt uns gegen aggressive Einflüsse und Umweltveränderungen. Darüber hinaus spielt die Haut eine wichtige Rolle für unser Aussehen und sogar für unser Selbstwertgefühl. Wenn du in den Spiegel blickst, siehst du einen großen Teil deines Hautgewebes.

Viele Menschen denken gar nicht viel darüber nach, dass die Haut besondere Pflege benötigt. Gleichzeitig müssen wir sie auch vor bestimmten Gefahren wie der Sonneneinstrahlung schützen. In unserem heutigen Artikel erklären wir dir, was das Hautgedächtnis ist, damit du verstehen kannst, warum es so wichtig ist.

Woraus besteht dein Hautgedächtnis?

Das Hautgedächtnis ist ein sehr interessantes Phänomen. Natürlich hat deine Haut kein Gedächtnis wie dein Gehirn. Wir sprechen vielmehr über die Tatsache, dass eine Haut, die sehr stark der Sonne ausgesetzt ist, ein größeres Risiko für zukünftige Hautverletzungen und -erkrankungen hat.

Mit anderen Worten, die Menschen, die häufig in die Sonne gehen, ohne ihre Haut ausreichend zu schützen, zeigen nach einigen Jahren viel häufiger Läsionen auf der Haut. Obwohl diese in einigen Fällen gutartig sind, können sie in anderen präkanzerös oder kanzerös sein.

Während du dich in der Sonne aufhältst, kann es sein, dass du möglicherweise gar nicht bemerkst, dass du einen Sonnenbrand hast. Allerdings verhindert das nicht, dass diese Läsionen entstehen. Und das ist auch der Hauptgrund, warum das konsequente Auftragen von Sonnencreme so wichtig ist. Darüber hinaus solltest du mindestens einen Sonnenschutzfaktor (SPF) 30 verwenden und das Produkt auf alle Körperteile auftragen, die der Sonne ausgesetzt sind.

Hautgedächtnis - Frau in der Sonne
Die Sonneneinstrahlung ist schädlich für die Haut und kann die Ursache bösartiger und kanzeröser Hautläsionen sein.

Das könnte dich ebenfalls interessieren:

Was ist die ABCDE-Regel in der Hautkrebsvorsorge?

Wie funktioniert dein Hautgedächtnis?

Die ultraviolette Strahlung des Sonnenlichts dringt tief in deine Haut ein. Wir sprechen in diesem Zusammenhang über zwei verschiedene Strahlungsarten: UVA und UVB. UVA-Strahlen gelangen durch die Wolken und sogar durch Brillen und erreichen die mittleren Schichten deiner Haut.

Da diese Strahlen so tief in die Haut eindringen, hängen sie mit Prozessen wie lichtbedingter Alterung und Sonnenflecken zusammen. Darüber hinaus können sie auch die DNA deiner Zellen beschädigen und zu Mutationen führen, die Hautkrebs hervorrufen können.

UVB-Strahlen sind jene Strahlen, die für den Sonnenbrand verantwortlich sind. Obwohl sie nicht so tief in die Haut eindringen können und nur bis zu Epidermis gelangen, stehen sie dennoch im Zusammenhang mit Hautkrebs. Daher musst du dich unbedingt vor beiden Strahlenarten schützen.

Das Hautgedächtnis basiert auf der Tatsache, dass diese Strahlungen die DNA deiner Zellen verändern. Was dann passiert, ist zunächst einmal, dass sich diese DNA-Schädigung selber repariert. Allerdings kumulieren sich diese Schädigungen im Laufe der Jahre bis ein Punkt erreicht ist, an dem sie irreparabel werden. Wenn der Prozess der Zellregeneration und -reparatur endet, kann Krebs entstehen.

Das solltest du ebenfalls lesen:

Was verrät deine Haut über deinen Gesundheitszustand?

Schütze stets deine Haut

Hautgedächtnis - Hauterneuerung
Es ist möglich, die Haut bis zu einem bestimmten Punkt wieder zu reparieren. Aber wenn die Veränderungen nicht mehr aufzuhalten sind, führen sie zu Hautkrebs.

Das Hautgedächtnis haben wir bereits von Geburt an. Wenn Kinder ungeschützt der Sonne ausgesetzt sind, wird das Risiko für Verletzungen umso größer. Daher ist es so wichtig, bereits bei Kindern sehr sorgfältig zu sein und ihre Haut insbesondere in den Stunden des Tages gut zu schützen, zu denen die Sonnenstrahlung besonders intensiv ist.

Gleichzeitig solltest du dir darüber bewusst sein, dass dein Hautgedächtnis und Hautkrebs sehr eng miteinander verbunden sind. Wenn du helle Haut und helle Augen hast, dann sind dies ebenfalls zusätzliche Risikofaktoren. Allerdings bedeutet das nicht, dass Menschen mit dunklerer Haut oder Augen nicht von diesen Schädigungen betroffen sind. Das Problem ist heutzutage so groß, dass Hautkrebs zu einer der häufigsten Krebsarten geworden ist.

Daher solltest du niemals vergessen, deine Haut zu schützen. Darüber hinaus solltest du dich von Solarien mit ultravioletter Strahlung fernhalten. Vergiss nicht: Obwohl du die Schäden nicht unmittelbar sehen kannst, werden sie im Laufe der Zeit dennoch auftreten. Deshalb solltest du heute alles dafür unternehmen, um deine Haut auf lange Sicht gesund zu halten.

  • [Skin Memory: The Clinical Implications] – PubMed. (n.d.). Retrieved June 3, 2020, from https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/27172692/
  • Fundación Piel Sana – Noticia Exposoma | La memoria de la piel. (n.d.). Retrieved June 3, 2020, from https://fundacionpielsana.es/prevencion/exposoma-la-memoria-de-la-piel
  • Press, E. (n.d.). La piel tiene memoria y, cuanta más exposición solar, mayor posibilidad de lesiones cutáneas.
    La radiación UVB y UVA en el punto de mira de la ciencia con La Roche-Posay. (n.d.). Retrieved June 3, 2020, from https://www.laroche-posay.es/artículo/protección-solar/a4020.aspx
  • Mackay, Laura K., et al. “The developmental pathway for CD103+ CD8+ tissue-resident memory T cells of skin.” Nature immunology 14.12 (2013): 1294-1301.