Wissenswertes über Gonorrhoe (Tripper)

· 28 November, 2017
Gonorrhoe ist eine häufig auftretende sexuell übertragbare Krankheit. In vielen Fällen machen sich keine Symptome bemerkbar, was die Ansteckungsgefahr für andere Personen erhöht. Deshalb ist die Vorsorge bei dieser Krankheit ganz besonders wichtig. 

Gonorrhoe, auch Gonorrhö oder Tripper, ist eine sexuell übertragbare Krankheit, die durch Gonokokken (Neisseria gonorrhoeae) provoziert wird.

Leider handelt es sich um eine sehr häufig auftretende, extrem ansteckende Infektionskrankheit. Schätzungsweise erkranken daran jährlich weltweit rund 60 Millionen Personen!

Die Ansteckung erfolgt ausschließlich durch Sexualkontakt mit einer infizierten Person, das heißt über ungeschützten vaginalen, analen oder oralen Geschlechtsverkehr. Nicht zu vergessen ist allerdings, dass diese Krankheit auch von infizierten Müttern bei einer natürlichen Geburt auf ihre Kinder übertragen werden kann.

Wichtig zu wissen ist, dass das Krankheitsbild auch asymptomatisch verlaufen kann. Betroffene wissen manchmal gar nicht, dass sie daran leiden und treffen deshalb auch keine Schutzmaßnahmen, um die Ansteckungsgefahr für andere zu reduzieren. Aus diesem Grund kann sich die Krankheit ungehindert und schnell ausbreiten.

Es muss dabei noch einmal betont werden, dass eine Infektion nur durch sexuelle Beziehungen erfolgen kann und beispielsweise nicht durch den Kontakt mit ursächlichen Bakterien auf einer öffentlichen Toilette.

Gonorrhoe: Klinisches Bild

Gonorrhoe diagnostizieren

Die Auswirkungen dieser Krankheit sind je nach Geschlecht und Alter des Patienten unterschiedlich.

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Krankheitsbild bei Männern

Bei weniger als 10% der männlichen Patienten verläuft das Krankheitsbild asymptomatisch. In den meisten Fällen machen sich nach der Inkubationszeit von wenigen Tagen folgende Beschwerden bemerkbar:

  • Eitriger Ausfluss (auch Bonjour-Tropfen) am Penis beim Urinieren und/oder bei Druck, in manchen Fällen ist dieser kontinuierlich vorhanden.
  • Reizungen im Becken- und Genitalbereich, Juckreiz und Brennen.
  • Schmerzen beim Harnlassen.
  • Entzündungen der Nebenhoden und/oder Prostata mit Schmerzen.

Krankheitsbild bei Frauen

Gonorrhoe bei Frauen

Bei mehr als der Hälfte der Frauen verläuft das Krankheitsbild asymptomatisch. Die Inkubationszeit lässt sich nicht genau festlegen, wenn es zu Beschwerden kommt, machen sich diese jedoch oft nach rund 10 Tagen und intensiver als bei Männern bemerkbar.

Auch die Gefahr für Kompliationen ist bei Frauen größer.

Folgende Symptome können bei Frauen auftreten:

  • Gelblicher Ausfluss (eiterähnlich) und unangenehmer Geruch in der Scheide und der Harnröhre.
  • Erhöhter Harndrang, Schmerzen und Brennen beim Harnlassen.
  • Rötung und Entzündung der Vaginalschleimhaut, die zu Schmerzen, Brennen und Juckreiz führt.
  • Bauchschmerzen.
  • Blutungen außerhalb der Menstruation.

Das größte Risiko bei Frauen ist, dass sich die Infektion ausbreitet und beispielsweise auch die Gebärmutterschleimhaut oder das Bauchfell in Mitleidenschaft zieht.

Folge davon kann eine pelvine Entzündung (PID) sein, die schmerzhaft verläuft und chronisch werden kann. Eine weitere Konsequenz kann die Unfruchtbarkeit der Frau sein.

Darüber hinaus können die Eileiter angegriffen werden, was zu einer Adnexitis führen kann.

Die Komplexität des weiblichen Reproduktionsapparats hat zur Folge, dass Gonhorroe bei Frauen besonders schlimme Folgen haben kann. Durch die Verbindung zur Bauchhöhle kann sich die Infektion einfach auf andere Körperbereiche ausdehnen.

