Mein Kind will nicht essen: Was tun?

23 Januar, 2019
Normalerweise ist es so, dass Kinder essen, wenn sie hungrig sind, und damit aufhören, wenn sie satt sind. Allerdings solltest du stets bei deinem Kleinen auf das Gewicht und eine gute Versorgung mit den wichtigsten Nährstoffen achten. Denn so vermeidest du eventuelle gesundheitliche Probleme.

Du hast schon alles versucht, aber am Ende ist deine einzige Erkenntnis: „Mein Kind will nicht essen„. Warum ist das so?

Du sorgst sich, ob dein Nachwuchs vielleicht ein Problem hat. Oder liegt es an bestimmten Gewohnheiten und Traditionen der Esskultur in der Familie?

In diesem Artikel findest du Informationen darüber, warum es oft Probleme mit Kindern und dem Essen gibt.

Mein Kind will nicht essen – Warum?

Wenn dein Kind nicht gerne isst, machst du dir sehr wahrscheinlich Sorgen. Und das aus gutem Grund, denn für die richtige Entwicklung braucht dein Kleines natürlich eine gesunde Ernährung.

Tatsächlich ist es so, dass Kinder, die nicht gut essen, anfälliger sind. Beispielsweise für schädliche Umweltfaktoren, die viele Infektionskrankheiten auslösen.

Doch es sei gesagt: Dieser Umstand kommt bei Kleinkindern und Vorschulkindern häufig vor. Das Kind will nicht essen. Warum ist das so?

Zum einen verlangen Kinder mit zunehmendem Alter mehr Unabhängigkeit. Das betrifft auch das Essen: Sie wollen es alleine tun. Gleichzeitig kommen auch Veränderungen beim Appetit dazu. Und die Kleinen können recht wählerisch, wenn nicht gar heikel, werden.

Auch fangen sie oft an, sehr langsam zu essen. Oder sie wollen immer dasselbe. Oder eben auch das: Das Kind will nicht essen.

Aber glücklicherweise sind diese Problemchen ganz normal. Und sie halten nicht lange an. Einigen Studien zufolge weisen 25 von 100 Kindern in sonst normalen Umständen bestimmte Ernährungsprobleme auf. Du bist also nicht allein mit deinem Problem.

Ein Lesetipp: Eisenmangelanämie bei Kindern: was du darüber wissen solltest

Anzeichen und Risikofaktoren

Du hast schon gesehen: Es gibt bestimmte Phasen, in denen Kinder einfach nicht essen wollen. Das ist also ganz normal. Nichtsdestotrotz musst du natürlich trotzdem darauf achten, dass sich daraus nicht ein ernsteres Problem entwickelt.

Daher zeigen wir dir hier einige Anzeichen, die Warnsignale dafür sind, dass mit der Gesundheit deines Kindes etwas nicht stimmen könnte:

  • Gewichtsverlust oder geringes Gewicht
  • Unregelmäßiges Wachstum
  • Ernährungsbedingte Mangelerscheinungen
  • Unzureichende psychologische Entwicklung

Kurz gesagt solltest du dabei zwei Aspekten deine besondere Aufmerksamkeit widmen: Häufigkeit und Dauer sowie Anzahl und Größenordnung dieser Zustände. Denn wenn du einschneidende Veränderungen bemerkst, solltest du nicht zögern, den Kinderarzt aufzusuchen.

Essen ist ein Verhalten, und kann, so wie alle Verhaltensweisen, verändert werden.
Estivill und Domènech, 2011.

Mein Kind will nicht essen – Ursachen

Kind will nicht essen

Dein Kind will nicht essen. Dafür kann es unterschiedliche Ursachen geben. Wie zum Beispiel bestimmte Persönlichkeitsmerkmale und der allgemeine Gesundheitszustand.

Auch hat die Erziehung bezüglich der Ernährung und des Essens einen nicht zu unterschätzenden Einfluss.

Ebenso ist es wichtig, gewisse Dinge über die Eltern in Erfahrung zu bringen. Denn die Ernährungsgewohnheiten und -verhaltensweisen der Eltern spiegeln sich fast immer in denen ihrer Kinder wider.

Das können Faktoren sein wie zum Beispiel:

  • Bildungskompetenz
  • Kenntnisse über Lebensmittel
  • Zwischenmenschliche Beziehungen
  • Körperliche und emotionale Verfassung

Was kannst du tun, wenn dein Kind nicht gern isst?

Lege bestimmte Essenszeiten fest

Kinder sollten idealerweise täglich drei Hauptmahlzeiten und zwei Zwischenmahlzeiten zu sich nehmen. Wenn du die einmal festgelegten Essenszeiten diszipliniert einhältst, kannst du fast sicher sein, dass dein Kind dann auch Appetit haben wird.

Zusätzlich ist es aber auch wichtig, ein gewisses Zeitlimit für das Essen festzulegen. Dabei sind 20 Minuten eine ausreichende Zeit, damit ein Kind seine Mahlzeit essen kann.

Zwinge dein Kind nicht zum Essen

Das Kind will nicht essen – das kann einen als Eltern manchmal geradezu zur Verzweiflung treiben. Und dann gehen Vater und Mutter soweit, gesonderte Mahlzeiten zuzubereiten. Oder sie zwingen das Kind zum Essen.

