Antidepressiva: Die verschiedenen Arten

Depressionen sind eine komplizierte Situation, die es zu bewältigen gilt. Es gibt verschiedene Arten von Antidepressiva, die zur Behandlung verschrieben werden können, aber die Einnahme muss immer von einem Fachmann geleitet werden. In unserem heutigen Artikel erzählen wir dir mehr dazu.
Antidepressiva: Die verschiedenen Arten

Letzte Aktualisierung: 06. November 2021

Es gibt viele Arten von Antidepressiva – eine Gruppe von Medikamenten, die zur Behandlung von Depressionen verschrieben werden. Depressionen sind eine der häufigsten und bekanntesten Stimmungsstörungen. Angstzustände, gefolgt von Depressionen, sind insgesamt am häufigsten.

Bei Depressionen handelt es sich um eine Krankheit, die mehrere Bereiche betrifft, darunter kognitive, emotionale und soziale Bereiche. Aus diesem Grund erfolgt die Behandlung dieser Erkrankungen multidisziplinär und umfasst Fachgebiete wie Psychologie und Psychiatrie.

Was ist eine Depression?

Aus klinischer Sicht leidet eine Person an einer Depression, wenn sie eine Reihe von Symptomen aufweist, die auf eine insgesamt gedrückte Stimmung hindeuten: häufiges Grübeln, das Gefühl von Hoffnungslosigkeit, Antriebslosigkeit. Zudem werden diese Symptome meist von Motivationsmangel, Schlafstörungen oder Gewichtsschwankungen begleitet.

Depressive Menschen befinden sich meist in einem Zustand der Passivität. Sie haben das Gefühl, keine Kontrolle über ihr Leben zu haben, und leiden unter Hoffnungslosigkeit. Darüber hinaus ist das Denken dieser Patienten von einem hohen Maß an Negativität bestimmt. Außerdem verlieren die Betroffenen ihre Lebensfreude, ihr Selbstwertgefühl leidet und auch die Leistungsfähigkeit lässt in der Regel nach. Infolgedessen kann es zu einer mitunter erheblichen Beeinträchtigung der allgemeinen Lebensqualität und des Wohlbefindens kommen.

Fachleute verschiedener Disziplinen befassen sich mit der Behandlung von Depressionen. Dabei werden verschiedene psychologische Therapien mit einer pharmakologischen Behandlung, einschließlich der Verwendung von Antidepressiva, kombiniert.

Antidepressiva - depressive Frau
Die Depression ist eine Stimmungsstörung.

Arten von Antidepressiva

Neurotransmitter sind Chemikalien im Gehirn, die mit Depressionen in Verbindung stehen. Vor allem Serotonin, Noradrenalin und Dopamin. Viele Antidepressiva entfalten ihre Wirkung, indem sie auf unterschiedliche Weise auf diese Stoffe einwirken.

Monoaminoxidase-Hemmer (MAO-Inhibitoren)

Diese Medikamentengruppe wirkt, indem sie die Monoaminoxidase hemmt. In der Regel werden MAO-Hemmer nur dann eingesetzt, wenn andere Medikamente nicht wirken, da diese Gruppe von Antidepressiva schwerwiegende Nebenwirkungen hat.

Außerdem musst du als Patient bei der Einnahme dieser Antidepressiva in der Regel eine strenge Diät einhalten, da die Wechselwirkung mit einigen Lebensmitteln gefährlich werden kann.

Das könnte dich auch interessieren: 4 kognitive Veränderungen durch Depression

Trizyklische und tetrazyklische Antidepressiva

Diese Medikamente sind nach den MAO-Inhibitoren die ältesten Antidepressiva. Lange Zeit waren sie das erste Mittel der Wahl. Ihr Wirkmechanismus basiert auf der Verhinderung der Wiederaufnahme der Neurotransmitter Serotonin und Noradrenalin.

Allerdings haben sie den Nachteil, dass ihr Wirkmechanismus nicht spezifisch auf Serotonin und Noradrenalin begrenzt ist. Denn sie beeinflussen zudem auch andere Hormone wie Acetylcholin, Histamin und Dopamin. Aufgrund dieser unspezifischen Wirkung können sie erhebliche Nebenwirkungen haben und sogar süchtig machen.

Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRIs)

Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRIs) sind heute die gängigsten Antidepressiva. Sie sind das Mittel der Wahl bei Depressionen, da ihre Nebenwirkungen im Vergleich zu denen anderer Antidepressiva milder ausfallen.

Depressionen sind eng mit Ängsten verwandt. Aufgrund des Wirkmechanismus von SSRIs können sie zur Behandlung beider Stimmungsstörungen eingesetzt werden.

Diese Art von Antidepressiva hemmt speziell die Wiederaufnahme von Serotonin und hat keine Auswirkungen auf andere Neurotransmitter. Allerdings können auch SSRIs einige Nebenwirkungen hervorrufen, die in der Regel jedoch mild sind. Unter anderem Übelkeit, Erbrechen oder leichte Sedierung. Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer gehören zu den sichersten verfügbaren Antidepressiva.

Zu dieser pharmakologischen Gruppe gehören unter anderem die folgenden Wirkstoffe:

  • Fluoxetin
  • Paroxetin
  • Sertralin
  • Citalopram
  • Escitalopram
Antidepressiva - depressive Frau mit einer Freundin
Antidepressiva greifen in den Neurotransmitter-Stoffwechsel ein.

Serotonin- und Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRIs)

Diese Art von Antidepressiva wirkt auf Serotonin und Noradrenalin. Der Hauptunterschied zu trizyklischen Antidepressiva besteht darin, dass sie spezifisch sind und nur auf diese beiden Neurotransmitter wirken. Die bekanntesten Wirkstoffe dieser pharmakologischen Gruppe sind Venlafaxin und Duloxetin.

Andere Antidepressiva: Bupropion

Bupropion ist ein Medikament, das eine selektive Hemmung der Dopamin- und Noradrenalin-Wiederaufnahme bewirkt. Es hat sich bei der Behandlung von Depressionen als wirksam erwiesen, obwohl es derzeit für die Ergebnisse bei der Raucherentwöhnung in Betracht gezogen wird.

Der Wert von Antidepressiva

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die meisten Antidepressiva Depressionen verbessern, indem sie auf einen der Neurotransmitter wirken. Dennoch sind Depressionen komplizierte Erkrankungen, deren Behandlung eine Kombination verschiedener Therapiearten erfordert.

Es könnte dich interessieren ...
Umgang mit Depressionen: 5 Tipps
Besser Gesund Leben
Lies auch diesen Artikel bei Besser Gesund Leben
Umgang mit Depressionen: 5 Tipps

Der Umgang mit Depressionen wird zusätzlich zur ärztlichen Behandlung mit gesunden Lebensgewohnheiten erleichtert. Erfahre mehr darüber!



  • Heerlein, A. (2002). Tratamientos farmacológicos antidepresivos. Revista Chilena de Neuro-Psiquiatria. https://doi.org/10.4067/s0717-92272002000500003

  • Andrés, Á., Apraez, M., Fernando, M., Calvache, L., Alejandro, A., & Alvarez, Á. (2015). Intoxicación por antidepresivos tricíclicos. Urgentia. Int. Med. Emergencias.

  • Cortajarena García, M. C., Ron Martin, S., Miranda Vicario, E., Ruiz de Vergara Eguino, A., Azpiazu Gomez, P. J., & Lopez Aldana, J. (2016). Antidepresivos en la tercera edad. Semergen. https://doi.org/10.1016/j.semerg.2015.07.015