Plötzlicher Herztod beim Sport: Ursachen und Vorbeugung

9 November, 2020
Die Prävention eines plötzlichen Todes beim Sport ist in den letzten Jahren zu einem wissenschaftlich relevanten Thema geworden. Darüber hinaus sind besonders Kardiologen bei der Suche nach Methoden zur Früherkennung involviert, um dieses tragische Ereignis zu verhindern.

In den sozialen Netzwerken und auf zahlreichen Websites haben sich Nachrichten über Athleten verbreitet, die während des Sports verstorben sind. Daher haben viele Spezialisten auf unterschiedliche Weise damit begonnen, über Methoden zu diskutieren, mit denen ein plötzlicher Herztod beim Sport verhindert werden kann.

Aber ist das möglich? Gibt es wirklich eine Methode, dieses Problem rechtzeitig zu erkennen, um einen tödlichen Ausgang zu verhindern? Und wenn ja, sollten dies nicht die gleichen Maßnahmen sein, die Ärzte für die Allgemeinbevölkerung anwenden?

In unserem heutigen Artikel werden wir uns damit beschäftigen, welche Ursachen ein plötzlicher Herztod beim Sport haben kann und welche vorbeugenden Maßnahmen getroffen werden können.

Plötzlicher Herztod beim Sport: Einige Fakten

Ein plötzlicher Herztod, wann immer dieser eintritt, ist ein Ereignis, bei dem das Herz eines vorher gesunden Menschen unvermittelt aufhört zu schlagen, während dieser Mensch Sport treibt.

Allerdings finden Experten bei der Obduktion dieser Personen normalerweise heraus, dass dennoch etwas nicht in Ordnung war.

Wenn wir Athleten als allgemeine Gruppe betrachten, dann gibt es keine signifikanten Unterschiede bei den Fällen im Vergleich zum Rest der Bevölkerung. Dennoch steigt die Inzidenz unter denen, die intensive sportliche Aktivitäten ausüben, und es tritt in dieser Gruppe ein plötzlicher Herztod pro 100.000 Einwohner auf.

Darüber hinaus besagen die Aufzeichnungen, dass sich die meisten dieser Todesfälle im Frühjahr und am Nachmittag ereignen. Das sind die üblichen Zeiten, zu denen überall auf der Welt die meisten Wettbewerbe stattfinden.

Wenn ein Athlet während des Sports ohne offensichtliche Todesursache verstirbt, verbirgt sich in bis zu 99% der Fälle dahinter eine kardiovaskuläre Erkrankung. Diese hängt in starkem Maß vom Alter des Betroffenen ab, denn das Risiko ist bis zu einem Alter von 35 Jahren praktisch nicht existent. Allerdings können die Zahlen bei der älteren Bevölkerung bis zu einer Todesrate von einem pro 18.000 Einwohnern steigen.

Plötzlicher Herztod - Frau im Fitnessstudio
Studien zeigen, dass ein plötzlicher Herztod beim Sport in bis zu 99% der Fälle kardiovaskuläre Ursachen hat.

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Plötzlicher Herztod beim Sport: Ursachen

Wenn es zu einem plötzlichen Tod kommt, wird dieser, ob im Sport oder in anderen Situation, durch Kammerflimmern, eine lebensbedrohliche Arrhythmie verursacht. In diesem Zustand schlägt der untere Teil des Herzens (die Ventrikel) unregelmäßig und das Organ ist nicht in der Lage, das Gewebe mit Blut zu versorgen.

Bei der Obduktion der Patienten wurden atheromatöse Plaques als Hauptursache identifiziert. Hierbei handelt es sich um eine Ansammlung von Blutgerinnseln an den Arterien, die aus Blutzellen, Blutplättchen, faserigem Gewebe und Cholesterin bestehen.

Experten vermuten, dass beim Training die atheromatösen Plaques aufbrechen und die Durchblutung abrupt blockieren. Wenn dies in den Koronararterien auftritt, die das Herz versorgen, unterbrechen sie die Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen. Das Endergebnis ist dann eine Zellnekrose – der Zelltod.

In geringerem Ausmaß können auch bestimmte erbliche Ursachen bestehen, die ebenfalls einen plötzlichen Herztod beim Sport verursachen können. Allerdings können diese häufig rechtzeitig mit einem Elektrokardiogramm identifiziert werden.

Zwei der bekanntesten genetischen Vorerkrankungen, durch die ein plötzlicher Herztod beim Sport ausgelöst werden könnte, sind folgende:

  • Arrhythmogene Kardiomyopathie. Die Zellen des Herzens degenerieren und werden von Muskel zu Fett umgewandelt. Auf lange Sicht verlieren diese Herzbereiche ihre Funktionalität und verursachen sich wiederholende Arrhythmien, insbesondere bei intensiver Anstrengung.
  • Hypertrophie. Bei diesen Patienten wird die Herzwand immer dicker. Dadurch wird es für das Blut zunehmend schwieriger, die Ventrikel zu verlassen und im ganzen Körper zu zirkulieren. Wenn sich das Herz nicht mehr ausdehnen kann, tritt ein plötzlicher Tod auf.

