Sertralin – ein antidepressiver Wirkstoff

Sertralin ist ein Wirkstoff, der zur Gruppe der Antidepressiva gehört. Daher wird er überwiegend zur Behandlung von Depressionen eingesetzt. Er wird den selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern zugeordnet.
Sertralin – ein antidepressiver Wirkstoff

Geschrieben von María Vijande

Letzte Aktualisierung: 18. Juli 2022

Sertralin ist ein Wirkstoff, der zur Gruppe der Antidepressiva gehört. Daher wird er überwiegend zur Behandlung von Depressionen eingesetzt. Er wird den selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern zugeordnet.

Im Allgemeinen sind die Art und Häufigkeit von Nebenwirkungen, die durch Sertralin ausgelöst werden, bei allen Indikationen ähnlich. Dies gilt unabhängig vom Alter des Patienten oder der Patientin.

Abgesehen von seiner antidepressiven Wirkung weist Sertralin auch positive Effekte bei der Behandlung anderer Krankheitsbilder auf, beispielsweise bei Angstzuständen, Zwangsstörungen oder Phobien.

Der Wirkstoff wurde erstmals im Jahr 1991 auf den Markt gebracht, nachdem er von dem US-amerikanischen Pharmaunternehmen Pfizer entwickelt wurde.

Sertralin und seine Vorteile gegenüber anderen Antidepressiva

Sertralin und andere Antidepressiva

Die Unterschiede zwischen Sertralin und neueren Antidepressiva sind nicht besonders groß. Der Vorteil besteht daher vielmehr darin, dass im Vergleich weniger Nebenwirkungen auftreten. Aus verschiedenen Untersuchungen geht hervor, dass Sertralin bei manchen Formen von Depressionen effektiver ist als beispielsweise Fluoxetin.

Weiterhin konnte gezeigt werden, dass es bei der Einnahme im Rahmen von Panikattacken und Phobien diese reduziert sowie die Lebensqualität der Patienten und Patientinnen verbessert.

Was ist eine Depression?

Da Sertralin vor allem bei Depressionen zur Anwendung kommt, gilt es genauer zu erklären, worum es sich bei diesen handelt. Eine Depression ist eine emotionale Störung, die mit Gefühlen wie anhaltender Traurigkeit und einem starken Interessensverlust einhergeht. Sie wirkt sich auf die folgenden Bereiche aus:

  • Gefühle
  • Gedanken
  • Verhalten

Die Hauptursache für diese Erkrankung ist, abgesehen von Fällen, in denen sie mit anderen Krankheiten wie beispielsweise Parkinson in Verbindung gebracht wird, die Veränderung der Neurotransmitter im zentralen Nervensystem.

Der Neurotransmitter, der im Wesentlichen an der Entstehung einer Depression beteiligt ist, ist das Serotonin. Es wird von vielen Forschern als verantwortliche chemische Substanz für eine ausgeglichene Stimmung betrachtet. Daher kann ein Serotonindefizit zu depressiven Zuständen führen.

Dennoch gibt es auch andere Neurotransmitter wie Noradrenalin oder Dopamin, die bei einer Veränderung ihrer Menge diese Störung begünstigen können. In der Regel ist diese jedoch das Produkt der Interaktion unterschiedlicher Faktoren:

  • Biologische Faktoren: hormonelle Veränderungen oder solche der erwähnten Neurotransmitter
  • Psychosoziale Faktoren: kontinuierlicher Stress (zum Beispiel im Berufs- oder Privatleben)
  • Persönliche Faktoren

Wie wirkt Sertralin im Körper?

Wie wirkt Sertralin im Körper?

Wie anfangs erwähnt, zählt Sertralin zu den Serotonin-Wiederaufnahmehemmern. Außerdem ist es im Gegensatz zu vielen anderen trizyklischen Antidepressiva besonders selektiv und hat nur geringfügige Auswirkungen auf die Wiederaufnahme des Noradrenalins.

Vereinfacht heißt dies, dass das Serotonin wie auch andere Neurotransmitter durch ein Neuron getrennt wird, um sich mit dem Membranrezeptor eines anderen benachbarten Neurons zu verbinden und einen Effekt auszulösen.

Danach löst es sich von diesem Rezeptor, wobei einige der Moleküle zu dem Neuron zurückkehren, von dem sie zuvor im Zuge der Wiederaufnahme getrennt wurden. Während dieses Prozesses setzt Sertralin seine Wirkung frei und hemmt diesen. Somit wird Serotonin nicht wieder aufgenommen und seine Konzentration im präsynaptischen Bereich erhöht, der sich zwischen dem einen und dem anderen Neuron befindet.

Indem mehr Serotonin vorhanden ist, kann sich dieses erneut mit den Membranrezeptoren des Neurons verbinden und weitere Effekte auslösen.

Zudem hat Sertralin eine niedrige Affinität zu anderen Arten von Rezeptoren biogener Amine wie dem Noradrenalin. Dies erklärt, weshalb es weniger Nebenwirkungen hat als andere Serotonin-Wiederaufnahmehemmer.

Nebenwirkungen

Wie eingangs dargelegt, ähneln sich die Art und Häufigkeit der Nebenwirkungen, die durch Sertralin entstehen. Das Alter des Patienten oder der Patientin spielt dabei keine Rolle. Am häufigsten kommt es zu Nebenwirkungen des Magen-Darm-Trakts, beispielsweise die folgenden:

Schlussfolgerung

Sertralin wird überwiegend zur Behandlung von Depressionen eingesetzt. Jedoch kann es auch bei der Bekämpfung anderer Störungen wie Panikattacken oder Zwangsstörungen hilfreich sein.

Bei der Einnahme sind die Hinweise des behandelnden Arztes oder der Ärztin zu beachten. Bei Fragen zur Depression oder zur Behandlung ist es auch möglich, in der Apotheke um Rat zu fragen.

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