Gibt es Lebensmittel, die Nierensteine provozieren können?

· 13 November, 2015
Es ist wichtig, den Salzkonsum zu limitieren, um Nierensteinen vorzubeugen. Zudem sollten wir auch darauf achten, welche Lebensmittel wir zu uns nehmen, denn unsere Nahrung hat einen entscheidenden Einfluss auf die Bildung von Nierensteinen

Vielleicht war dir das bis heute noch nicht bewusst, aber eine gesunde Ernährung ist entscheidend, wenn es darum geht, der Nierensteinbildung vorzubeugen.

Wenn du bereits Nierensteine hast, musst du unter Umständen sogar eine ganz besondere Diät halten. Diese verhindert ein weiteres Wachstum der Nierensteine und kann je nach Typ deren Auflösung unterstützen.

In diesem Artikel geben wir dir wichtige Informationen zum Thema Nierensteine.

Was du über Nierensteine wissen solltest

Bevor wir zu den Lebensmitteln kommen, die die Gesundheit deiner Nieren unterstützen oder das genaue Gegenteil bewirken und die Bildung von Nierensteinen provozieren, wollen wir zunächst etwas allgemeiner über dieses Thema sprechen.

Nierensteine bilden sich an einem Kristallisationskern, ein mikroskopisch kleines Partikelchen, an dem sich nach und nach Salze ablagern, bis ein sicht- und mitunter spürbarer Stein entsteht.

Die Zusammensetzung des Urins wirkt der Bildung von Nierensteinen grundsätzlich entgegen, aber es gibt auch Menschen, deren Stoffwechsel von der Norm abweicht und die daher eher dazu neigen, Nierensteine zu entwickeln.

Gar nicht so anders sieht es mit der Bildung von Gallensteinen aus: Wie kann man Gallensteine vermeiden?

Der Typ Nierenstein, der beim Menschen am häufigsten gefunden wird, besteht aus Calcium und Oxalat und macht 75% aller Befunde aus. Je nachdem, woraus ein Nierenstein besteht, muss die Therapie angepasst werden. Weitere Schritte werden ergriffen, wenn Nierensteine eine bestimmte Größe erreicht haben oder bei ein und demselben Patienten immer wieder auftreten.

Nierensteine

Hinweise auf Nierensteine geben folgende Symptome, die im Wesentlichen als Nierenkoliken auftreten:

  • Schmerzen im unteren Rückenbereich, unterhalb der Rippen, seitlich der Wirbelsäule.
  • Intensive Schmerzen über 20 bis 60 Minuten.
  • Bis in Bauchraum und Leistengegend ausstrahlender Schmerz.
  • Blut im Urin.
  • Dunkler, unangenehm riechender Urin.
  • Schmerzen beim Wasserlassen.
  • Steter Harndrang, während beim Wasserlassen nur sehr geringe Mengen ausgeschieden werden.
  • Übelkeit.
  • Erbrechen.
  • Fieber und Schüttelfrost, wenn eine Infektion vorliegt.
Nierensteine

Ernährung und Nierensteine

Eine gesunde Ernährung trägt einen wesentlichen Teil dazu bei, der Bildung von Nierensteinen vorzubeugen. Wahrscheinlich empfiehlt der Arzt zunächst, den Salzkonsum zu reduzieren, aber auch andere Nährstoffe sollten nur im erforderlichen Maß genossen werden. Dazu zählen:

  • Calcium
  • Natrium
  • Kalium
  • Oxalat
  • Proteine

Wenn bereits calciumhaltige Nierensteine diagnostiziert wurden, muss unbedingt eine salzarme Ernährung eingehalten werden. Das schließt Fertiggerichte mit ein. Sehr salzige Speisen sollten überhaupt nicht gegessen werden. Auch der Calciumgehalt der verzehrten Speisen ist auf ein Minimum zu reduzieren.

Menschen, die zusätzlich andere Probleme haben, insbesondere eine verringerte Knochendichte und Osteoporose, müssen gemeinsam mit ihrem behandelnden Arzt eine Kompromisslösung suchen. Für sie kommt eine Diät, die nur minimal Calcium enthält, kaum in Frage.

Wer unter oxalathaltigen Nierensteinen leidet, sollte folgende Lebensmittel meiden:

  • Grünes Gemüse, vor allem Spinat
  • Schokolade
  • Rhabarber
  • Weizenkleie und Weizenmehl
  • Erdnüsse
  • Süßkartoffel
  • Mandeln
  • Rote Beete
  • Tofu
  • Nüsse
  • Petersilie
  • Kaffee
  • Kartoffeln
  • Kohl
  • Johannisbeeren
  • Bohnen
  • Tomaten
  • Erdbeeren
  • Himbeeren
  • Brombeeren
  • Weintrauben
  • Pfeffer

Diese Lebensmittel enthalten Oxalsäure und/oder Oxalat. Wir erinnern an dieser Stelle daran, dass ein Großteil der Nierensteine aus Calciumoxalat besteht und in diesem Fall beiden Ernährungsempfehlungen Folge geleistet werden sollte.

Ernaehrung und Nierensteine

Außerdem ist wissenschaftlich belegt, dass eine sehr zuckerreiche Diät ebenfalls die Bildung von Nierensteinen fördert. Das hängt damit zusammen, dass Zucker in den Mineralstoffwechsel um Calcium und Magnesium eingreift.