  • Doch ist es in diesen Fällen besser, bis zur nächsten Mahlzeit zu warten. Denn dann wird das Kind sicher Hunger haben.
  • Bedenke, dass es negative Folgen haben wird, wenn du dein Kind zum Essen zwingen willst: Denn das führt leicht zu Spannungen in der Beziehung zwischen dir und deinem Sprössling.

Versuche es mit positiver Verstärkung

Als erfolgreich hat sich das so genannte „Token-System“ erwiesen. Diese Methode benutzt vor allem das Prinzip der positiven Verstärkung. So kannst du die Motivation und Empfänglichkeit deines Kindes erhöhen, neue Lebensmittel zu probieren.

  • Außerdem kann sie auch dazu führen, dass dein Nachwuchs nicht mehr so langsam isst. Und noch dazu auch seinen Teller leer futtert. Probier es doch einfach mal aus!

Esst gemeinsam

Ein guter Teil der Erziehung in puncto Ernährung besteht darin, dass die Familie nach Möglichkeit zusammen isst. Gemeinsames Essen, ohne Stress und Streitigkeiten, wird dazu führen, dass dein Kind die Mahlzeiten genießt.

Vielleicht auch interessant für dich: Gesundes Gewicht: Pflege deine Familie und dich selbst!

Weitere Tipps

Kind isst Melone

  • Biete deinem Kind verschiedene Lebensmittel an. Dabei solltest du natürlich versuchen, die dem Kind neuen Lebensmittel und Geschmackserfahrungen nur nach und nach einzuführen. Und du wirst das etwa 15 oder 20 Mal versuchen müssen, bevor du damit Erfolg hast. Deshalb musst du also etwas Geduld und Ausdauer mitbringen.
  • Vermittle deinem Nachwuchs gute Ernährungsgewohnheiten. Denn durch deine Erziehung in dieser Hinsicht kannst du erreichen, dass dein Kind verinnerlicht, wie es sich gut ernähren kann. Und auf diese Weise wird es auch die Bedeutung gesunder Ernährung für seine Gesundheit verstehen.
  • Lass dein Kind in der Küche mithelfen.
  • Versuche, das Essen unterhaltsamer zu machen. Zum Beispiel kannst du Plätzchenausstecher benutzen, um lustige Formen auszustechen. Oder du kannst die Lebensmittel zu Gesichter formen. Es gibt jede Menge Ideen, wie du das Essen ansprechender und neue Lebensmittel interessanter für die Kleinen machen kannst.
  • Du solltest in keinem Fall deinem Kind als Belohnung Essen geben oder als Strafe Essen vorenthalten.
  • Auch wenn es stimmt, dass das Kind essen sollte, was gekocht wird: Versuche dennoch, in jeder Mahlzeit mindestens ein Lebensmittel, das dein Kind gern mag, zu verwenden.
  • Sorge dafür, dass dein Nachwuchs seinen Hunger nicht zwischen den festgelegten Mahlzeiten mit Milch, Säften oder gesüßten Getränken stillt.
  • Auch solltest du darauf achten, dass die Größe der Portionen dem Alter deines Kindes entspricht.
  • Erlaube deinem Kind, beim Einkaufen unter den gesunden Lebensmitteln selbst die auszusuchen, die es gerne isst.
  • Aber am wichtigsten ist: Sei deinem Kind ein Vorbild. Indem du selbst zu gesunden und vielfältigen Lebensmitteln greifst, wirst du am ehesten erreichen, dass dein Sprössling dein Verhalten nachahmt.

Abschließende Bemerkungen

Und denke daran: Wenn dein Kind nicht gerne isst, solltest du es nicht drängen. Denn es ist normalerweise doch so, dass Kinder einfach essen, wenn sie hungrig sind, und damit aufhören, wenn sie satt sind.

Auf der anderen Seite ist eine deiner Hauptaufgaben, dem Kleinen eine reiche Auswahl an gesunden Lebensmitteln anzubieten. So kann dein Kind wählen und entscheiden, wie viel es essen will. Oder vielleicht eben auch, dass es gar nicht essen will.

Wir hoffen, dass diese Tipps dir bei der Verbesserung von eventuellen Problemen mit dem Essverhalten zu Hause helfen werden!

  • Jacobi, C., Morris, L., Beckers, C., Bronisch-Holtze, J., Winter, J., Winzelberg, A. J., & Taylor, C. B. (2005). Reduktion von Risikofaktoren für gestörtes Essverhalten: Zeitschrift Für Gesundheitspsychologie. https://doi.org/10.1026/0943-8149.13.2.92
  • Heindl, I. (2009). Essverhalten und Lernprozesse der Ernährungsbildung. Ernahrungs Umschau. https://doi.org/10.1016/S0140-6736(10)62354-9
  • Feichtenberger, K. (1992). Gestörtes Essverhalten bei Kindern: “meine Suppe ess’’ ich nicht …!”.” Osterreichische Krankenpflegezeitschrift.
  • Henkel, C., Jenni, O., Holtz, S., & Bindt, C. (2016). Essverhalten im frühen Kindesalter. Monatsschrift Kinderheilkunde. https://doi.org/10.1007/s00112-015-0032-4