Gesundheit der Haut: Was stimmt und was nicht?

6 November, 2019
Um die Gesundheit der Haut ranken sich zahlreiche Mythen. Doch welche Pflegehinweise sind wirklich nützlich und welche schädlich? In diesem Artikel räumen wir mit ihnen auf und verraten dir, wie du deine Haut effektiv schützen kannst.

Um die Gesundheit der Haut ranken sich zahlreiche Mythen. Doch welche Pflegehinweise sind wirklich nützlich und welche schädlich? In diesem Artikel räumen wir mit ihnen auf und verraten dir, wie du deine Haut effektiv schützen kannst.

Fakt ist, dass der Gesundheit der Haut nicht immer genug Aufmerksamkeit gewidmet wird. Obwohl die Haut unser größtes und mitunter eines der wichtigsten Organe unseres Körpers ist, pflegen wir sie nicht immer ausreichend. Oftmals spielt sie nur aus rein ästhetischen Gründen eine Rolle.

Aber dabei schützt sie uns vor äußeren Einwirkungen, beispielsweise Temperaturunterschieden, der Luft und Bakterien. Außerdem spiegelt die Haut häufig Veränderungen an anderen Stellen des Körpers wider, die es zu beachten gilt.

Wusstest du, dass es gewisse Tumore gibt (zum Beispiel solche, die in der Lunge entstehen), die zu einer Nesselsucht auf der Haut führen können? Tatsächlich zeigen sich an ihr die ersten Symptome einer systemischen Störung.

Weiterhin erlaubt sie es uns, zu fühlen und beeinflusst unser Aussehen, unsere Sexualität sowie unser Selbstwertgefühl. Daher wollen wir in diesem Artikel näher auf die verschiedenen Mythen eingehen, die um die Gesundheit der Haut kursieren.

Beeinflusst die Hydrierung die Gesundheit der Haut?

Diese Frage kann bejaht werden. Wasser zu trinken ist wichtig, um das Funktionieren des gesamten Organismus zu gewährleisten und die Haut sowohl hydriert als auch frisch zu halten.

Jedoch stimmt es nicht, dass du jeden Tag 2 l Wasser trinken musst, um sie gesund zu halten. Zwar ist es richtig, dass zwischen 1,5 und 2 l empfehlenswert sind. Dies ist allerdings nur ein Richtwert: Die Menge ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Sport, die Umgebungstemperatur oder die Ernährung können diese beeinflussen. Zudem wirkt sich die Menge, die du trinkst, nicht direkt auf die Hautgesundheit aus.

Heilt die Sonne Akne?

Dies ist ein weit verbreiteter Mythos. Viele Menschen glauben, dass ein ausgiebiges Sonnenband Akne verschwinden lassen kann. Leider ist es aber nicht so einfach: Zunächst solltest du wissen, dass sich der Großteil der Behandlungsmaßnahmen, die bei Akne angewandt werden, durch Lichtempfindlichkeit auszeichnen.

Wenn du also beispielsweise ein Medikament gegen Akne einnimmst, können Sonnenstrahlen zu einer Reaktion auf der Haut führen. Außerdem ist ohne Sonnenschutzmittel ein Sonnenbrand möglich. Dieser verschlimmert die Akne zusätzlich.

Wenn du weiterhin Narben aufgrund von Pickeln haben solltest, führt die Sonne dazu, dass diese nur sichtbarer werden. Beim Sonnenbad solltest du also auf eine starke Sonneneinstrahlung verzichten und unbedingt Sonnencreme auftragen.

Lies auch: Akne natürlich behandeln: 5 Tipps

Erneuert sich die Haut regelmäßig?

Auch hier kann mit einem Ja geantwortet werden. Die Haut ist ein Organ mit einem eigenständigen Zyklus. Ihre Zellen erneuern sich in der tiefsten Schicht kontinuierlich. Von dort wandern sie in die Epidermis, die äußerste Schicht der Haut, und ersetzen die alten Zellen.

Der gesamte Prozess nimmt dabei ca. 28 Tage in Anspruch. Jedoch verlangsamt er sich mit fortschreitendem Alter. Auch Sonneneinstrahlung, Schlafmangel und eine schlechte Ernährung haben auf diesen Vorgang einen Einfluss.

