Epinephrin (Adrenalin) als Medikament

9 Oktober, 2019
Epinephrin (oder Adrenalin) ist zunächst ein Hormon und Neurotransmitter. Aber es kommt auch als Medikament zum Einsatz. Dabei gibt es je nach Patient unterschiedliche Darreichungsformen und Einsatzgebiete. Doch hauptsächlich verwendet man es zur Behandlung im Fall eines Herzstillstands und bei allergischen Schocks.

Epinephrin ist besser bekannt als Adrenalin. Es ist ein Hormon und Neurotransmitter und wird als Medikament meist in Notsituationen eingesetzt, wie zum Beispiel bei einem Herzstillstand.

Früher kam Epinephrin auch zur Behandlung von Bronchospasmus und Hypoglykämie (also Unterzuckerung) zum Einsatz. Doch heute gibt es bereits spezifischere Medikamente für diese Beschwerden.

Adrenalin wirkt folgendermaßen: Es erhöht die Herzfrequenz und zieht die Blutgefäße zusammen. Zudem erweitert es die Atemwege. Als Stresshormon ist es an der Flucht- oder Kampfreaktion beteiligt.

Etwas fachlicher ausdrückt: Epinephrin bzw. Adrenalin gehört zur Gruppe der so genannten Katecholaminen. Diese bilden eine biologisch und medizinisch wichtige Stoffgruppe. Es ist ein Monoamin, das in den Nebennierendrüsen gebildet wird. Monoamine sind eine Gruppe von Neurotransmittern und Neuromodulatoren und wie alle Monoamine ist auch Adrenalin ein Derivat aromatischer Aminosäuren wie zum Beispiel Phenylalanin und Tyrosin.

Wie verabreicht man Epinephrin?

Man stellt Epinephrin als Lösung her. Denn die Verabreichung erfolgt mit einer Spritze. Darüber hinaus kann man Adrenalin auf diese Art je nach Bedarf auf verschiedenen Wegen verabreichen:

  • Intramuskulär
  • Subkutan
  • Intravenös
  • Intrakardial: nur in extremen Fällen und nur wenn man das Arzneimittel nicht auf intravenösem Weg verabreichen kann.

Die letzten beiden Arten der Verabreichung muss man im Krankenhaus durchführen. Denn es ist eine Überwachung der Herzfunktionen notwendig. Vor der Injektion muss man die Adrenalin-Lösung noch verdünnen. Dabei gibt es folgende Möglichkeiten:

  • Natriumchloridlösung 0,9 %
  • Glukose 5 %
  • Glukose 5 % in Natriumchloridlösung 0,9 %

Außerdem empfiehlt man, das Arzneimittel unmittelbar nach der Verdünnung zu verwenden. Denn so kann man vermeiden, dass das Medikament durch Licht oder Oxidation Schaden nimmt. Natürlich hängt die Dosierung sowie die Art und Weise der Verabreichung von der jeweiligen Diagnose und vom Zustand des Patienten ab.

Nichtsdestotrotz muss man natürlich in einem Notfall immer die schnellste Form der Verabreichung wählen. So zum Beispiel auf intravenösem Weg.

Wann ist eine Verabreichung von Epinephrin notwendig?

Eine Person setzt sich eine Epinephrin-Spritze

Wie du sehen konntest, verwendet man Adrenalin also als Lösung. Diese gibt es in Ampullen und in unterschiedlicher Konzentration. Doch wann ist eine medizinische Anwendung von Epinephrin notwendig? Unter anderem in den folgenden Fällen:

Herzstillstand

Zum einen verwendet man Adrenalin, wie oben schon erwähnt, im Falle eines Herzstillstands. Aber auch zur Behandlung anderer Herzprobleme kann man es verabreichen. Dazu können Herzrhythmusstörungen zählen. Darunter versteht man Unregelmäßigkeiten der Herzaktion.

Die Wirkung von Adrenalin besteht darin, die Blutgefäße zusammenzuziehen und das Herzzeitvolumen zu erhöhen. Mit anderen Worten: Es zieht das Herz zusammen und erhöht die Frequenz mit dem Ziel, es wieder zu „beleben“.

Wusstest du schon? Stress auf der Arbeit belastet das Herz

Allergischer Schock

Auch setzt man Epinephrin als Mittel erster Wahl bei einem allergischen Schock (Anaphylaxie) ein. Zu einem allergischen Schock kann es kommen, wenn sich ein allgemein allergischer Zustand akut verschlechtert. Dabei kann dies sogar zum Tod durch extreme Verengung der Bronchien führen.

Daher ist dieses Medikament in diesen Fällen gut geeignet. Denn es hat eine bronchienerweiternde Wirkung.

Epinephrin verabreicht man auch zusammen mit Betäubungsmitteln

Adrenalin setzt man einer Reihe von Betäubungsmitteln zu. Diese verabreicht man ebenfalls mit einer Injektion. Der Grund für diese Kombination ist folgender: Epinephrin hat eine gefäßverengende Wirkung. Dadurch verzögert sich also die Aufnahme des Mittels. Und auf diese Weise kann man dann die Wirkung des Betäubungsmittels verlängern.

Andererseits besteht die Möglichkeit, dass die Anwendung von Betäubungsmitteln mit Epinephrin einige negative Nebenwirkungen hat. Und zwar gerade wegen des Adrenalins. Dazu zählen beispielsweise:

Was sind die möglichen Nebenwirkungen?

Epinephrin

Die Verwendung dieses Arzneimittels ist nicht ohne mögliche Nebenwirkungen und Komplikationen. Das gilt vor allem dann, wenn man es intravenös und intrakardial verabreicht. Mögliche Nebenwirkungen von Epinephrin sind:

  • Starkes Herzklopfen und Zittern
  • Herzrasen
  • Herzrhythmusstörungen
  • Angstzustände, Beklemmungszustände sowie Bluthochdruck
  • Kopfschmerzen
  • Akutes Lungenödem

Darüber hinaus sollte man bei bestimmten Patientengruppen kein Adrenalin anwenden. Dazu gehören beispielsweise Personen, die mit nicht-selektiven Beta-Blockern behandelt werden.

Denn das Zusammenspiel beider Medikamente kann zu übermäßigem Bluthochdruck führen. In schweren Fällen kann es sogar eine Hirnblutung auslösen.

Eine weitere vermutete Nebenwirkung: Viele Menschen glauben, dass die Verabreichung von Adrenalin aufgrund seiner hohen gefäßverengenden Wirkung eine Herzinsuffizienz verursachen kann. Doch das stimmt nicht.

Richtig ist hingegen: Die Herzkranzgefäße haben nur einen Rezeptortyp. Dieser löst bei der Interaktion mit Adrenalin Signale für eine Erweiterung der Gefäße aus, nicht jedoch für eine Verengung.

Noch eine Leseempfehlung: Adrenalin: Ein vielseitiges Hormon

Fazit

Epinephrin oder Adrenalin ist ein Arzneimittel. Man verabreicht es je nach Bedarf und Situation des Patienten auf unterschiedliche Weise. Dabei kommt es hauptsächlich zur Behandlung von Herzstillstand und allergischen Schockreaktionen zum Einsatz.

Es gibt Präparate, die dafür gedacht sind, dass die betroffenen Personen sich selbst injizieren können. Dabei geht es vor allem um Personen, die dem Risiko ausgesetzt sind, einen allergischen Schock zu erleiden.

Wie alle Medikamente ist auch dieses Arzneimittel nicht frei von Nebenwirkungen und dies sollte man natürlich bei der Verabreichung von Adrenalin berücksichtigen.

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