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Krankheitsbild bei Kindern

Kind mit Gonorrhoe

Bei der Entbindung kann eine infizierte Mutter die Krankheit auf ihr Kind übertragen. Dies ist dann der Fall, wenn das Baby bei der Geburt mit den Sekretionen und der infizierten Schleimhaut im Geburtskanal der Mutter in Kontakt kommt.

In den meisten Fällen leiden infizierte Kinder an einer Art Bindehautentzündung, die als Gonokokken-Konjunktivitis bezeichnet wird. In diesem Fall werden die Babys gleich nach der Geburt mit antibiotikahaltigen Augentropfen behandelt, um Komplikationen zu verhindern.

Wenn minderjährige Kinder an Gonorrhoe leiden, muss der Arzt die Möglichkeit eines sexuellen Missbrauchs ausschließen.

Andere Krankheitsbilder

Gonorrhoe kann auch andere Krankheitsbilder entwickeln, die allerdings seltener auftreten und von den Sexualpraktiken der Betroffenen abhängen.

  • Anorektale Gonorrhoe: Diese Infektion kann durch die Ausbreitung der Bakterien oder duch bestimmte Sexualpraktiken entstehen. Dabei kommt es zur Entzündung des Mastdarms, wobei Schmerzen und Brennen bei der Darmentleerung entstehen. Darüber hinaus entstehen Verletzungen der Schleimhaut, genitale Warzen oder geschwollene Hämorrhoiden. Auch Stuhl mit Blutungen oder Eiter kann eine mögliche Folge sein.
  • Pharyngeale Gonorrhoe: Ursache dafür entsteht durch orogenitalen Kontakt, das heißt durch oralen Sex. Das Krankheitsbild entwickelt sich ähnlich wie bei einer gewöhnlichen Rachenentzündung.

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Diagnose und Vorsorge

Kondom zum Schutz vor Gonorrhoe

Bei einer Diagnose wird die Krankengeschichte des Patienten berücksichtigt und eine physische Untersuchung durchgeführt. Ein Erregernachweis im mikroskopischen Apparat kann Aufschluss darüber geben, ob eine Ansteckung mit Tripper vorhanden ist.

Bei Frauen wird eine vaginale Zytologie durchgeführt, um das Vorhandensein der ursächlichen Bakterie zu überprüfen.

Bei Verdacht auf eine sexuell übertragbare Krankheit wird eine entsprechende Blutanalyse durchgeführt, denn oft sind mehrere Infektionen gleichzeitig vorhanden.

Im Allgemeinen hat die Anzahl an Patienten mit sexuell übertragbaren Krankheiten in den letzten Jahren zugenommen, obwohl einfache Mittel (wie Kondome) zur Verfügung stehen, um das Risiko für eine Infektion zu reduzieren.

In den 80er Jahren war AIDS ein großes Thema, aus Angst wurden präventive Maßnahmen zur Normalität, doch inzwischen ist diese Angst verloren gegangen, was die erhöhte Anzahl an Ansteckungen erklären kann.

Die einzig mögliche Vorsorge gegen Gonorrhoe ist eine entsprechende Sexualerziehung und Aufklärung. Auch wenn es keinen vollkommenen Schutz gibt, bilden Kondome die beste Möglichkeit zur Vorsorge bei sexuellem Kontakt (unabhängig davon, ob dieser vaginal, anal oder oral erfolgt). Auch regelmäßige Besuche beim Facharzt (Frauenarzt oder Urologe) sind von großer Wichtigkeit.

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Behandlung von Gonorrho

Die Therapie erfolgt bei Gonorrhoe mit Arzneimitteln. Eine spezifische Behandlung mit Antibiotika kann erfolgreich eingesetzt werden. Meist sind Ceftriaxon und Azithromycin Mittel der ersten Wahl.

Alternativen können Cefixim, Ciprofloxacin, Ofloxacin oder Azithromycin sein.

Darüber hinaus ist es wichtig, Sexualpartner und Kontaktpersonen zu untersuchen, auch wenn keine Symptome vorhanden sind. Der Arzt wird dem Patienten sexuelle Abstinenz empfehlen bis dieser von der Krankheit geheilt ist.