LED-Phototherapie: Anwendung, Vorteile und Vorsichtsmaßnahmen

Die LED-Phototherapie dient der Behandlung von Akne, Hyperpigmentierung und Zeichen der Hautalterung. Wie funktioniert sie? Hier erfährst du es.
LED-Phototherapie: Anwendung, Vorteile und Vorsichtsmaßnahmen

Geschrieben von Edith Sánchez

Letzte Aktualisierung: 04. August 2022

Die LED-Phototherapie ist eine kosmetische Technik, die angewendet wird, um die Beschaffenheit und das Aussehen der Haut zu verbessern. Sie besteht darin, den gewünschten Bereich einem “kalten Licht” auszusetzen, um die Fotorezeptoren zu aktivieren und eine Reihe von biologischen Reaktionen hervorzurufen.

Diese Technik ist auch als “Lichttherapie”, “Chromotherapie” oder “Biolumineszenztherapie” bekannt. Und obwohl sie in der Regel als Gesichtsbehandlung eingesetzt wird, kann sie auch an jedem anderen Körperteil angewendet werden. Im Allgemeinen handelt es sich um ein nicht-invasives, schmerzfreies und sicheres Verfahren. Möchtest du mehr über die LED-Phototherapie erfahren? Dann lies einfach weiter!

Was ist die LED-Phototherapie?

Die LED-Phototherapie nutzt eine Technologie, die als Leuchtdiode (LED) bekannt ist. Bei der Anwendung wird ein Bereich der Haut mit Hilfe eines Lasers einem kalten Licht ausgesetzt. Dieses Licht kann verschiedene Farben haben, die jeweils einen anderen Effekt erzeugen.

Genauer gesagt, werden bei dieser Technik Leuchtdioden verwendet, die Licht abgeben, das den Stoffwechsel und das Zellwachstum anregt. Dies führt zu einer Steigerung der Produktion von Kollagen und Elastin, zwei Elementen, die einen großen Einfluss auf die Gesundheit und das Aussehen der Haut haben.

Im Allgemeinen wird diese Behandlung eingesetzt, um die Zeichen der Hautalterung, Hyperpigmentierung und Akne zu bekämpfen. Während bis vor kurzem nur die Wirkung auf Akne untersucht wurde, gibt es jetzt auch Belege für das Potenzial gegen Hautunreinheiten und Falten.

LED-Phototherapie - Frau mit Maske
Die LED-Phototherapie wird zu kosmetischen Zwecken eingesetzt. Sie hilft vor allem bei der Entfernung oder Abmilderung von Altersflecken.

Wie funktioniert die LED-Phototherapie?

Bei dieser Art der Phototherapie kommt kein ultraviolettes Licht zum Einsatz. Stattdessen nutzt der/die Therapeutin ein schwaches Licht, das für die Haut unbedenklich ist. Es wird in verschiedenen Wellenlängen und Farben erzeugt, die durch Lampen auf die gewünschte Stelle projiziert werden.

Manchmal wird die Lichtexposition mit einem lichtempfindlichen Medikament kombiniert, das auf die Haut aufgetragen wird und als “5-Aminolävulinsäure” bekannt ist. Es hat die Aufgabe, den Behandlungsbereich zu sensibilisieren. Die erzielte Wirkung hängt von der Farbe des verwendeten Lichts ab, wie wir weiter unten sehen werden.

Rotes Licht

Dieses Infrarotlicht dient der Behandlung der Epidermis, dem oberflächlichsten Bereich der Haut. Ziel ist es, die Kollagenproteine zu absorbieren und dann zu stimulieren.

Dadurch werden feine Linien und Falten reduziert. Außerdem wirkt es entzündungshemmend und verbessert die Durchblutung, was der Haut ein strahlenderes Aussehen verleiht.

