Hautreaktivität: Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten

5 August, 2020
Bei erhöhter Empfindlichkeit kann die Haut mit Rötungen, Trockenheit, Reizungen und anderen Beschwerden reagieren, die mit anderen Hautkrankheiten verwechselt werden könnten. Erfahre heute Interessantes über dieses Thema.

Die Hautreaktivität ist ein relativ häufiges Problem, das in der Regel auf eine erhöhte Empfindlichkeit durch verschiedene Faktoren zurückzuführen ist. Dadurch kommt es zu Rötungen, Trockenheit, Reizungen oder anderen Beschwerden, die plötzlich und zum Teil ohne offensichtlichen Grund auftreten.

Dieses Phänomen ist bei Frauen häufiger. Aus Statistiken geht hervor, dass rund ein Drittel der weiblichen Bevölkerung daran leidet. Bei manchen sind die Symptome so häufig vorhanden, dass sie praktisch zur Gewohnheit und als normal betrachtet werden. Viele Hautärzte tun sich damit schwer, diese Hautbeschwerden richtig einzuordnen.

Hautreaktivität wird auch als “empfindliche Haut”, “intolerante” oder “reizbare” Haut bezeichnet. Doch all diese Bezeichnungen sind nicht präzise. Es handelt sich auch nicht um eine Krankheit als solche, doch trotzdem können die Auswirkungen lästig sein und unschön aussehen. Du möchtest wissen, wie es dazu kommt und was man dagegen tun kann? Dann lies weiter!

Hautreaktivität: Was ist das?

Die Reaktionen empfindlicher Haut werden fachsprachlich als Hautreaktivität bezeichnet, da dieser Ausdruck etwas präziser ist. Die dadurch entstehenden Symptome sind unangenehme Beschwerden wie Brennen, Juckreiz oder Schmerzen

Man spricht nur dann von einer Hautreaktivität, wenn keine Krankheit vorhanden ist, die die Hautbeschwerden auslöst. Es handelt sich also nicht um eine allergische Reaktion auf eine bestimmte Substanz (wie zum Beispiel durch Seife), welche die Symptome erklären könnte.

Darüber hinaus sind die Beschwerden nicht kontinuierlich, treten jedoch immer wieder auf. Häufig sind sie auf die Verwendung bestimmter Kosmetika zurückzuführen. 

Hautreaktivität
Die Hautreaktivität löst Symptome wie Reizungen, Rötungen, Juckreiz und andere lästige Beschwerden aus, wenn bestimmte Faktoren vorhanden sind.

Wir empfehlen dir auch diesen Beitrag: 7 Feinde deiner Haut, die du oft ignorierst

Ursachen für Hautreaktivität

Die Ursachen der genannten Hautreaktionen sind wissenschaftlich noch nicht ausreichend erforscht. Allerdings liegen drei Hypothesen vor, die dieses Phänomen erklären:

Des Weiteren konnten Forscher verschiedener Faktoren ausfindig machen, die zu Hautreaktivität führen können. Dazu zählen unter anderem folgende:

  • Falsche Verwendung von Kosmetika
  • Kontinuierliche Exposition gegenüber schädlichen Chemikalien
  • Umweltverschmutzung
  • Wärmebehandlung oder Strahlung
  • Extreme Temperaturen
  • Bestimmte Arzneimittel
  • Stress
  • Schlafmangel
  • Geringe Feuchtigkeit
  • Alkohol
  • Scharfe oder stark gewürzte Speisen
Hautreaktivität
Die falsche Verwendung von Kosmetika, die Exposition gegenüber schädlicher Chemikalien, Stress und andere Faktoren können zur Hautreaktivität führen.

Pflegemaßnahmen, um unangenehme Hautreaktionen zu verhindern 

Menschen, die an überempfindlichen Hautreaktionen leiden, müssen bei der Wahl von Pflegeprodukten besonders vorsichtig sein. Am besten lassen sie sich von einem Hautarzt beraten, der spezifische Produkte empfehlen kann. 

Außerdem sind bestimmte Schönheitsroutinen sehr wichtig, um die Haut gründlich aber sanft zu reinigen und mit ausreichend Feuchtigkeit zu versorgen. Auch Sonnenschutz ist grundlegend, er sollte alle zwei bis drei Stunden erneut aufgetragen werden.

Von aggressiven oder reizenden Kosmetika ist auf jeden Fall abzuraten. Die Produkte sollten weder Propylenglycol, TCA oder AHA, noch Alkohol usw. enthalten. Feuchtigkeitscremes mit Retinoiden und Hydroxysäuren sind ebenfalls nicht zu empfehlen. Außerdem sollten Betroffene auf Anti-Aging-Produkte und reizende Peelings verzichten.

Zur Reinigung und Befeuchtung der Haut verwendest du am besten sanfte Lotionen und Milch, die du mit einer leichten Klopfbewegung aufträgst, anstatt sie in die Haut einzureiben.

Wir empfehlen dir auch diesen Beitrag: Hauterkrankung Rosazea: Ursachen und Symptome

Abschließende Bemerkung 

Die Behandlung von Hautreaktionen ist zum Teil komplex und auch die Diagnose ist nicht einfach. Zuerst müssen andere Hautkrankheiten ausgeschlossen werdendanach empfiehlt der Hautarzt spezifische Pflegeprodukte.

In manchen Fällen verschreibt der Arzt meist sehr effiziente Medikamente. Dies ist zum Beispiel bei atopischer Dermatitis der Fall. Besonders wichtig ist, die Haut mit viel Feuchtigkeit zu versorgen, auch von innen, indem du viel Wasser trinkst!

  • Farage MA. The Prevalence of Sensitive Skin. Front Med (Lausanne). 2019;6:98. Published 2019 May 17. doi:10.3389/fmed.2019.00098
  • Misery L. Peaux sensibles, peaux réactives [Sensitive skin, reactive skin]. Ann Dermatol Venereol. 2019;146(8-9):585‐591. doi:10.1016/j.annder.2019.05.007
  • Caterina MJ, Pang Z. TRP Channels in Skin Biology and Pathophysiology. Pharmaceuticals (Basel). 2016;9(4):77. Published 2016 Dec 14. doi:10.3390/ph9040077
  • Son JY, Jung MH, Koh KW, et al. Changes in skin reactivity and associated factors in patients sensitized to house dust mites after 1 year of allergen-specific immunotherapy. Asia Pac Allergy. 2017;7(2):82‐91. doi:10.5415/apallergy.2017.7.2.82
  • Kitson N, Thewalt JL. Hypothesis: the epidermal permeability barrier is a porous medium. Acta Derm Venereol Suppl (Stockh). 2000;208:12‐15. doi:10.1080/000155500750042808
  • Bárcenas, A. P. L., Arenas Guzmán, R., Vega Memije, M. E., Castrillón Rivera, L. E., & Palma Ramos, A. (2008). Identificación de células y mediadores inflamatorios en lesiones de pacientes con diagnóstico de micetoma. Dermatología Revista Mexicana, 52(6), 247-253.
  • Muizzuddin N, Marenus KD, Maes DH. Factors defining sensitive skin and its treatment. Am J Contact Dermat. 1998;9(3):170‐175.
  • Taberner, J. E., Rodríguez, R. S., & Tapia, A. G. (2011). La piel sensible. Más dermatología, (13), 4-13.
  • Akaishi S, Ogawa R, Hyakusoku H. Keloid and hypertrophic scar: neurogenic inflammation hypotheses. Med Hypotheses. 2008;71(1):32‐38. doi:10.1016/j.mehy.2008.01.032