Was kannst tun, um eine plötzlichen Herztod beim Sport zu verhindern?

Wenn man die Ursachen und Wege kennt, wie ein plötzlicher Herztod beim Sport entsteht, ist es wichtig, sich mit der Frage zu beschäftigen, wie dieser verhindert werden kann. Der erste Schritt besteht praktisch immer in einer körperlichen Untersuchung aller Athleten mit Hilfe eines Elektrokardiogramms.

Tatsächlich ist diese Untersuchung in vielen Ländern gesetzlich vorgeschrieben, bevor ein Athlet als professioneller Sportler akkreditiert wird. Dennoch gibt es momentan eine beträchtliche wissenschaftliche Diskussion über den Sinn und die Wirksamkeit auf diesem Gebiet. Obwohl diese Untersuchung bei genetischen und erblichen Erkrankungen hilfreich sein könnte, lassen sich atheromatöse Plaques auf diesem Weg nicht erkennen, da sie keine elektrischen Impulse aussenden.

Aus diesem Grund sind derzeit gründlichere medizinische Untersuchungen im Gespräch, die mehr Elemente als nur das Elektrokardiogramm umfassen sollen. Die Verantwortlichen fordern eine gute körperliche Untersuchung in modernen Labors und die Möglichkeit spezieller ergänzender Methoden, wenn ein Verdacht besteht.

Allerdings gilt hierbei zu bedenken, dass atheromatöse Plaques häufiger in höherem Lebensalter auftreten und nicht so einfach zu erkennen sind. Andererseits gelten für Sportler hinsichtlich der Risikofaktoren die gleichen Empfehlungen wie für die allgemeine Bevölkerung. Aus diesem Grund sollte jeder die folgenden Hinweise beachten:

  • Vermeidung von Fettleibigkeit
  • Regulierung des Blutdrucks und des Blutzuckerspiegels
  • Schlechtes Cholesterin senken
  • Eine gesunde Ernährung befolgen
  • Alkohol und Tabak vermeiden
Plötzlicher Herztod - Mann auf der Straße
Um das Risiko eines plötzlichen Herztodes beim Sport zu verringern, muss ein Elektrokardiogramm erstellt werden. Darüber hinaus solltest du einen gesunden Lebensstil pflegen.

Prävention auf sozialer Ebene

Automatische Defibrillatoren sollten in allen Sportstätten vorhanden sein. Darüber hinaus muss das Personal mit den grundlegenden Schritten für eine kardiopulmonale Rehabilitation vertraut sein. Ebenso sollten Trainer und Schiedsrichter in der Wiederbelebung geschult werden.

Ein Warnsystem ist unerlässlich. Einheitliche Richtlinien zur Benachrichtigung der Rettungsdienste sind in Sport- und anderen öffentlichen Einrichtungen von wesentlicher Bedeutung. Die Mitarbeiter müssen wissen, wie sie sich in Notfällen verhalten müssen, um schnell und präzise handeln zu können. Dies sollte in jeder Turnhalle und in jedem Stadion klar sein. Außerdem müssen die jeweiligen Aufgaben und Verantwortlichkeiten geklärt sein, damit jeder weiß, welche Maßnahmen im Notfall ergriffen werden müssen.

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Plötzlicher Herztod beim Sport ist kein großes Risiko, aber es besteht…

Wenn wir uns die Zahlen ansehen, können wir sagen, dass die Häufigkeit plötzlicher Todesfälle im Sport grundsätzlich gering ist. Und vielleicht ist sie auch für die gesamte Bevölkerung niedrig. Allerdings sind die Zahlen in der Gruppe der über Fünfzigjährigen, die sich intensiv bewegen, signifikant.

Aus diesem Grund muss diese Altersgruppe äußerst vorsichtig sein. Diese Sportler müssen regelmäßig untersucht werden und diese Untersuchungen ernst nehmen – und sie nicht nur als Formalität betrachten. Ärzte sollten alle erforderlichen ergänzenden Methoden durchführen und sie im Kontext des betreffenden Patienten bewerten.

Es gibt auch eine allgemeine Verantwortung in der Gesellschaft, insbesondere für Sportzentren und diejenigen, die Sportveranstaltungen organisieren. Defibrillatoren in sichtbaren Bereichen, Schulungen zur Gesundheitserziehung zu diesem Thema und zu Verfahren, die in Notfällen durchgeführt werden müssen, sind alles Elemente, die zur Verringerung des Problems beitragen können.

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