Braune Hautverfärbung am Hals – was ist das und was kann ich dagegen tun?

5 Juni, 2015

Manche Menschen entwickeln im Laufe ihres Lebens dunkle Stellen am Hals, manchmal auch unter den Achseln und anderen Körperstellen. Wir erklären dir hier die Ursache für die Hautverfärbung und was du dagegen tun kannst!

Acanthosis Nigricans

Es gibt einen wissenschaftlichen Namen für die Hautveränderung: Acanthosis Nigricans. Bei der Hautveränderung verfärbt sich die Haut am Hals oder im Nacken, in den Gelenkbeugen, unter den Achseln, entlang der Leisten oder auch an anderen Körperstellen, zum Beispiel an den Händen oder Handgelenken. Die Verfärbung beginnt meist gelblich und wird dann immer dunkler, bis sie fast grau, schmutzig braun wird. Die Haut sieht dann oft ungewaschen aus. Von der Hautveränderung sind Frauen und Männer gleichermaßen betroffen. Wer eine solche Verfärbung der Haut bei sich beobachtet, sollte beim Hautarzt abklären lassen, ob nicht eine ernste Hauterkrankung die Ursache ist. Erst wenn die Diagnose „Acanthosis Nigricans“ gestellt ist, kannst du beruhigt wieder nach Hause gehen: es ist weder schädlich, noch tödlich, noch ansteckend. Höchstens unangenehm – aber du kannst etwas dagegen tun!

HautarztUrsachen der Acanthosis Nigricans

Die Ursachen sind alle hormonell bedingt, weswegen der nächste Arztbesuch beim Endokrinologen sein sollte. Wahrscheinlich wird dein Hautarzt dir auch gleich eine Überweisung mitgeben. Die häufigste Ursache solcher Hautveränderungen ist Übergewicht, Diabetes 2 und ein erhöhter Insulinspiegel im Blut. Diabetes 2 ist eine Form der Zuckerkrankheit, die man sich selbst durch falsche Ernährung und Übergewicht verursacht, im Gegensatz zur „normalen“ Diabetes (Typ 1), der nichts mit Übergewicht zu tun hat. Ein erhöhtes Körpergewicht führt zu einem gestörten Hormonhaushalt. Je höher das Körpergewicht, desto größer die Chance, eine Hyperinsulinämie zu entwickeln, bei der zu viel Insulin ausgeschüttet wird. Wer sich selbst zu Adipositas gefüttert hat, muss mit solchen Folgen rechnen. Eine gesunde, ausgewogene Ernährung und ein normales Körpergewicht beugen solchen Krankheiten und Problemen lebenslänglich vor!

Therapie der Hautverfärbung

Die Hautveränderung kann sich unbehandelt verschlimmern. Aus „nur“ dunkler Verfärbung kann sich auch die Oberfläche der Haut verändern. Sie fühlt sich zunächst samtig an, wird dann aber immer unebener und kann verkrusten und anfangen, zu nässen. Die so gestörten Hautbereiche können sich dann leicht entzünden – und heilen schlecht bis gar nicht ab. Daher sollte man unbedingt etwas dagegen unternehmen, damit sich das Hautbild nicht weiter verschlechtert!

Waage - helpGewichtsreduktion

Stellt der Hautarzt fest, dass es sich um keine bösartige Hauterkrankung handelt und der Endokrinologe bestätigt, dass ein durch Übergewicht gestörter Hormonhaushalt die Ursache ist, sollte schnell klar sein, was die einzige Therapie ist: Gewichtsreduktion! Ein zu hohes Körpergewicht belastet nicht nur die Haut, auch andere Körperfunktionen, Gelenke, Organe und nicht zuletzt auch das Herz-Kreislaufsystem werden durch Übergewicht unnötig belastet: die Lebenserwartung sinkt. Dunkle Flecken auf der Haut sollten daher nicht der einzige Grund sein, auf Diät zu gehen! Eine Ernährungsberatung wird im Rahmen der Präventionsleistungen auch von gesetzlichen Krankenkassen bezahlt, wenn die Beratung durch medizinisches Fachpersonal stattfindet. Der Begriff „Ernährungsberater“ ist in Deutschland nicht geschützt, daher zahlen die Kassen auch nicht alle Leistungen. Erkundige dich vorher gut nach der Qualifikation des Ernährungsberaters und nach der Möglichkeit, wie die Krankenkasse die Kosten (meist nur teilweise) davon übernimmt! Auch dein Arzt kann dir weiterhelfen und Empfehlungen geben.

DiabetesDiabetes behandeln

Ist das Übergewicht so groß, dass man von Adipositas spricht und sich daraus ein Diabetes 2 gebildet hat, muss der Arzt unbedingt den Diabetes mellitus einstellen! Diabetes hat nicht nur Hautveränderungen zur Folge, diese sind wirklich der geringste „Schaden“! Diabetes des Typ 2 führt zu Herzinfarkt, Schlaganfall, Schäden an der Netzhaut, Nierenschäden und auch Depression. Diese Krankheit muss unbedingt behandelt werden! Es gibt verschiedene Medikamente, die der Arzt gegen Diabetes verschreiben kann. Das bedeutet nicht, dass man sich ab jetzt Insulinspritzen setzen muss! Es gibt mittlerweile auch wirksame Tabletten! Was für dich die beste Therapie ist, wirst du zusammen mit deinem Arzt herausfinden müssen.

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