Molekül zur Behandlung von Eierstockkrebs und Bauchspeicheldrüsenkrebs

· 15 April, 2017
Zwar befindet sich diese neue Technik noch in der Experimentierphase, doch sie klingt sehr vielversprechend. Es könnte sich um einen sehr wichtigen Schritt in der Behandlung verschiedener Krebsarten handeln.

Die Fakultät für Medizin der Universität Standford (USA) hat ein Molekül entwickelt, das in einigen Monaten einen großen Schritt in der Behandlung von Eierstockkrebs und Bauchspeicheldrüsenkrebs bedeuten könnte.

Im Moment befinden sich die Forschungen noch im experimentellen Stadium. Die bei Tierversuchen erhaltenen Resultate scheinen jedoch sehr positiv zu sein.

Das neue Molekül gibt große Hoffnung: Damit kann Krebs nicht nur gestoppt, sondern auch rückgängig gemacht werden.

In einer in verschiedenen Medien präsentierten Studie heißt es, dass sich Wissenschaftler der Stanford Medicine sehr optimistisch zeigen.

Sie hoffen, mit dieser neuen Technik in der nahen Zukunft schwerwiegende Krankheiten wie Eierstockkrebs und Bauchspeicheldrüsenkrebs behandeln zu können.

Anschließend erfährst du mehr über diese neue Methode.

Ein „Baseballhandschuh“ gegen Eierstock- und Bauchspeicheldrüsenkrebs

Die Forscher nennen das Molekül „Baseballhandschuh“ aufgrund seines Aussehens und seiner Wirkung. Das Molekül zieht die bösartigen Zellen an und lässt sie dann im „Abseits“, ähnlich wie dies beim Baseball der Fall ist.

Amato Giaccia ist der Leiter dieser Forschung, mit der man neue, praktische Ansätze zur Behandlung von Eierstockkrebs und Bauchspeicheldrüsenkrebs sucht.

Diese beiden Krankheiten haben einiges gemeinsam, deshalb hat das Forscherteam entschieden, sich anfangs auf diese beiden Krebsarten zu konzentrieren.

  • Beide sind in der Anfangsphase schwer zu erkennen, schreiten jedoch meist sehr schnell voran.
  • Sobald Krebs an den Eierstöcken oder der Bauchspeicheldrüse festgestellt wird, wird normalerweise eine chirurgische Intervention vorgenommen, um den Tumor zu beseitigen.
  • Daran schließt eine Behandlung mit Chemo- und Radiotherapie an.
  • Die Behandlungen sind meist sehr aggressiv. Der Patient wird dadurch geschwächt und die Krebszellen tauchen meist nach einer Zeit erneut auf.

Anschließend erklären wir, wie das neue Molekül funktionieren soll und was damit bezweckt wird.

Das Molekül, das Krebszellen ins Abseits bringt

Amato-Giaccia

Sowohl Eierstock- als auch Bauchspeicheldrüsenkrebs schreiten, wie bereits erwähnt, sehr schnell voran. In dem Augenblick, in dem der Patient die Diagnose erhält, kann der Tumor bereits andere Organe befallen haben.

  • Der Kampf gegen Metastasen ist für Wissenschaftler eine riesige Herausforderung und für Patienten und Familie ein extrem schwieriger Weg.
  • Die meisten Behandlungen haben bis jetzt versucht, das Fortschreiten der Krankheit zu verhindern, um das Leben der Patienten zu verlängern und gleichzeitig die Lebensqualität zu verbessern.
  • Dr. Amato Giaccia und sein Team haben jedoch ein Molekül entwickelt, das Krebs nicht nur bremsen, sondern auch rückgängig machen kann.

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Das Molekül dient sozusagen als „Köder“. Es verbindet sich mit einem bestimmten Protein des Gens 6, mit dem man das Wachstum des Tumors stoppen und diesen gleichzeitig zerstören kann.

  • Dies erreicht man, da man die Funktion des Tyrosinkinaserezeptors „Axl“ stoppt. Dieser ist für das Überleben und die Verbreitung der bösartigen Tumorzellen grundlegend.
  • Das neue Molekül bzw. der „Baseballhandschuh“ kann geimpft und beispielsweise mit Chemotherapie kombiniert werden, um eine bessere Wirkung zu erzielen.

Auf diese Weise werden die Tumorzellen zerstört und die Krankheit geheilt. Molekül

Zukunftsperspektiven

Wie bereits erwähnt, befindet sich die Studie noch in der Versuchsphase, doch die in Tierversuchen erhaltenen Ergebnisse sind vielversprechend.

Patienten mit Bauchspeicheldrüsen- und Eierstockkrebs setzen große Hoffnung auf diese neue Technik.

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Derzeit kann das Molekül, das man technisch als „MYD1-72“ bezeichnet, Folgendes erreichen:

  • Zusätzliche, weniger aggressive Therapie. Die Nieren sowie Abwehrmechanismen der Patienten beeinträchtigt man durch die Behandlung mit diesem Molekül nicht so stark.
  • In Tierversuchen konnte man eine Erfolgsquote von 95% bei nicht sehr forgeschrittenen Erkrankungen erzielen.
  • Und in jenen Fällen, in denen bereits eine Metastase vorlag, konnte die Behandlung eine Erfolgsquote von 51% erreichen.

In diesen schwerwiegenden Fällen soll man die Behandlung jedoch mit Chemotherapie kombinieren, um den Tumor zu bekämpfen.

Labor

Mit klinischen Versuchen an Menschen soll bereits in Kürze begonnen werden.

Die Aussichten sind vielversprechend, deshalb haben sich die Forscher zum Ziel gesetzt, weitere Moleküle zu entwickeln, um damit auch andere Krebsarten behandeln zu können.

Wir werden die Fortschritte dieser neuen Technik weiterhin beobachten.