Ein Elektrokardiogramm in 7 Schritten auswerten

30 Juli, 2019
Ein Elektrokardiogramm richtig zu interpretieren, ist nicht so einfach, kann aber in vielen Fällen entscheidend sein. Die Diagnose muss von einem Facharzt durchgeführt werden, doch mit dieser Anleitung kannst du sie besser verstehen.

Das Elektrokardiogramm wird sehr häufig für diagnostische Zwecke eingesetzt, insbesondere in der Notaufnahme und der Inneren Medizin. Es richtig zu interpretieren, ist in vielen Fällen entscheidend. Obwohl es sich um einen alltäglichen Test handelt, ist seine Auswertung nicht so einfach, wie es auf den ersten Blick erscheinen mag.

Das Elektrokardiogramm zeichnet die elektrischen Signale der Herzmuskelzellen auf. Jeder Herzschlag sendet ein elektrisches Signal aus, das vom Elektrokardiografen aufgezeichnet wird. Mit dieser Untersuchung ist es möglich, die Aktivität des Herzens sichtbar zu machen und mögliche Veränderungen zu erkennen.

Es handelt sich um eine graphische Darstellung, die vom zuständigen Facharzt ausgewertet wird. Dazu ist eine Reihe von Schritten erforderlich, wie sie im Folgenden beschrieben werden.

Wie wird ein Elektrokardiogramm ausgewertet?

1. Das Elektrokardiogramm auf seine Tauglichkeit überprüfen

Zuerst muss man überprüfen, ob das Elektrokardiogramm korrekt erstellt wurde. Der Elektrokardiograf muss eine Geschwindigkeit von 25 mm/s und eine Amplitude von 1 mV pro 10 mm aufweisen. Falls der Verdacht auf einen Fehler besteht, muss der Test wiederholt werden.

Wenn alles in Ordnung ist, sind die Daten und Werte dieser Herzanalyse wie folgt auszuwerten:

2. Berechnung der Herzfrequenz des Patienten

Elektrokardiogramm auswerten
Die Herzfrequenz ist eine der wichtigsten Daten für die Diagnose gesundheitlicher Probleme.

Die Herzfrequenz ist die erste relevante Information, die aus einem Elektrokardiogramm ermittelt wird. Es gibt EKG-Geräte, die sie automatisch berechnen. Ist dies nicht der Fall, kann man es mit manuellen Methoden erreichen. Dazu gehören die 300er Methode, die 1500er Methode und die von 6 Sekunden.

Die Herzfrequenz gibt an, wie oft sich das Herz zusammenzieht, um Blut zum restlichen Körper zu pumpen. Auf diese Weise kann man feststellen, ob eine Tachykardie oder eine Bradykardie vorliegt. Das sind wichtige Faktoren, um mögliche Anomalien oder Probleme zu identifizieren.

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3. Bewertung des Herzrhythmus

Der Herzrhythmus ist die Sequenz von Systolen und Diastolen in der Herzmuskulatur. Wenn das Herz normal funktioniert, hat es zwischen 70 und 75 Kontraktionen pro Minute. In einem Elektrokardiogramm wird es in den QRS-Komplexen dargestellt.

Dies ist eine der am einfachsten zu analysierenden Daten. Es ermöglicht die Beurteilung, ob der Herzrhythmus regelmäßig oder unregelmäßig ist. Ebenso, ob es sich um einen normalen Sinusrhythmus handelt oder ob eine Sinustachykardie oder Sinusbradykardie vorliegt.

4. Festlegung der elektrischen Herzachse

Doktor wertet Elektrokardiogramm aus
Krankheiten wie Herzrhythmusstörungen können durch die Betrachtung der elektrischen Herzachse beurteilt werden.

Dies ist einer der schwierigsten Schritte bei der Auswertung eines Elektrokardiogramms. Die elektrische Herzachse entspricht der Richtung, der der elektrische Reiz folgt, wenn er durch die Herzkammern fließt. Diese Daten geben Aufschluss über mögliche ventrikuläre Leitungsstörungen.

5. ST-Strecke im Elektrokardiogramm auswerten

Der QRS-Komplex ist die Summe der elektrischen Entladungen aller Zellen der Herzkammern. Auf der anderen Seite steht die T-Welle, die die Repolarisation oder elektrische Erholung der Herzkammern darstellt. Der Abstand zwischen dem QRS-Komplex und der T-Welle wird als ST-Strecke bezeichnet.

Manchmal hat die ST-Strecke eine Erhebung oder eine Senkung, aber wenn diese Werte nicht bedeutend sind, kann die Situation als normal angesehen werden. Andererseits, wenn die Werte den Mindestbereich überschreiten, liegt sehr wahrscheinlich eine ischämische Herzkrankheit vor.

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6. Bewertung von Wellen und Intervallen

Intervalle des EKG auswerten
Die Intervalle zwischen den Wellen sind ein sehr wichtiger Aspekt bei der Diagnose verschiedener Herzkrankheiten.

Es ist wichtig, eine Analyse jeder einzelnen Welle und jedes Intervalls durchzuführen. Von besonderer Bedeutung sind das PQ-Intervall und das QT-Intervall.

Wenn das PQ-Intervall kurz ist, bedeutet dies, dass die atrioventrikuläre Leitfähigkeit beschleunigt ist. Wenn es lang ist, bedeutet das, dass diese Leitfähigkeit zu langsam ist.

Das QT-Intervall stellt die Dauer der ventrikulären elektrischen Systole dar. Es beinhaltet das QRS-Intervall, die ST-Strecke und die T-Welle. Es ist eng mit der Herzfrequenz verbunden. Wenn sie schnell ist, verringert sich das Intervall und umgekehrt.

7. Schematische Zusammenfassung

Hier sind noch einmal die notwendigen Schritte zusammengefasst, um ein Elektrokardiogramm schematisch auszuwerten:

  • Herzfrequenz bestimmen
  • Herzrhythmus bewerten
  • Herzachse definieren
  • Sinusrhythmus erkennen (Vorhandensein von Q-Wellen vor jedem QRS-Komplex)
  • PQ-Intervall untersuchen
  • QT-Intervall beurteilen
  • QRS-Komplex bewerten
  • ST-Strecke analysieren
  • T-Wellen auswerten

Nachdem man alle diese Schritte durchgeführt hat, werden als Nächstes die festgestellten Anomalien benannt. Daraus kann man erkennen, welche Maßnahmen zu ergreifen oder welche Entscheidungen zu treffen sind.

  • Hamm, C. W., & Willems, S. (2010). El electrocardiograma: su interpretación práctica; 32 cuadros. Ed. Médica Panamericana.