Gedächtnisverlust: Was ist nicht normal?

5 Februar, 2020
Es gibt viele Formen von Gedächtnisverlust. Manche sind altersbedingt, andere wiederum haben andere Ursachen und sind nur in den schwerwiegendsten Fällen auf irreversible Gesundheitsprobleme zurückzuführen.

Ein gelegentlicher Gedächtnisverlust ist normal. Es gibt aber für viele Menschen auch Anlass zur Besorgnis, vor allem wenn sie schon älter sind. In den meisten Fällen stellen jedoch Gedächtnisaussetzer keine Gefahr dar oder können behandelt werden.

Wann ist der Gedächtnisverlust denn nun normal und wann nicht? Das ist schwer zu sagen, da wir manche Dinge häufig vergessen und das nicht gleich Alzheimer ist. Es können auch Stress oder andere vorübergehende Faktoren die Ursache sein.

In manchen Fällen deutet eine solche Vergesslichkeit allerdings auf den Beginn eines kognitiven Verfalls hin, der möglicherweise eine Vorstufe der Alzheimer-Krankheit ist. Um ganz sicher zu gehen, sollte man sich informieren und einen Arzt aufsuchen. Schauen wir uns das Thema etwas genauer an.

Altersbedingter Gedächtnisverlust

gedächtnisverlust

Ab dem 20. Lebensjahr verlieren wir Gehirnzellen und dieser Verlust nimmt mit dem Alter zu. Außerdem reduziert unser Körper nach und nach die Bildung verschiedener Stoffe, die für die ordnungsgemäße Funktion der Nervenzellen notwendig sind.

Das Gehirn verändert dadurch seine Fähigkeit, Informationen im Gedächtnis zu behalten. Mit zunehmendem Alter nimmt der Gedächtnisverlust zu, und die Lernfähigkeit ab. Dies ist aber kein Anzeichen für ein ernsthaftes Gesundheitsproblem.

Solche Veränderungen treten meist nur einmalig auf und sind in der Regel von geringer Bedeutung. Dabei vergisst man, wo man die Brille abgelegt hat oder was man sich für morgen vorgenommen hatte. Häufig treten derartige Ausfälle bei älteren Menschen auf, wobei die Arbeit, das Gesellschaftsleben und die Autonomie nicht beeinträchtigt werden.

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Reversibler Gedächtnisverlust

Gelegentlich ist der Gedächtnisverlust eine ernstere Angelegenheit, aber behandelbar und reversibel. Verschiedene Faktoren können zwar zu häufigen Gedächtnislücken führen, diese müssen aber keinen permanenten Gedächtnisverlust zur Folge haben. Zu diesen Faktoren gehören:

  • Hirnerkrankungen, wie z. B. ein Tumor oder eine Infektion
  • Schilddrüsenerkrankungen
  • Kopfverletzung oder Trauma
  • Hohes Fieber oder Dehydrierung
  • Alkoholkonsum oder Nachwirkungen des Alkoholismus
  • Reaktion auf ein Medikament
  • Vitamin-B12-Mangel
  • Unterernährung

In all diesen Fällen raten wir, zum Arzt zu gehen, damit dieser die notwendigen Schritte einleiten kann. Allerdings hängt der Gedächtnisverlust häufig auch mit Stress, Trauer, Angst oder anderen emotionalen Problemen zusammen. In diesem Falle ist ein Psychotherapeut eine große Hilfe.

Irreversibler Gedächtnisverlust

Gedächtnisverlust

Erinnerungslücken können außerdem ein Zeichen leichter kognitiver Beeinträchtigung oder ein Hinweis auf  Alzheimer oder andere Demenzkrankheiten sein. Menschen mit einer leichten kognitiven Beeinträchtigung mit Amnesie haben zwar häufiger Gedächtnisprobleme als normal, aber sie können ein normales, unabhängiges Leben führen.

Dabei kann es durchaus vorkommen, dass wichtige Ereignisse vergessen werden und man Schwierigkeiten hat, die richtigen Worte zu finden, um sich auszudrücken. Dieses Problem kann nur ein Arzt diagnostizieren.

Bei schweren Fällen ist der Gedächtnisverlust oft auf die Alzheimer-Krankheit oder eine vaskuläre Demenz zurückzuführen. Zu den Symptomen dieser Form von Demenz gehören:

  • Große Probleme, sich an Dinge zu erinnern.
  • Die gleiche Frage wird mehrmals gestellt oder die gleiche Geschichte noch einmal erzählt.
  • Betroffene kennen sich an vertrauten Orten und unter normalen Umständen nicht mehr aus.
  • Desorientierung in Zeit und Raum
  • Probleme beim Umgang mit Geld
  • Zunehmende Angst oder Aggression

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Weitere wichtige Informationen

Wer sich Sorgen macht, dass sein Gedächtnis nicht richtig funktioniert, sollte einen Arzt aufsuchen, um mögliche Ursachen zu ermitteln und gegebenenfalls eine Frühdiagnose zu erstellen. Durch eine solche Frühdiagnose können behandelbare Erkrankungen rechtzeitig erkannt werden.

Gedächtnisübungen und das Erlernen neuer Fertigkeiten sind der beste Weg, um dem Gedächtnisverlust vorzubeugen. Regelmäßige körperliche Bewegung ist ebenfalls sehr empfehlenswert und hält das Gehirn fit.

Derzeit gibt es keine Heilung für Alzheimer, dennoch gibt es Behandlungen, die das Fortschreiten dieser Krankheit verlangsamen. Zahlreiche aktuelle Studien deuten darauf hin, dass es in den nächsten 10 Jahren ein Heilmittel für diese Krankheit geben könnte.

Chetelat, G., & Lalevée, C. (2006). Pérdidas de memoria, normales y patológicas. Mente y cerebro, (17), 23-27.