Besondere Achtung ist deshalb vor zuckerhaltigen Limonaden, Erfrischungsgetränken und nicht natürlichen Säften geboten! Obwohl das Etikett zum Teil darauf hinweist, dass diese nur wenige Kalorien liefern würden, enthalten sie in der Regel große Mengen Zucker.

Bei Nierensteinen ist auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten. Derartige Getränke richten jedoch mehr Schaden als Nutzen an.

Kolik aufgrund von Nierensteinen

Die Versorgung mit ausreichend Flüssigkeit ist unabdingbar, egal für welche Art von Nierensteinen eine Prädisposition vorliegt. Salze, ganz gleich welcher Art, lösen sich in größeren Flüssigkeitsmengen besser als in kleineren.

Wir erleichtern unseren Nieren die Arbeit ungemein, wenn wir sie mit der notwendigen Menge „Lösungsmittel“ versorgen. Der Neubildung von Nierensteinen wird so vorgebeugt und bestehende Nierensteine werden am Wachstum gehindert.

Wie viel Wasser tatsächlich getrunken werden sollte, hängt von verschiedenen Faktoren ab:

  • Alter
  • Gewicht
  • Geschlecht
  • Körpergröße
  • Körperliche Tätigkeit
  • Jahreszeit und Wetter
  • Begleiterkrankungen (erhöhter Cholesterinspiegel, Diabetes, Fettsucht)

Wer an Diabetes leidet, muss nicht hungern: Natürliche und köstliche Rezepte für Diabetiker

Ein gering konzentrierter Urin geht mit einem geringeren Risiko der Nierensteinbildung einher. Die einzige Möglichkeit, diesen zu erreichen, ist durch ausreichendes Trinken. Neben Mineralwasser empfehlen sich dazu auch Fruchtsäfte und Tees.

Ein weiterer wichtiger Punkt in Sachen Ernährung ist der Proteingehalt der Diät. In wissenschaftlichen Studien wurde bestätigt, dass besonders bei Menschen, die zu Nierensteinen neigen, von tierischem Protein Abstand genommen werden sollte.

Es geht hier nicht darum, von heute auf morgen Vegetarier zu werden, sondern verstärkt darauf zu achten, welche Mengen tierisches Protein in der Ernährung enthalten sind. Hier geht es vor allem um Protein von:

  • Schwein
  • Huhn
  • Rind
  • Fisch

Auch Ei- und Milchprodukte enthalten tierisches Protein. Versuche deshalb, möglichst wenig solcher Lebensmittel zu dir zu nehmen, die viel Milch, Butter oder Käse enthalten.

Und wie schaut es mit den Vitaminen aus? Einige sind der Nierengesundheit förderlich, andere weniger und manche beeinflussen nach heutigem Wissenstand die Nierensteinbildung nicht.

  • Vitamine des B-Komplexes, z.B. Niacin (Vitamin B3), Riboflavin (Vitamin B2) und Thiamin (Vitamin B1):  Ihr Konsum schadet von Nierensteinen Betroffenen nicht. Es ist darauf hinzuweisen, dass Vitamin B2 dem Urin eine intensivere gelbe Farbe verleihen kann. Das macht die farbliche Beurteilung des Urins unter Umständen schwierig.
  • Vitamin C: Zitrusfrüchte und viele Obst- und Gemüsesorten enthalten viel Vitamin C. Obwohl Vitamin C sehr wichtig ist, wenn es darum geht, unser Immunsystem zu stärken und einer Erkältung vorzubeugen, fördert es doch die Bildung von Nierensteinen. Deshalb sollten Früchte, die hohe Vitamin C-Gehalte aufweisen, gemieden werden.
Obst und Nierensteine

Ein ganzer Absatz zum Thema Salz

Wir haben schon ein wenig zum Thema Salz erzählt, aber dieses Kapitel ist so wichtig, dass wir die letzten Zeilen dieses Artikels dazu verwenden, die Bedeutung des Salzes für die Entstehung von Nierensteinen noch einmal in dein Bewusstsein zu rufen.

Die Belastung der Nieren steigt auf das Zwei- oder Dreifache, wenn wir uns salzreich ernähren.

Wenn der Arzt uns zu einer salzarmen Ernährung rät, denken wir zunächst daran, in Zukunft weniger Salz zum Essen, das wir uns in der Küche zubereiten, zu geben. Dabei steckt in sehr vielen Lebensmitteln, die wir mehr oder weniger fertig im Supermarkt erwerben, jede Menge Salz. Und dieses Salz schadet unseren Nieren.

Folgende Lebensmittel werden in der Regel sehr salzhaltig verkauft:

  • Tütensuppen
  • Brühe
  • Wurstwaren und Aufschnitt
  • Fast Food
  • Panierte Speisen
  • Natron oder Backpulver
Salz und Nierensteine

Deshalb solltest du bei jedem einzelnen Lebensmittel darauf achten, wie viel Salz dieses zu deiner Diät beiträgt. Der Genuss der oben genannten Lebensmittel fördert in diesem Moment die Bildung von Steinen in deinen Nieren, ohne dass du etwas davon bemerkst!