Unfolgsame Kinder? Diese Fehler begehen Eltern sehr häufig

· 25 Juni, 2017
Ein sehr häufiger Fehler, den viele Eltern begehen, ist, zu vergessen, dass sie selbst das wichtigste Vorbild für ihre Kinder sind. Alles was sie machen wird von ihren Kindern unbewusst nachgeahmt! 

Die Kindererziehung ist nicht immer einfach, deshalb kommt es nicht selten vor, dass man dabei Fehler begeht, wenn die Kinder den Eltern nicht folgen möchten.

Verantwortung und Stress bewirken, dass Eltern mit den unfolgsamen Kindern, die immer genau das Gegenteil von dem machen, was sie sollten, zornig werden und schimpfen.

In diesen Situationen ist es wichtig, tief einzuatmen, um typische Fehler zu verhindern und den Kindern auch in diesen Augenblicken ein gutes Vorbild zu sein.

Fehler, die Eltern häufig begehen

1. Hier bestimme ich!

Mutter

Ein Wutanfall, eine unpassende Antwort oder Unfolgsamkeit bewirken sehr häufig, dass die Eltern denken, dass ihre Kinder gegen ihre Autorität handeln.

Die Tatsache, dass Kinder genau das Gegenteil von dem tun, was man von ihnen erwartet, bedeutet jedoch noch lange nicht, dass sie damit bezwecken, die Eltern herauszufordern.

Oft vergessen sie einfach, was ihnen gesagt wurde oder sie haben nicht aufmerksam zugehört und die Aufgabe nicht verstanden.

Für Erwachsene scheinen die Dinge meist eindeutig und klar zu sein, doch dabei darf man nicht vergessen, dass es sich um Kinder handelt.

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Anstatt sich persönlich angegriffen zu fühlen, ist es wichtig, sich mit den Kindern zu setzen und über den Vorfall zu sprechen. Um herauszufinden, ob sie tatsächlich verstanden haben, was sie tun oder nicht tun dürfen.

Auch hier kommt es häufig zu Fehlern. Erwachsene möchten, dass Kinder Normen erfüllen, nehmen sich jedoch nicht die Zeit, um sicher zu stellen, dass diese auch für die Kinder logisch sind und von ihnen verstanden wurden.

2. Gleich reagieren

Vater

Auch dieser Fehler kommt sehr häufig vor. Wenn das Kind nicht folgsam und ungezogen ist, werden auch die Eltern zornig und greifen das Kind an.

Mit diesem Verhalten verlieren sie ihre Autorität, statt diese zu unterstreichen.
  • Damit bewirken sie, dass sich Kinder zornig, frustriert und wütend fühlen, da sie angegriffen werden und denken, dass niemand sie versteht.

Wenn die Eltern auf eine gesunde Erziehung Wert legen, ist dies nicht der Weg, sie selbst würden bei diesem Verhalten auch nicht so reagieren, wie sie das gerne von ihrem Kind hätten.

  • Damit wird nur erreicht, dass das Kind gestresst wird. Und durch die Diskussion ein ungutes Klima entsteht, was keinesfalls von Vorteil ist.

3. Regeln sind Wahlmöglichkeiten

schreiendes-Kind

Stell dir vor, dass die Eltern im Lebensmittelgeschäft zu ihrem Kind sagen, dass es heute keine Süßigkeiten gibt.

Das Kind will diese jedoch und bekommt deshalb einen Zornanfall. Es wirft sich auf den Boden und beginnt zu schreien: „Ich will Süßigkeiten!“

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Da die Eltern keinen Skandal vor allen Leuten wollen, geben sie nach und kaufen dem Kind die Süßigkeiten.

Das Kind versteht jedoch in diesem Fall die Regeln nicht und denkt, dass es mit dieser manipulierenden Strategie jederzeit Erfolg bei seinen Eltern haben kann.

  • Wenn die Eltern nachgeben, auch wenn es nur einmal ist, dann haben sie das Spiel bereits verloren. Regeln sind dazu da, erfüllt und eingehalten zu werden. Ansonsten denkt das Kind, dass alle Regeln gebrochen werden können.

4. Die Augen vor offensichtlichen Dingen verschließen

Mutter-Kind

Wie hoft ist dir dies schon passiert? Wenn du etwas nicht sehen möchtest, was dir nicht gefällt, drehst du dich um und tust so, als ob du nichts gesehen hättest.

Doch wenn dein Kind unfolgsam ist und du nichts sagst, versteht es nicht, warum du später in einer ähnlichen Situation nicht auch die Augen schließt, sondern dich darüber ärgerst.

Das ist widersprüchlich und damit vermittelst du deinem Kind Interesse und Desinteresse, je nach Situation und Tageszeit.

Dein Kind hat dadurch das Gefühl, dass du dich nicht dafür interessierst, was es macht. Dies kann zu einem verminderten Selbstwertgefühl führen, was sich mit der Zeit verstärken kann.

5. Ich kann das machen, weil ich dein Vater bin!

Mutter
Dies ist ohne jeden Zweifel einer der schlimmsten Fehler, die Eltern begehen können. Aufgestellte Regeln selbst nicht zu beachten und unstimmig zu sein.

Wenn die Eltern dem Kind sagen, dass es die Füße nicht auf den Tisch legen soll, es anschließend jedoch selbst tut, wird das Kind nicht verstehen, was daran schlecht sein soll und wird höchst wahrscheinlich Widerstand leisten.

Regeln sind für alle Familienmitglieder verpflichtend. Man muss selbst als Elternteil koherent sein und ein gutes Vorbild geben.

Du kannst von deinen Kindern nicht etwas verlangen, was du selbst nicht tust. Aussagen wie „Weil ich es sage“ oder „Weil ich hier bestimme“ sind kein Zeichen für Autorität sondern unlogisch und absurd.

Eltern müssen immer Regeln und Normen aufstellen, an die sich ihre Kinder halten müssen. Sie müssen jedoch auch dafür sorgen, dass diese tatsächlich erfüllt werden.

Es gibt keine perfekten Eltern. Doch wenn du versuchst, diese Fehler nicht zu begehen, mit dir selbst kritisch zu sein und Lösungen zu finden, dann hast du bereits einen wichtigen Schritt gemacht!

  • Buehler, K., Corriston, K., Franz, E., Holland, M., Marchesani, A., O’Brien, M., & McKenna, M. K. (2016). Early childhood education. In College Student Voices on Educational Reform: Challenging and Changing Conversations. https://doi.org/10.1057/9781137351845
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