Was ist oxidativer Stress?

21 Dezember, 2019
Oxidativer Stress scheint mit verschiedensten Krankheiten in Verbindung zu stehen, unter anderem mit Krebs oder Krankheiten neurologischen Ursprungs. Erfahre heute, was oxidativer Stress ist. 

Oxidativer Stress ist ein Prozess auf zellulärer Ebene. Es handelt sich um ein kompliziertes Konzept, das als Zellschädigung durch freie Radikale definiert wird. Doch was sind freie Radikale?

Als freie Radikale bezeichnet man Stoffwechselprodukte, die im Körper gebildet werden können. Im engeren Sinne geht es um reaktive Formen des Sauerstoffs, die im Stoffwechsel entstehen. Sauerstoff spielt bei vielen chemischen Reaktionen eine wichtige Rolle. Auch die Zellen benötigen Sauerstoff für einen Großteil ihrer Funktionen.

Die freien Radikale sind hoch reaktiv und können deshalb Moleküle in ihrer Nähe schädigen, wenn sie nicht neutralisiert werden. In großen Zügen ist dies oxidativer Sterss: Zellschäden durch freie Radikale.

Wie entsteht oxidativer Stress?

Wir wissen alle, dass Sauerstoff für unser Leben grundlegend ist. Die Zellen unseres Organismus benötigen ihn, um korrekt funktionieren zu können. Doch in den Zellen wird Sauerstoff in reaktive Moleküle umgewandelt, nachdem er im Stoffwechsel zum Einsatz kommt.

Diese Moleküle bezeichnet man als freie Radikale. Normalerweise werden sie durch antioxidative Substanzen neutralisiert. So erreicht der Organismus ein Gleichgewicht, um Zellschäden zu verhindern.

Doch in verschiedenen Situationen können die Antioxidantien die freien Radikale nicht neutralisieren. Dadurch vermehren sie sich in der Zelle und führen zu Schäden, welche den Alterungsprozess und den Tod der Zelle beschleunigen.

Genau dies ist oxidativer Stress. Er führt also zu Zellschäden, die das Gewebe zerstöre und in der Folge auch die Organe beeinträchtigen. Deshalb kann man sagen, dass oxidativer Stress das Entstehen bestimmter Krankheiten und den Alterungsprozess begünstigt.

oxidativer Stress

Was sind die Folgen?

Die wichtigsten Konsequenzen durch oxidativen Stress äußern sich in verschiedenen Krankheiten. So entstehen dadurch beispielsweise viele Krebsprozesse. 

Zahlreiche Studien sehen auch einen Zusammenhang zwischen Hautalterung und oxidativem Stress. Außerdem könnten auch neurologische Störungen oder Herz-Gefäß-Krankheiten darauf zurückzuführen sein.

Welche Faktoren beeinflussen den oxidativen Stress?

Wie bereits erwähnt, handelt es sich um einen Prozess auf zellulärer Ebene. Großteils ist dieser Prozess auf einen Mangel an antioxidativen Substanzen zurückzuführen. Doch es ist möglich, über die Ernährung mehr Antioxidantien einzunehmen. Doch die Ernährung ist nicht die einzige Ursache für die Entstehung dieser Art von Stress.

Auch andere Faktoren haben einen großen Einfluss auf oxidativen Stress: So fördert beispielsweise aktives und passives Rauchen den beschriebenen Prozess.  Andere Drogen wie Alkohol oder auch Medikamente können ebenfalls dafür verantwortlich sein.

Darüber hinaus konnte nachgewiesen werden, dass auch die Umweltverschmutzung, die Sonnenexposition und unausgeglichene physische Aktivitäten oxidativen Stress durch mehr freie Radikale begünstigen.

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Oxidativer Stress: Wie kann man Vorsorge leisten?

Am besten hältst du dich von den genannten Faktoren fern, welche die Gefahr für oxidativen Stress signifikant erhöhen. Es ist grundlegend,  nicht zu rauchen, stark verschmutzte Umgebungen zu meiden und nicht aktiv und ungeschützt an die Sonne zu liegen.

Andererseits kannst du oxidativen Stress durch die richtige Ernährung reduzieren. Wenn du darauf achtest, ausreichend Antioxidantien aufzunehemn, und du dich gesund und vielseitig ernährst, kannst du gute Vorsorge leisten. Experten empfehlen folgende Nahrungsmittel:

  • Rote Früchte, Gemüse und Hülsenfrüchte
  • Lebensmittel mit viel Carotin, wie beispielsweise Karotten oder Süßkartoffeln
  • Nahrungsmittel mit den Vitaminen A, C und E, zum Beispiel Tomaten, Brokkoli oder Zitrone.
  • Knoblauch, am besten roh.
Oxidativer Stress: Wie kann man Vorsorge leisten?

Das Beste ist eine ausgeglichene Ernährung, die all diese Lebensmittel enthält. Vorzugsweise solltest du so gut wie möglich auf gesättigte Fettsäuren und Fertigprodukte verzichten. Du solltest nicht zu strikt mit dir sein, doch versuchen, dir eine gesunde Ernährung zur Gewohnheit zu machen.

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Abschließende Bemerkung

Oxidativer Stress schädigt die Zellen und wird durch verschiedene Faktoren verursacht. Wir können diese jedoch relativ gut reduzieren und kontrollieren, indem wir gesunde Lebensgewohnheiten und eine vielseitige, gesunde Ernährung einführen.

Viele Krankheiten scheinen mit oxidativem Stress in Verbindung zu stehen. Deshalb lohnt es sich, die Ernährung entsprechend zusammenzustellen und mehr antioxidative Lebensmittel zu verzehren. Lasse dir am besten von einem Ernährungsberater helfen, der dich individuell beraten kann.

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