Kälteschock: Ursachen und Symptome

Ein Kälteschock ist eine im Sommer nicht ungewöhnliche Reaktion. Sie kann zu leichtem Unbehagen, aber auch zum Tod führen. In diesem Artikel erfährst du alles Wissenswerte zu diesem Thema, lies weiter!
Kälteschock: Ursachen und Symptome

Letzte Aktualisierung: 12. Juli 2021

Ein Kälteschock ist eine kardio-respiratorische Reaktion, die auch mit dem Verdauungssystem und der Blutversorgung des Gehirns zusammenhängt. In unserem heutigen Artikel erklären wir dir, welche Ursachen zu einer Kälteschockreaktion führen können.

Dieser Zustand wird oft mit dem Verdauungsprozess in Verbindung gebracht, obwohl seine Hauptursache eine mangelnde Durchblutung des Gehirns ist. Tatschlich ist der Kälteschock eine Folge des Immersionsreflexes. Dieser ist bedingt durch den Temperaturunterschied, der zwischen dem Körper des Betroffenen und dem Wasser, in das diese Person eintaucht, besteht.

Daher tritt eine Kälteschockreaktion im Sommer häufiger auf und es besteht ein direkter Zusammenhang mit der plötzlichen Temperaturänderung beim Eintauchen in das Wasser. Aufgrund hoher Außentemperaturen erweitern sich die Blutgefäße. Verantwortlich dafür ist ein Mechanismus des Körpers, der versucht, die Körpertemperatur bei hohen Temperaturen und starker Sonneneinstrahlung zu regulieren.

Durch eine Gefäßerweiterung (Vasodilatation) wird Körperwärme abgeleitet. Zusammen mit dem Schwitzen wird auf diese Weise die Körpertemperatur im normalen Bereich gehalten. Wenn du nun unvermittelt in Wasser eintauchst, das wesentlich kälter ist als dein Körper, führt die dadurch verursachte Vasokonstriktion (Gefäßverengung) zu einem Kälteschock.

Kälteschock - Eine Illustration des Verdauungssystems.
Ein Kälteschock ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass das Gehirn bei der Verdauung nicht ausreichend durchblutet wird.

Was genau verursacht einen Kälteschock?

Wenn du etwas gegessen hast, vermischt sich diese Nahrung während des Verdauungsprozesses durch peristaltische Bewegungen mit Magensäften. Währenddessen benötigen die Verdauungsorgane sehr viel Blut. Daher wird der Blutfluss verstärkt zu diesen Organen geleitet, was gleichzeitig bedeutet, dass andere Organe und Systeme zu diesem Zeitpunkt weniger stark mit Blut versorgt werden.

Dennoch solltest du wissen, dass der Verdauungsprozess nicht das wichtigste Element für das Auftreten einer Hydrokution ist, sondern der “Immersionsreflex”.

Hitzschlag ist eine Ursache für einen Kälteschock.

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Der Immersionsreflex

Der Immersionsreflex tritt auf, wenn der Körper, insbesondere der Kopf, unter Wasser getaucht wird. Die Intensität hängt von der Differenz zwischen der Temperatur des Körpers und des Wassers sowie der Abruptheit des Eintauchens ab.

Die Herzfrequenz nimmt ab und das Blut wird durch die Kontraktion der Blutgefäße, insbesondere der Hautgefäße, umverteilt. Dies geschieht wiederum, um eine ausreichende Versorgung des Gehirns mit Blut und Sauerstoff sicherzustellen und einen plötzlichen Abfall der Körpertemperatur zu verhindern.

Der Immersionsreflex ist insbesondere bei Kindern deutlich zu erkennen. Wenn jemand sehr empfindlich auf diese körperliche Reaktion reagiert, kann es zu Schwindelgefühlen kommen. Darüber hinaus kann ein Kälteschock in schweren Fällen zu einer Synkope und sogar zum plötzlichen Tod durch Herzstillstand führen.

Unser Körper steuert die Zufuhr von Blut und Sauerstoff zum Gehirn und reduziert damit die Versorgung anderer Organe und Gewebe. Wenn die Abnahme der Blut- und Sauerstoffversorgung des Herzens plötzlich und erheblich ist, kann dies auch einen Herzstillstand verursachen und zum plötzlichen Tod oder Ertrinken führen.