Blaues Licht

Blaues LED-Licht wird verwendet, um die Aktivität der Talgdrüsen zu reduzieren. Diese befinden sich unter den Haarfollikeln und versorgen die Haut und das Haar mit Feuchtigkeit.

Wenn sie überaktiv werden, können sie eine übermäßige Ölproduktion oder Akne verursachen. Dieses Licht hilft auch dabei, Bakterien unter der Haut abzutöten.

Gelbes Licht

Das gelbe LED-Licht hat eine entzündungshemmende Wirkung und kann tiefer in die Haut eindringen. Ganz nebenbei regt es die Durchblutung an. Es wird bei Reizungen und Rötungen, Rosazea und allen Erkrankungen empfohlen, die Hitze oder Stechen auf der Haut verursachen.

Grünes Licht

Diese Art von Licht ist besonders bei Melasma und anderen Pigmentierungsproblemen geeignet. Durch seine Wirkung verringert es die Produktion von Melanin und mildert so dunkle Flecken. Eine im Jahr 2018 veröffentlichte Studie unterstreicht die Wirksamkeit dieses Lichts bei der Behandlung von Melasma.

Weitere Farben

Neuere LED-Lichttherapiegeräte enthalten drei weitere Farben. Diese sind wie folgt:

  • Violettes Licht: Kombiniert die Eigenschaften von rotem und blauem Licht. Es hat eine lindernde und heilende Wirkung. Violettes Licht empfiehlt sich für Flecken, die durch Akne entstanden sind.
  • Hellblaues Licht: Verbessert den Stoffwechsel der Haut und hat eine beruhigende, entspannende und energetisierende Wirkung. Empfohlen für empfindliche Haut.
  • Weißes Licht: Es hat eine regenerierende und schlaffheitshemmende Wirkung. Es strafft die Haut und ist für gealterte oder rissige Haut geeignet.

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Das Verfahren der LED-Phototherapie

Jede LED-Lichttherapie-Sitzung dauert etwa 20 Minuten. Normalerweise sind etwa 10 Sitzungen erforderlich, um sichtbare Ergebnisse zu erzielen. Die Behandlung erfolgt fast immer in einer Hautarztpraxis. Allerdings nutzen viele auch Geräte, die für die Behandlung zu Hause geeignet sind.

Zu den Geräten, mit denen die LED-Lichttherapie zu Hause durchgeführt werden kann, gehören die folgenden:

  • Licht-Gesichtsmasken
  • Ultraschallgeräte
  • Lichtstäbchen zur Behandlung bestimmter Hautunreinheiten
  • Mesotherapie-Elektroporationsgeräte
  • Professionelle LED-Lichtgeräte

Das Prinzip der LED-Phototherapie besteht darin, dass die Haut Licht als Energiequelle nutzt, um die Reparatur oder Verjüngung geschädigter Zellen zu fördern. Das Licht beschleunigt die Gewebereparatur und hat gleichzeitig das Potenzial, Bakterien abzutöten.

Nutzen und Vorteile der LED-Phototherapie

Die LED-Phototherapie hilft bei der Bekämpfung von Akne und Hautalterung. Außerdem fördert sie Heilungsprozesse in der Haut, korrigiert den Hautton und verbessert allgemein das Erscheinungsbild der Haut. Darüber hinaus sorgt sie für mehr Festigkeit, Gleichmäßigkeit und Leuchtkraft.

Weitere herausragende Vorteile dieser Therapieform sind die folgenden:

  • Mildert Flecken und verzögert ihr Auftreten.
  • Verringert Hautwunden.
  • Fördert das Wachstum von Nägeln und Haaren.
  • Verlangsamt den Alterungsprozess.
  • Hilft bei der Beseitigung von Bakterien, die Hautschäden verursachen.
  • Verbessert Aknenarben.
  • Verbessert den Zellstoffwechsel.
  • Trägt zur Behandlung von Dehnungsstreifen bei.
  • Reduziert Entzündungen und Rötungen, die durch aggressivere Behandlungen verursacht werden.

