Hilft Leinsamen gegen Cellulite?

· 28 Juni, 2015

Cellulite ist ein weit verbreitetes Phänomen, das viele Frauen betrifft. Keine Frau ist davon begeistert und jede würde gerne etwas dagegen tun. Kein Wunder, dass es sehr viele Ratschläge gibt, was gegen Cellulite hilft. Einer dieser Ratschläge basiert auf Leinsamen. Was ist dran? Wir erklären es dir!

Cellulite ist keine Krankheit, sondern ganz einfach eine veranlagte (also erblich bedingte) Bindegewebsschwäche. Je älter die Frau, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass Cellulite auftritt. Statistisch gesehen haben 80-90% aller Frauen irgendwann in ihrem Leben Cellulite. Früher oder später also so ziemlich alle!

cellulite-körper-500x338Ursachen von Cellulite

Je mehr Fett im Bindegewebe eingelagert werden muss, desto ausgeprägter erscheint die Cellulite. Je weniger Fett man also an Po und Oberschenkeln hat, desto weniger intensiv fällt auch die Cellulite aus. Gewichtseduktion ist also unbedingt nötig, um die Cellulite so gering wie möglich zu halten. Da Übergewicht auch für eine große Anzahl an Folgeerkrankungen und Gesundheitsrisiken verantwortlich ist, sollte man nicht nur aus optischen – Cellulite-Gründen – auf eine gesunde Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse und wenig Fett achten. Bleibt das Gewicht im Rahmen, bleibt das auch die Cellulite! Ein weiterer Faktor von Cellulite sind Wassereinlagerungen im Bindegewebe. Bei Wassereinlagerung erscheint das Bindegewebe aufgequollen und die einzelnen „Stege“ zwischen den „Dellen“ der Cellulite werden sichtbar.

Leinsamen-digiyesica-500x381Leinsamen

Die Leinpflanze, auch Flachs genannt, ist besonders vielseitig: Aus ihren Stängeln werden die Fasern für Leinen gewonnen und aus ihren Samen das Leinöl. Leinsamen kann man geschrotet oder im Ganzen kaufen und sie sind in vielen Brötchen und Müslimischungen enthalten. Leinsamen sind besonders bekannt für ihre Fähigkeit, im zerkleinerten Zustand (zerkaut oder geschrotet) ein Vielfaches an Wasser an sich zu binden und dadurch das Stuhlvolumen zu erhöhen. Dies hielft sehr gut gegen Verstopfung. Weniger bekannt ist allerdings das Leinöl, das aus den kleinen Samen gewonnen wird. Du kannst es im Bioladen in großer Auswahl kaufen. Leinöl hat den höchsten bekannten Gehalt an Omega3-Fettsäuren. Je nach Sorte enthält Leinöl auch 10 – 20% Linolsäure. Linolsäure ist, ebenso wie α-Linolensäure, ein essentieller Nährstoff und muss deshalb unbedingt mit der Nahrung zugeführt werden.

Linolsäure gegen Cellulite

Linolsäure ist ein regelmäßiger Bestandteil der menschlichen Haut. Außerdem ist Linolsäure an der Wasserregulierung in der Haut beteiligt. Daher wird sie, besonders in Naturkosmetik, gerne in Hautcremes eingesetzt. Wie tief Linolsäure, die von außen aufgetragen wird, in das Hautgewebe eindringt, ist nicht endgültig erforscht. Eine Massage mit Leinöl kann also dazu führen, das sich im Bindegewebe angesammelte Wasser zu lösen.

LeinsamenLeinöl gegen Übergewicht?

Nahrungsfette haben die höchste Kaloriendichte aller Nährstoffe. Mit 9kcal pro Gramm haben sie mehr als doppelt so viele Kalorien wie ein Gramm Kohlenhydrate oder Eiweiß. Daher werden Fette und Öle schnell verteufelt und als „Dickmacher“ verschrien. Nahrungsfette sind aber Lieferanten essentieller Fettsäuren, die wir unbedingt mit unserer Nahrung aufnehmen müssen. Grundsätzlich muss man zwischen gesättigten und ungesättigten Fettsäuren unterscheiden. Gesättigte Fettsäuren sind ganz einfach zu erkennen: sie sind bei Zimmertemperatur fest. Dazu gehören alle tierischen Fette, Palmkernfett und Kokosnussfett. Gesättigte Fettsäuren sind nicht lebensnotwendig, in erhöhtem Maße sogar gesundheitsschädlich.

Mehrfach ungesättigte Fettsäuren kann der Körper nicht selbst herstellen, sie sind daher essentiell. Zu den zweifach ungesättigten Fettsäuren zählt z.B. die Linolsäure. Entscheidend ist aber nicht nur die Aufnahme solcher essentieller Fettsäuren durch unsere Nahrung, sondern auch, dass das Verhältnis dieser Fettsäuren untereinander optimal ist. Je höher der Anteil an Omega3-Fettsäuren und je geringer der Anteil an Omega6-Fettsäuren, desto optimaler ist das Öl. Den höchsten Gehalt an Omega3 hat das heimische Leinöl!

Streichst du nun konsequent tierische Fette von deinem Speiseplan und ersetzt sie ebenso konsequent durch Leinöl, nimmst du weniger Kalorien zu dir (weil du automatisch keine fetten Wurst- und Fleischwaren, sowie fette Milchprodukte isst) und verlierst somit an Fett. Deine Cellulite wird weniger sichtbar. Achtung: Leinöl darf nicht stark erhitzt werden! Es ist nicht geeignet, um damit zu braten!

Wenn Du geschrotete Leinsamen über deine Gemüsepfanne, in dein Müsli oder in deinen Smoothie rührst, erhöhst du zusätzlich deine Ballaststoffzufuhr. Das macht lange satt, schützt vor unnötigen Zwischenmahlzeiten und Snacks und führt so ebenfalls zu einer Reduktion von Körperfett – und das macht sich auch bei deiner Cellulite positiv bemerkbar!