Kälteschock und Verdauungsprozess

Die Verdauung ist ein Prozess, bei dem Lebensmittelkomponenten in kleinere, verdauliche Moleküle aufgespalten werden. Diese Moleküle gelangen zunächst zur Rückresorption von Nährstoffen in den Dünndarm.

Die Dauer des Verdauungsprozesses kann individuell sehr unterschiedlich sein. Darüber hinaus hängt sie natürlich auch von der Menge und Art der aufgenommenen Nahrungsmittel ab.

  • Wenn du eine reichliche und fettreiche Mahlzeit zu dir genommen hast, verlängert sich infolgedessen die Verdauungszeit.
  • Im Gegensatz dazu beschleunigt der Verzehr von Gemüse, Obst und einfachen Kohlenhydraten den Prozess.

Die Zeit, in der die Nahrung im Magen verbleibt, bewirkt eine Umverteilung des Blutflusses und kann zwischen einigen Minuten und mehreren Stunden liegen. Das ist auch der Grund, warum du dich nach dem Essen manchmal so müde und schläfrig fühlst. Dein Gehirn wird in dieser Phase weniger stark mit Sauerstoff versorgt.

Man kann also sagen, dass eine Kälteschockreaktion dann auftritt, wenn eine Person den Verdauungsprozess noch nicht abgeschlossen hat und in einen Pool eintaucht, dessen Wassertemperatur sich erheblich von der eigenen Körpertemperatur unterscheidet. Der daraufhin ausgelöste Immersionsreflex kann verschiedene Folgen haben, welche von leichten Beschwerden bis zum Tod durch Herzstillstand reichen können.

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Symptome einer Kälteschockreaktion

  • Klingeln in den Ohren
  • Verschwommene Sicht
  • Schüttelfrost
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Bewusstlosigkeit
Kälteschock: Die Perspektive eines Menschen mit Schwindelgefühlen

Vorsichtsmaßnahmen bei einem Kälteschock

  • Wenn du nach dem Essen in einem größeren Gewässer baden willst, solltest du unbedingt die Verdauungszeiten beachten. Diese können in Abhängigkeit von der Menge und Zusammensetzung der von dir aufgenommenen Nahrung variieren.
  • Vermeide intensive körperliche Aktivitäten, die deine Körpertemperatur erhöhen würden. Auf diese Weise kannst du dafür sorgen, dass deine Körpertemperatur sich möglichst wenig von der Temperatur des Wassers unterscheidet.
  • Darüber hinaus solltest du abruptes Eintauchen vermeiden. Stattdessen empfiehlt es sich, zunächst deine Unterarme, Schultern, Gesicht, Hals und Bauch mit einer kleinen Menge Wasser zu benetzen. Auf diese Weise gleichst du die Temperatur deines Körpers an die des Wassers an, bevor du ins Wasser tauchst.
  • Außerdem solltest du den Konsum von kalten Getränken nach intensiver körperlicher Aktivität vermeiden, da auch dies zu einem Kälteschock führen könnte.

Behandlung der Kälteschockreaktion

Kälteschock - Illustration einer Herzdruckmassage zur Wiederbelebung
In schweren Fällen einer Kälteschockreaktion kann auch eine Reanimation erforderlich werden.

Wie üblich sind ausreichendes Wissen und Prävention der Schlüssel, um einem Kälteschock vorzubeugen. Daher solltest du unbedingt alle oben genannten Risikofaktoren vermeiden.

Wenn jemand einen Kälteschock hat, solltest du den Betroffenen unverzüglich aus dem Wasser holen und ihn oder sie gut abtrocknen. Darüber hinaus musst du versuchen, die normale Körpertemperatur des Betroffenen wiederherzustellen. Dazu können Decken und Handtücher hilfreich sein. Wenn der Patient bewusstlos ist oder ein kardiorespiratorischer Stillstand vorliegt, musst du bis zum Eintreffen der Rettungskräfte eine Herz-Lungen-Wiederbelebung durchführen.

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