Vorteile

  • Es handelt sich um eine nicht-invasive Behandlung.
  • Sie verursacht keine Verbrennungen, Unannehmlichkeiten oder Schmerzen.
  • Die LED-Phototherapie erfordert keine besondere Pflege nach der Anwendung.
  • Sie passt sich an alle Hauttypen an.
  • Sie ist mit anderen Hautbehandlungen kompatibel.
  • Außerdem kann die Anwendung problemlos auch im Sommer erfolgen.
  • Sie ist für schwangere Frauen geeignet.
  • Die LED-Phototherapie ist für eine Vielzahl von dermatologischen Problemen geeignet.
  • Es kommen keine ultravioletten Strahlen zur Anwendung.
LED-Phototherapie - Frau bei der Behandlung
Obwohl du die LED-Phototherapie zu Hause anwenden kannst, solltest du sie aus Sicherheitsgründen am besten von Fachleuten durchführen lassen.

Risiken und Nebenwirkungen der LED-Phototherapie

Die LED-Phototherapie ist nicht unumstritten, insbesondere was die Verwendung und Sicherheit von Geräten für den Heimgebrauch angeht. Vor allem eine Maske für den Heimgebrauch, die vor einiger Zeit auf den Markt kam, verursachte Augenprobleme bei den Benutzern. Sie wurde daraufhin vom Markt genommen.

Es gibt eine Reihe von Forschungsstudien, die die Wirksamkeit der LED-Phototherapie belegen. Sie stellen jedoch klar, dass bei der Behandlung das richtige Licht auf die richtige Weise zur Anwendung kommen muss, um die gewünschte Wirkung zu erzielen.

Viele der auf dem Markt befindlichen Heimgeräte garantieren weder das richtige Licht noch die richtige Anwendung. Daher können sie aus technischer Sicht nicht als sicher angesehen werden. Aus diesem Grund empfehlen sich nur Verfahren, die von Fachleuten angewendet werden.

Es ist nicht üblich, dass die LED-Lichttherapie Nebenwirkungen verursacht. In einigen Fällen kann sie jedoch leichte Auswirkungen wie Juckreiz, Rötungen, Trockenheit und Schwellungen verursachen. Dies ist häufiger bei der Einnahme photosensibilisierender Medikamente der Fall.

Tipps und Empfehlungen

Manche Medikamente erhöhen die Lichtempfindlichkeit. Das ist bei einigen Antibiotika der Fall, die zur Behandlung von Akne eingesetzt werden, wie z. B. Isotretinoin. Wenn du diese Medikamente einnimmst, solltest du dich keiner LED-Phototherapie-Behandlung unterziehen.

Es ist sehr wichtig, dass die Augen während der Behandlung richtig geschützt werden. Diese Empfehlung gilt vor allem bei der Verwendung von Heimgeräten. Denn derartige Geräte können die Augen schädigen.

Außerdem sollte diese Behandlung nicht erfolgen, wenn die Person einen aktiven Ausschlag hat. Daher sollten Menschen mit Schuppenflechte immer eine/n Ärztin/Arzt konsultieren, bevor sie die LED-Lichttherapie anwenden.

LED-Phototherapie: Abschließende Empfehlungen

Obwohl einige Ergebnisse bereits nach der ersten LED-Lichttherapie-Sitzung spürbar sein können, sind deutliche Veränderungen in der Regel erst nach Abschluss der Behandlung zu sehen. Außerdem solltest du bedenken, dass die Ergebnisse nicht von Dauer sind.

Deshalb ist es ratsam, die Anwendung regelmäßig zu wiederholen, um das Wiederauftreten der Probleme, die du beseitigen willst, zu verhindern. Nach jeder Sitzung solltest du 48 Stunden lang die Sonne meiden. Des Weiteren ist es wichtig, Sonnenschutzmittel aufzutragen.

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