Warum du deine Blutgruppe kennen solltest

Die eigene Blutgruppe ist eine wichtige Information, sowohl für medizinische Notfälle als auch für die Behandlung und Prävention von Krankheiten. Möchtest du mehr über dieses Thema erfahren? Dann lies weiter!
Warum du deine Blutgruppe kennen solltest

Letzte Aktualisierung: 23. September 2021

Im Jahr 1901 klassifizierte der österreichische Arzt Karl Landsteiner die wichtigsten Blutgruppen. Er mischte das Blut verschiedener Menschen und stellte fest, dass einige Proben miteinander kompatibel waren, während dies bei anderen nicht der Fall war. Er schuf das AB0-Blutgruppensystem. Heutzutage ist es für jeden Menschen wichtig, die eigene Blutgruppe zu kennen, vor allem in Notsituationen und bei Unfällen. Auch für die Vorbeugung, Diagnose und Behandlung einer Vielzahl von Krankheiten ist diese Information sehr hilfreich.

Welche Faktoren definieren die jeweiligen Blutgruppen?

Die Proteine auf der Oberfläche von Zellen, sogenannte Antigene, bestimmen, welche Blutgruppe du hast. Experten fanden heraus, dass es in der Zellwand zwei Antigene (A und B) gibt. Aber die Blutgruppen können nicht nur an den roten Blutkörperchen unterschieden werden. Im Blutplasma befinden sich spezielle Eiweiße: die Blutgruppen-Antikörper. Diese Antikörper sind in der Lage, Blut einer körperfremden Blutgruppe zu erkennen, was zu einer Immunreaktion führt.

Im AB0-Blutgruppensystem werden die Antigene, die sich auf der Hülle der roten Blutkörperchen befinden, in vier Gruppen unterteilt. Das sind die die vier Blutgruppen:

  • A
  • B
  • AB
  • 0

Darüber hinaus muss ein weiteres Protein auf der Oberfläche der Zellen berücksichtigt werden, da es in diesem Kontext ebenfalls relevant ist: der sogenannte Rhesus-Faktor. Hierbei unterscheidet man zwischen:

  • Rhesusfaktor positiv (Rh+). Wenn das Rhesus-Antigen auf den roten Blutkörperchen vorhanden ist.
  • Rhesusfaktor negativ (Rh-). Wenn dieses Antigen nicht auf den roten Blutkörperchen vorhanden ist.
Blutgruppe - Blut in Ampullen
Es wurden vier Blutgruppen festgelegt: A, B, AB und 0. Außerdem unterscheidet man zwischen Rhesus-positiv und Rhesus-negativ.

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Wie wichtig ist es, die eigene Blutgruppe zu kennen?

In der Regel erfährt man seine Blutgruppe nach einem Unfall oder wenn man eine Bluttransfusion benötigt usw. Allerdings ist es grundsätzlich sinnvoll, sich eingehender damit zu beschäftigen, um zahlreichen Krankheiten, die von den Proteinen des Körpers beeinflusst werden, vorzubeugen, sie zu kontrollieren und zu behandeln.

Prävention, Behandlung und Kontrolle von Krankheiten

  • Blutspenden.
  • Erhalt von Bluttransfusionen in Notfallsituationen.
  • Organtransplantationen.
  • Vorbeugung oder Kontrolle von Herzkrankheiten. Menschen mit der Blutgruppe AB haben ein höheres Risiko, daran zu erkranken. Im Gegensatz dazu haben Menschen mit der Blutgruppe 0 das geringste Risiko.
  • Vorbeugung von Hypercholesterinämie. Menschen mit der Blutgruppe A haben einen höheren Cholesterinspiegel.
  • Bestimmung einer genetischen Veranlagung für tiefe Venenthrombosen. Die Blutgruppen A, B und AB sind mit einem höheren Risiko verbunden.
  • Überwachung des Risikos, an bestimmten Krebsarten zu erkranken. Zum Beispiel die Blutgruppe A und ihr Zusammenhang mit Magenkrebs.

Weitere interessante Informationen, die dir deine Blutgruppe liefern kann

  • Angemessene Ernährung. Experten sind der Meinung, dass Menschen mit der Blutgruppe 0 ihre Proteinzufuhr erhöhen sollten.
  • Wenn du deine Blutgruppe kennst, kannst du herausfinden, ob du eine Prädisposition für Fettansammlungen hast (die auch mit dem kardiovaskulären Risiko zusammenhängt). Menschen mit Blutgruppe A verdauen Kohlenhydrate besser und lagern weniger Bauchfett an, im Gegensatz zu denen mit der Gruppe 0.
  • Die Ursachen von Stress besser verstehen. Menschen mit Blutgruppe A produzieren mehr Cortisol (das Stresshormon), während Menschen mit Blutgruppe 0 einen höheren Adrenalinspiegel haben.
  • Darüber hinaus erfährst du auch, welche Art der körperlichen Aktivität für dich besonders empfehlenswert ist. Experten sagen zum Beispiel, dass Menschen mit Blutgruppe A aufgrund ihres Stresslevels Entspannungsübungen machen sollten.
  • Kontrolle und Behandlung von Fortpflanzungsproblemen. Frauen mit der Blutgruppe 0 haben eine höhere Unfruchtbarkeitsrate.
  • Darüber hinaus kann es zu einer Rhesus-Unverträglichkeit kommen, wenn eine Rhesus-negative Frau mit einem Kind mit Rhesus-positivem Blut schwanger wird. Vor allem bei der zweiten Schwangerschaft kann dies dazu führen, dass die Frau den Fötus schädigt, indem sie Antikörper bildet, die die Zellen des Fötus zerstören und für das Baby tödlich sein können.
Blutgruppe - Frau beim Blutabnehmen
Die Kenntnis der eigenen Blutgruppe ist nicht nur für Notfälle wichtig. Sie hilft auch den Experten, bei bestimmten Krankheiten einzugreifen. Sie könnte sogar der Schlüssel zu einer gesunden Ernährung sein.

Abschließende Gedanken über die Blutgruppe

Wie wir in diesem Artikel erklärt haben, liefern die Blutgruppen entscheidende Informationen, die dazu beitragen können, dass du gesund bleibst. Außerdem ist diese Kenntnis für Zeiten wie eine Schwangerschaft von entscheidender Bedeutung.

Daher bestimmen Ärzte in der Regel diesen Wert, bevor sie eine Behandlung verordnen. Außerdem ist dies natürlich auch eine wichtige Information für Notfälle, in denen Bluttransfusionen erforderlich sind.

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