Übermäßiger Salzkonsum: 6 Tatsachen

18 März, 2020
Die meisten von uns konsumieren mehr Salz als die empfohlene Tagesmenge. Wir wissen außerdem, dass dies gesundheitliche Probleme verursachen kann, doch dürfen auch nicht vergessen, dass zu wenig Salz ebenfalls schädlich ist. Erfahre heute Wissenswertes über dieses Thema. 

Gewöhnliches Tafelsalz oder Natriumchlorid kommt beim Zubereiten unserer Speisen vielfach zur Anwendung. Experten weisen jedoch bereits seit Jahren darauf hin, dass ein übermäßiger Salzkonsum bei einem Großteil der Bevölkerung normal ist und ernste gesundheitliche Folgen nach sich ziehen kann. 

Salz wird deshalb auch als weißes Gift bezeichnet, so wie auch Zucker und Weißmehl. Zu viel davon über einen längeren Zeitraum kann ernste Gesundheitsprobleme verursachen. Deshalb stellt sich die Frage: Welche täglichen Mengen an Salz sind tatsächlich notwendig? Welche Mythen werden zu diesem Thema verbreitet und was sind die Tatsachen?

Anschließend werden wir näher auf diese Fragen eingehen. Lies weiter!

1. Übermäßiger Salzkonsum und erhöhter Blutdruck

Übermäßiger Salzkonsum und erhöhter Blutdruck
Verschiedene wissenschaftliche Studien assoziieren den übermäßigen Salzkonsum mit einem erhöhten Risiko für Bluthochdruck.

Die Evidenz, dass es einen engen Zusammenhang zwischen Salzkonsum und Bluthochdruck gibt, ist offensichtlich. Chronisch erhöhte Blutdruckwerte werden medizinisch als Hypertonie bezeichnet. Sie erhöhen das Risiko für einen Schlaganfall und für Herz-Kreislauf-Krankheiten, die in Industrieländern zu den häufigsten Todesursachen gehören.

Verschiedene Untersuchungen, die in Ländern wie Großbritannien, Japan und Finnland durchgeführt wurden, haben gezeigt, dass die Reduktion des täglichen Salzkonsums den Blutdruck senken kann. Gleichzeitig vermindert sich dadurch auch die Mortalität durch einen Schlaganfall.

Diese Experten weisen jedoch ebenfalls darauf hin, dass diese Ergebnisse möglicherweise durch andere ungesunde Lebensgewohnheiten zusätzlich verbessert wurden.

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2. Übermäßiger Salzkonsom als Risikofaktor für Magenkrebs

Magenkrebs zählt zu den häufigsten Tumorerkrankungen. Geografische Abweichungen in der Inzidenzrate ließen Wissenschaftler annehmen, dass es eine Beziehung zwischen Magenkrebs und den Ernährungsgewohnheiten geben könnte. 

Die wichtigsten ernährungsrelevanten Faktoren im Bezug auf diese Tumorerkrankung umfassen den Konsum von Räucherprodukten, Salzkonserven und Nitrit-reichen Produkten.

Verschiedene epidemiologische Studien haben den Zusammenhang zwischen einem exzessiven Salzkonsum und Magenkrebs untersucht. Eine Metaanalyse verschiedener Längsschnittstudien kam zu dieser Schlussfolgerung:

“Es gibt einen engen unerwünschten Zusammenhang zwischen der eingenommenen Gesamtmenge an Salz, salzhaltigen Lebensmitteln und dem Risiko für Magen-Darm-Krebs in der allgemeinen Bevölkerung.“

Manche Studien konzentrieren sich speziell auf mit Salz konservierte Produkte mit Fleisch, Fisch oder Gemüse. Die klinische und epidemiologische Evidenz weist darauf hin, dass eine geringere Einnahme von Salz und salzhaltigen Produkten die Inzidenzrate von Magenkrebs reduzieren könnte. 

3. Patienten mit Nierenkrankheiten und übermäßiger Salzkonsum

Menschen mit chronischen Nierenbeschwerden sollten unbedingt den übermäßigen Konsum von Salz vermeiden. Chronische Nierenkrankheiten stehen in Verbindung mit Risikofaktoren für Herzkrankheiten, da die Nieren ihre Funktionen nicht mehr richtig erfüllen kann. 

Da die Nieren eine maßgebliche Rolle im Natriumhaushalt spielen, ist es sehr wichtig, den Salzkonsum in diesem Fall zu reduzieren. Bei einer Überprüfung wissenschaftlicher Studien konnten Forscher in nur 24 Stunden positive Effekt auf erhöhte Blutdruckwerte und die Natriumausscheidung beobachten.

Auch das Risiko für Ödeme ist dadurch geringer. Allerdings konnten die langfristigen Auswirkungen eines reduzierten Salzkonsums nicht bestimmt werden (wie etwa die Gesamtreduktion der Mortalität oder die Verschlechterung der Nierenfunktionen).

4. Übermäßiger Salzkonsum – ein weit verbreitetes Übel

Übermäßiger Salzkonsum - ein weit verbreitetes Übel
Die meisten Menschen nehmen mehr als die täglich empfohlene Dosis an Salz ein. Denn viele berücksichtigen dabei nicht, das in verschiedenen Produkten versteckte Salz.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt den Konsum von rund 5 g Salz täglich. Das Problem ist, dass diese Menge von vielen stark überschritten wird. Dies betrifft nicht nur Erwachsene, sondern auch Kinder.

In manchen Ländern liegt der durchschnittliche tägliche Salzkonsum zwischen 8 und 12 Gramm.

5. Vorsicht mit verstecktem Salz

Im Allgemeinen ist der übermäßige Salzkonsum nicht auf das Salz, das wir selbst beim Kochen verwenden zurückzuführen. Dieser kann sich auf ungefähr 20 bis 25 Prozent des Gesamtkonsums belaufen. Besonders schwer ins Gewicht fällt allerdings der Salzgehalt von Fertigprodukten.

So versteckt sich zum Beispiel in folgenden Produkten meist sehr viel Salz:

Zu den wichtigsten Maßnahmen zur Reduktion des Salzkonsums zählt deshalb, selbst gesunde und frische Gerichte zu kochen und Fertigprodukte möglichst zu meiden. Verwende für deine Rezepte möglichst frische, regionale und saisonale Zutaten:

  • Obst und Gemüse
  • Eier
  • Hülsenfrüchte
  • Rohe, ungesalzene Trockenfrüchte
  • Vollkorngetreide
  • Fisch
  • Frisches, mageres Fleisch

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6. Auch zu wenig Salz ist gefährlich!

Weder zu viel noch zu wenig Salz ist der Gesundheit förderlich. Wie in so vielen Dingen ist auch hier ein gesundes Gleichgewicht von Nöten. Du weißt, dass du einen übermäßigen Salzkonsum vermeiden solltest, doch du musst den Organismus mit den nötigen Mindestmengen versorgen, um gesund zu bleiben.

Salz ist notwendig, denn Natrium ist für einen gesunden Feuchtigkeitshaushalt, den Sauerstoff- und Nährstofftransport sowie die Nervenstimulation wichtig.

Wer zu wenig davon einnimmt, kann an den gesundheitlichen Folgen leiden. Paradoxerweise ist auch eine zu geringe Salzmenge ein Risikofaktor für Bluthochdruck und kardiovaskuläre Krankheiten.

Am besten ist deshalb, sich auf gesunde Mengen zu begrenzen und die Ernährung entsprechend anzupassen. Lasse dich von deinem Arzt oder einem Ernährungsexperten beraten! 

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