Machen die Wechseljahre dick?

22 März, 2020
Eine Sorge vieler Frauen ist die Gewichtszunahme in den Wechseljahren. Doch machen die Wechseljahre tatsächlich dick? Kann man dies vermeiden? Erfahre mehr zu diesem Thema in unserem heutigen Beitrag. 

Viele Frauen machen sich Sorgen, dass sie in den Wechseljahren zunehmen könnten. Doch ist dies immer der Fall? Kann eine Gewichtszunahme verhindert werden? Die Wechseljahre sind von verschiedenen Veränderungen geprägt, denn damit endet die fruchtbare Zeit der Frau. Meist ist dies ab 45 Jahren der Fall, wobei die damit einhergehenden Hormonveränderungen unterschiedliche Auswirkungen haben.

Während der Wechseljahre hören die Eierstöcke auf, Östrogen und Progesteron zu produzieren. Als Wechseljahre oder Klimakterium bezeichnet man die Zeit, in der der Körper den Hormonhaushalt umstellt. Die letzte Menstruation wird auch als Menopause bezeichnet. In den Wechseljahren und in der Zeit danach erfährt der Körper jedoch auch physische Veränderungen, die manchen Frauen Sorgen bereiten.

Viele Frauen gehen davon aus, dass sie in den Wechseljahren an Gewicht zunehmen werden. Erfahre anschließend mehr zu diesem Thema. Wir haben außerdem einige Tipps zur Vorsorge. Lies weiter!

Die Wechseljahre und die damit einhergehenden Hormonveränderungen

Während der Wechseljahre erfährt der Körper der Frau verschiedene Veränderungen, die vorwiegend hormonell bedingt sind. Diese könnten zwar im Zusammenhang mit einer Gewichtszunahme stehen, doch Experten führen sie meist auf den allgemeinen Alterungsprozess zurück.

Die Muskelmasse nimmt mit den Jahren ab, vor allem dann, wenn man sich nicht regelmäßig sportlich betätigt. Dieser Verlust des aktiven Gewebes bewirkt, dass weniger Kalorien verbrennt werden. In der Folge nimmt die betroffene Frau an Gewicht zu, auch wenn sie ihre Ernährungsgewohnheiten nicht verändert.

die Wechseljahre und Gewichtszunahme
Hormonveränderungen könnten mit der Gewichtszunahme in den Wechseljahren im Zusammenhang stehen, doch um dies bestätigen zu können, sind weitere Studien erforderlich.

Eine Studie, die in der Zeitschrift “Climateric” veröffentlicht wurde, legt nahe, dass “Hormonveränderungen mit der Zunahme an Fettgewebe im Bauchbereich im Zusammenhang stehen könnten”. Außerdem schlägt sie als Lösung für dieses Problem eine Östrogentherapie vor.

Doch die Studie weist auch darauf hin, dass weitere Forschungen notwendig sind, um die Effizienz dieser Art von Therapien zur Gewichtsregulierung zu bestätigen. 

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Kann man körperlichen Veränderungen vorbeugen?

Die hormonellen Veränderungen und der Verlust der Muskelmasse müssen ausgeglichen werden, um eine unerwünschte Gewichtszunahme zu verhindern. Um die Stoffwechselrate zu verbessern, empfiehlt sich vor allem ein Trainingsplan, um den Verlust von aktivem Gewebe zu verhindern.

Außerdem versichert die wissenschaftliche Literatur, dass regelmäßiges Training für Frauen nach der Menopause grundlegend ist, um Problemen wie Osteoporose vorzubeugen. Was die Ernährung anbelangt, sind außerdem verschiedene Maßnahmen wichtig, um den Körper mit den nötigen Nährstoffen zu versorgen, ohne ein energetisches Ungleichgewicht zu produzieren.

1. Intervallfasten

Dies ist eine ausgezeichnete Möglichkeit, um täglich Kalorien zu reduzieren, ohne dafür übermäßige Anstrengungen unternehmen zu müssen. Am besten ist es, das Frühstück auszulassen, denn der hormonelle Zyklus bewirkt, dass der Appetit am Morgen geringer ist. 

Verschiedene Studien versichern außerdem, dass sich Intervallfasten positiv in der Prävention gegen komplexe Krankheiten und Diabetes Typ 2 auswirkt.

2. Weniger Kohlenhydrate

Kohlenhydrate liefern Energie, doch Frauen in den Wechseljahren oder danach verbrauchen in der Regel weniger Energie, außer wenn sie Sport treiben. Deshalb sollten sie die Einnahme von Kohlenhydraten reduzieren.

Gleichzeitig empfiehlt es sich, mehr Proteine zu verzehren. Mit dieser Strategie können Frauen in diesem Lebensabschnitt dem Verlust von Muskelmasse vorbeugen.

die Wechseljahre: Diät gegen Gewichtszunahme
Während der Wechseljahre und danach sollten Frauen weniger Kohlenhydrate und mehr Proteine verzehren. Letztere helfen in der Vorsorge gegen den Verlust von Muskelmasse.

Strikte ketogene Diäten sind oft sehr schwierig einzuhalten. Außerdem kann der Mangel an Ballaststoffen der Darmgesundheit schaden. Doch eine kohlenhydratarme Ernährung kann wirksam sein, ohne diese negativen Konsequenzen aufzuweisen. Du musst dich nur für die richtigen Kohlenhydrate entscheiden und die Menge einschränken.

Vollkorngetreide und selbst zubereitete Gerichte (statt Fertigprodukten) liefern deinem Organismus ausreichend Ballaststoffe. Aus verschiedenen Studien geht hervor, dass du damit auch das Risiko für kardiovaskuläre Krankheiten reduzieren kannst.

3. Frische und saisonale Lebensmittel

In dieser Zeit der hormonellen Veränderungen ist es wichtig, ausreichend Vitamine, Mineralstoffe und Antioxidantien einzunehmen. Deshalb sind frische, saisonale Lebensmittel aus der Region zu empfehlen.

Verzichte also am besten auf industriell gefertigte Produkte und verbessere deine Ernährung durch wichtige Mikronährstoffe. Gleichzeitig solltest du ungesunde Fette (wie Transfette) und Produkte mit chemischen Zusatzstoffen vermeiden.

Wenn du regelmäßig Obst und Gemüse in deinen Ernährungsplan einbaust, versorgst du deinen Organismus mit den nötigen Antioxidantien, welche den Alterungsprozess verlangsamen können, da sie gegen freie Radikale wirken.

Aus wissenschaftlichen Studien geht hervor, dass Heidelbeeren und rote Beeren besonders vorteilhaft sind!

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Machen die Wechseljahre dick? Abschließende Bemerkung

Die Veränderungen während der Wechseljahre sind ein ganz normaler Prozess, den jede Frau durchläuft. Die Umstellung des Hormonhaushalts und der normale Alterungsprozess können sich negativ auf das Körpergewicht auswirken. Doch es gibt effiziente Methoden, um ein gesundes Gleichgewicht zu halten. 

Eine gesunde Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse sowie regelmäßige Bewegung sind die beste Lösung, um unerwünschtes Bauchfett zu verhindern!

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