Medikament um Chemotherapie bei Lungenkrebs zu reduzieren

· 25 August, 2017
Wenn die Chemotherapie niedriger dosiert werden kann, können auch die starken Nebenwirkungen reduziert werden. Darüber hinaus kann aus dieser meist tödlich verlaufenden Krankheit ein chronisches Leiden werden. 

Auch wenn uns mitgeteilt wird, dass Krebs heilbar ist, fürchten wir uns vor dieser Krankheit, denn Strahlen- oder Chemotherapie sind sehr aggressive Behandlungen und werden deshalb gefürchtet.

Wer damit Erfahrungen aus nächster Nähe hat, weiß, dass das Schlimmste nicht die Behandlung, sondern ihre Nebeneffekte sind. 

Deshalb ist die Wissenschaftsgemeinschaft auf der Suche nach effektiven Lösungen, um die Chemotherapie zu reduzieren oder durch andere Therapien zu ersetzen.

Insbesondere bei Lungenkrebs ist das kein einfaches Unterfangen, doch heute stellen wir einen wichtigen Fortschritt auf diesem Gebiet vor. 

Bevor wir näher darauf eingehen, nennen wir kurz die Folgen, die bei einer Chemotherapie auftreten können, denn dabei kann es nicht nur zu Haarausfall, sondern auch zu vielen weiteren Nebenwirkungen kommen:

  • Allgemeines Unwohlsein
  • Übelkeit
  • Brechreiz
  • Intensive Schmerzen
  • Organschäden

Es handelt sich um eine sehr starke Medikation, die auch zuvor gesunde Organe in Mitleidenschaft ziehen kann. 

Bei einer Behandlung von Krebs kommt es im Inneren des Körpers zu einer „Zellschlacht“.

Die bösartigen Zellen bekämpfen die gesunden, um zu überleben und konzentrieren darauf alle ihre Kräfte. Um die malignen Angreifer zu bekämpfen, werden Medikamente verwendet, die auch die gesunden Zellen gefährden.

Frau nach Chemotherapie

Forscher suchen deshalb nach Alternativen, um diese Gefahr zu reduzieren oder ganz auszuschließen. Das Ziel ist klar: die Lebensqualität der Betroffenen und der Überlebenden zu verbessern.

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Immuntherapie: Schlüssel zur Reduktion von Chemotherapie bei Lungenkrebs

Arzt forscht über Lungenkrebs

In diesem Therapieansatz konzentriert man sich darauf, die gesunden Zellen zu stärken, anstatt die bösartigen zu töten. Dies hat sich die Immuntherapie zur Aufgabe gemacht.

Trotz verschiedener Fortschritte, konnten bei Lungenkrebs bis jetzt jedoch nicht die ersehnten Erfolge erzielt werden.
Man ging dazu über, das Verhalten von Lungentumoren zu erforschen, um eine neue Behandlungsmöglichkeit zu finden. 
Dabei wurde herausgefunden, dass die bösartigen Zellen einen Schutzwall entwickeln, um zu verhindern, dass Arzneimittel zu ihrem Ziel gelangen. In anderen Fällen entwickelte das Immunsystem eine Art von Arzneimitteltoleranz.
Deshalb stellt sich folgende Frage: „Wie kann man erreichen, dass ein Medikament zur Behandlung von Lungenkrebs diese Hindernisse überschreitet?
Ein Onkologenteam des Hospital 12 de Octubre von Madrid (Spanien) konnte diesbezüglich wichtige Fortschritte erzielen.
Die Behandlung wird nicht mehr allgemein auf das Immunsystem gerichtet, sondern auf ein ganz spezifisches Protein, das PD1 genannt wird.
Der Arzt Gil Bazo, Experte auf dem Gebiet der Krebsforschung, erklärt, dass das Protein PD-1 gemeinsam mit seinem Rezeptor PD-L1 dafür verantwortlich ist, dass die bösartigen Krebszellen der Erkennung durch das Immunsystem entgehen.
Auf dieser Grundlage konnte ein Medikament entwickelt werden, das große Hoffnung macht. Es nennt sich Pembrolizumab.
Allerdings können damit nur jene Lungenkrebs-Patienten behandelt werden, bei denen die Tumorzellen sehr viel PD-L1 aufweisen (mindestens 51%).

Mit diesem Medikament kann Lungenkrebs zu einer chronischen Krankheit werden

Lungenkrebs

In anderen Artikeln haben wir bereits über Therapien gesprochen, die zwar bei Krebs keine definitive Lösung bieten, jedoch ermöglichen, das Leben zu verlängern, auch wenn dieses nicht asymptomatisch verläuft.

Vor nicht allzu langer Zeit waren auch Krankheiten wie Tuberkulose, Syphilis, Asthma etc. unheilbar und tödlich, doch die medizinischen Fortschritte der letzen Jahre konnten sehr viel erreichen.

Verschiedene Krankheiten sind inzwischen ausgestorben, andere können geheilt oder zumindest so behandelt werden, dass ein erfülltes Leben möglich ist. 

Mit diesem neuen Therapieansatz können die Nebeneffekte der Chemotherapie reduziert werden. Außerdem konnte damit ein wichtiger Schritt gemacht werden, um diese oft tödlich verlaufende Krankheit zu kontrollieren. 

Lungenkrebs ist sehr aggressiv. Die Ursachen dafür hängen meist mit Lebensgewohnheiten zusammen, die nur sehr schwer zu verändern sind.

Deshalb handelt es sich um eine schwer zu behandelnde Krebsart, die sehr oft tödlich endet.

Die Zulassung des Arzneimittels Pembrolizumab in der EU ist deshalb ein sehr wichtiger Schritt auf dem Weg zum Sieg über Lungenkrebs.

Ein Leben in Würde ist immer ein Sieg.

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Verschiedenste Krebsforscher sind weiterhin darum bemüht, den nächsten Schritt zu tun. Sie wissen selbst am besten, dass es in der Medizin und der Wissenschaft nie ein letztes Wort gibt.

Fortschritte sind nur dann möglich, wenn man nie aufgibt und die Dinge nicht so akzeptiert wie sie sind, sondern immer weiter verbessern möchte.

Wissenschaftler sind das beste Beispiel für einen revolutionären Geist. Sie geben sich nicht mit einem „das ist unmöglich“ zufrieden, denn es geht darum, das Leben vieler Menschen zu verbessern.