Krankenhaus, das Haustiere erlaubt

· 9 Juni, 2016
Hunde sind keine Gefahr für die Gesundheit der Patienten, ganz im Gegenteil: Sie sorgen für Energie und Optimismus!

Das Hospital Juravinski in Ontario (Kanada) zählt zu den wenigen Krankenhäusern, das Haustiere erlaubt. So dürfen die Patienten nicht nur Besuch von Familie und Freunden, sondern auch von ihren Haustieren erhalten.

Denn auch diese sind Teil unseres Lebens und unseres Herzens. Und wie die Verantwortlichen für dieses schöne Projekt erklären, wird mit dem Besuch des geliebten Haustieres die Verbreitung von Bakterien nicht gefördert, die Patienten genesen jedoch weitaus schneller. 

Der Grund dafür ist, dass sich ihr Gemütszustand und ihr Immunsystem verbessern können.

Jedes Tier, das in dem Krankenhaus, das Haustiere erlaubt, auf Besuch kommt, wird gewaschen und desinfiziert. Die Angestellten sorgen für umfassende Kontrollen, damit Hunde und Katzen ihren Herrchen und Frauchen Freude bereiten können. Und die brauchen Kranke besonders dringend.

In unserem heutigen Beitrag möchten wir dir über diese interessante Initiative berichten.

Das Krankenhaus Juravinski und die Empathie für die Patienten

Das “Companion Pet visitation Program” (Programm für Besuche von Haustieren) wurde aufgrund einer traurigen, sehr emotionalen Geschichte gegründet.

Donna Jenkins, die Direktorin des Juravinski-Krankenhauses, musste den frühen Tod ihres 25-jährigen Neffen aufgrund eines Lymphoms verarbeiten.

Bevor der junge Krebspatient starb, bat er sie, seinen Hund zu sehen und brachte seine Tante außerdem dazu, ihm zu versprechen, dass auch alle anderen Patienten im Spital ihre Haustiere als Besucher begrüßen dürfen.

Er erzählte seiner Tante, dass es nur wenige Dinge gibt, die jemanden so glücklich machen können, wie den geliebten Hund oder die geliebte Katze zu umarmen.

Nach diesem Versprechen wurde für Familien ein Dienst gegründet, der es ermöglicht mit dem zuständigen Krankenhauspersonal in Verbindung zu treten, damit das Krankenhaus Haustiere erlaubt und sie den Patienten besuchen können.

Lesetipp: Mahe, der Therapiehund, der sich um seinen autistischen Freund kümmert

Krankenhaus, das Haustiere erlaubt, macht den Aufenthalt für die Patienten angenehmer

Jeden Tag geschehen Wunder

Die Hilfsorganisation “Zachary’s paws for healing“, welche den Namen des verstorbenen Neffen der Direktorin trägt, hat die Umsetzung dieses Projekts ermöglicht.

  • Hier können Familienangehörige Information und Hilfe erlangen, um den Besuch zu organisieren. Ein Projekt, das bereits wunderbare Erfolge verzeichnen konnte seit es ins Leben gerufen wurde.
  • Wenn die Patienten einen langen Krankenhausaufenthalt über sich ergehen lassen müssen, wird die Genesung meist durch die Entmutigung erschwert. Wenn in dem Krankenhaus Haustiere erlaubt sind, könnte das schneller gehen.

Der Besuch des geliebten Hundes oder Katze, erhöht sofort den EndorphinspiegelDarüber hinaus wird damit die Atmung reguliert und die Genesung gefördert.

  • Ein weiterer wichtiger Aspekt sind die zahlreichen Vorteile eines tierischen Besuches in der Krebsabteilung.

Zudem sind Patienten, die eine Chemotherapie benötigen, dabei bedeutend ruhiger und ausgeglichener, wenn sie ihren besten tierischen Freund bei sich haben.

Lesetipp: Flohbisse: Vorsorge und Behandlung

Die Haustiere bereiten sich auf den Besuch vor

Wenn Haustiere erlaubt sind, genesen die Patienten schneller

Einer der Gründe, warum Haustiere normalerweise keinen Zutritt in Krankenhäuser haben, ist die Infektionsgefahr.

Doch die Verantwortlichen im Juravinski-Krankenhaus sind zu folgenden Schlüssen gekommen:

  • Haustiere bergen dieselben Gefahren wie auch ein Besuch von Familienangehörigen oder Freunden.
  • Um Bakterienquellen zu kontrollieren, wird das Tier vor dem Besuch gewaschen und desinfiziert.
  • Außerdem müssen die Tiere immer ein Hunde- oder Katzengeschirr tragen.
  • Die Tiere können nur ihre Frauchen und Herrchen besuchen. Es ist nicht erlaubt, dass ein Hund oder eine Katze in Kontakt mit anderen Patienten tritt, die nicht zur Familie gehören.
  • Die Haustiere betreten das Krankenhaus in Begleitung eines Familienmitglieds oder mit einem Sozialarbeiter (die Patienten hängen oft an einer Maschine, einem Tropfer, etc., was eine Gefahr sein kann).
In dem Krankenhaus, das Haustiere erlaubt, können die Patienten ihre Hunde bei sich haben.

Therapeutische Hilfe durch Haustiere

Die emotionale Unterstützung durch das geliebte Haustier kann helfen, schwierige Momente zu überwinden. Die Wirkung ist unglaublich.

Doch die Hilfe geht weit über emotionale Aspekte hinaus. Therapien mit Tieren haben beispielsweise gezeigt, dass Haustiere große physische und auch psychologische Hilfe leisten können.

  • Viele autistische Kinder schaffen es, Ängste und Panik dank eines speziell trainierten Hundes zu kontrollieren.
  • Patienten mit Diabetes oder Epilepsie profitieren von Hunden, die Zuckerspitzen oder -defizite erkennen oder ihre Frauchen und Herrchen bei einer epileptischen Krise zu beschützen können.

Lesetipp: Manchmal ist eine Berührung einfach alles, was wir brauchen

Ein wunderbares Beispiel für das Zusammenleben, die Treue und Zärtlichkeit, die Haustiere immer wieder beweisen.

  • http://www.hamiltonhealthsciences.ca/body.cfm?id=3239
  • https://www.zacharyspawsforhealing.com/
  • Matchock, R. L. (2015). Pet ownership and physical health. Current Opinion in Psychiatry. https://doi.org/10.1097/YCO.0000000000000183