Helfen Peelings bei Cellulite?

Insbesondere viele Frauen glauben, dass das Peelen der Oberschenkel oder des Pos gegen Cellulite helfen kann. Bei dieser handelt es sich um die Anhäufung von Fett in den tiefsten Hautschichten. Was wir mit Peelings jedoch lediglich erreichen, ist die Stimulierung der äußersten Hautschicht. Daher ist diese Annahme ein Irrglaube.

Um Cellulite effektiv zu verringern, sind eine ausgewogene Ernährung und regelmäßiger Sport notwendig. Wenn du dieses Ziel gewissenhaft verfolgen willst, solltest du entweder mit deinem Arzt sprechen oder dir einen Personaltrainer zulegen, der dich dabei unterstützen kann.

Für mehr Tipps: 5 Übungen gegen Cellulite an Gesäß und Oberschenkeln

Hat Stress Auswirkungen auf die Gesundheit der Haut?

Auch das stimmt. Wie in einer veröffentlichten Studie der Fachzeitschrift ‚Clinical and Experimental Dermatology‘ erwähnt, wirkt sich anhaltender Stress sowohl auf die Gesundheit der Haut als auch auf den restlichen Organismus aus. Tatsächlich konnten Veränderungen und dermatologische Erkrankungen nachgewiesen werden, die mit diesem Faktor zusammenhängen.

Die Psioriasis beispielsweise, auch Schuppenflechte genannt, ist eine chronische Hautkrankheit, die durch rote Flecken mit weißlichen Schuppen gekennzeichnet ist. Sie kann an den betroffenen Stellen Schmerzen und Juckreiz verursachen. Es wurde festgestellt, dass sie sich bei Stress wesentlich verschlechtert.

Ein anderes Beispiel ist die Alopecia areata. Diese Autoimmunkrankheit hat Haarausfall an bestimmten Stellen zur Folge. Auch sie wird mit Angst und Stress in Verbindung gebracht.

Schlussfolgerung

In diesem Artikel hast du einige falsche Annahmen kennengelernt, die im Zusammenhang mit der Gesundheit der Haut bestehen. Um auf der sicheren Seite zu sein, solltest du daher bei Problemen lieber immer deinen Arzt aufsuchen.

Außerdem gibt es einfache Methoden, nicht nur deine Haut zu pflegen, sondern auch deinen gesamten Organismus zu schützen. Auf eine ausreichende Hydrierung und genügend Schlaf zu achten verbessert dessen Funktionsweise.

Wie auch erwähnt, solltest du die Mittagssonne vermeiden, da diese gefährlich sein und sowohl unsere Haut als auch unsere Gesundheit schädigen kann. Denke daher immer an ein Sonnenschutzmittel.

  • Hunter, H. J. A., Momen, S. E., & Kleyn, C. E. (2015). The impact of psychosocial stress on healthy skin. Clinical and Experimental Dermatology, 40(5), 540–546. https://doi.org/10.1111/ced.12582
  • ¿Cómo hidratar la piel? – Parc de Salut Mar. (n.d.). Retrieved July 30, 2019, from https://www.parcdesalutmar.cat/es/dermatologia/consells-practics/hidratar-pell/
  • Haluza D, Simic S, Moshammer H. Sun Exposure Prevalence and Associated Skin Health Habits: Results from the Austrian Population-Based UVSkinRisk Survey. Int J Environ Res Public Health. 2016;13(1):141. Published 2016 Jan 19. doi:10.3390/ijerph13010141
  • Basavaraj, K. H., Navya, M. A., & Rashmi, R. (2011, July). Stress and quality of life in psoriasis: An update. International Journal of Dermatology. https://doi.org/10.1111/j.1365-4632.2010.04844.x
  • Rousset, L., & Halioua, B. (2018, October 1). Stress and psoriasis. International Journal of Dermatology. Blackwell Publishing Ltd. https://doi.org/10.1111/ijd.14032
  • Gupta, M. A., Gupta, A. K., & Watteel, G. N. (1997). Stress and alopecia areata: A psychodermatologic study. Acta Dermato-Venereologica77(4), 296–298.
  • Hosoi, J. (2006, August). Stress and the skin. International Journal of Cosmetic Science. https://doi.org/10.1111/j.1467-2494.2006.00330.x